Klar sind die Erwartungen in dieser Saison sehr hoch. Die gesamte Erwartungshaltung vom Team, dem Management ist hoch. Wenn man im Auto sitzt, denkt man nicht daran, aber man merkt schon dass die Anspannung am Wochenende anders ist als im Vergleich zum Vorjahr. Man hat im Hinterkopf, dass man eine hohe Punktezahl holen muss und man überlegt wie es in der Meisterschaft aussieht. Allerdings bin ich Einer, der diesen Druck braucht.

Ich habe dabei ein gutes Gefühl, denn ich weiß, dass unser Auto gut ist und dass wir bei jedem Rennen gewinnen können. Deshalb war auch der zehnte Platz im Qualifying in Hockenheim für mich alles andere als zufrieden stellend. Wir hatten sehr hohe Erwartungen und haben die immer noch, besonders nach den guten Resultaten im letzten Jahr und den guten Tests, aber die Verhältnisse waren sehr schwierig. Zwei Runden vor Schluss lag ich noch auf Position eins. Ich wusste, dass die letzte Runde entscheidend war, aber leider hatte ich Verkehr. Die Strecke trocknete von Runde zu Runde ab, umso mehr hätte die letzte Runde passen müssen.

Pokerpartie statt Rennen

Letztendlich konnten wir Schadensbegrenzung betreiben. Mit dem siebenten Platz im ersten Rennen hatten wir eine gute Ausgangsbasis für das zweite Rennen. Wir konnten noch sieben Punkte holen, somit verlief das Wochenende für mich doch noch zufrieden stellend. Jetzt steht der nächste Lauf auf dem Eurospeedway auf dem Plan und wieder sind unsere Erwartungen sehr hoch. Wir haben im Vorjahr in der Lausitz sehr viele Testkilometer abgespult, daher sollten wir ein sehr gutes Auto haben. Die Verhältnisse sind für das gesamte Wochenende gut gemeldet.

Von daher haben wir vielleicht ein ganz normales Rennen, wo man sich auf das Fahren konzentrieren kann und nicht hin- und herpokern muss zwischen Regen- und Trocken-, Trocken- und Regenreifen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Druck viel größer. Allerdings ist es nicht gut, wenn man zu sehr die Meisterschaft im Kopf hat und versucht sich aus allen Zweikämpfen herauszuhalten. Ich versuche deshalb die Saison so anzugehen, dass ich von Rennen zu Rennen denke. Und auch mein Team hat mir vorgeschlagen, zu versuchen, das Beste herauszuholen, auf Punkte zu fahren und dann gegen Ende der Saison das Ziel zu fixieren.