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WEC Bahrain: Toyota legt vor - Flörsch mit neuem Teamkollegen

Alle Infos zum Auftakt des Doubleheader-Saisonfinales der WEC in Bahrain. Titel-Entscheidungen stehen bevor - Flörsch nach ELMS-Podest hochmotiviert.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Großes Saisonfinale der FIA-Langstreckenweltmeisterschaft in Bahrain: Auf dem Wüstenkurs steigen an diesem sowie am nächsten Wochenende die letzten beiden Rennen der wegen Corona verkürzten Saison 2021. Erstmals trägt die WEC einen Double-Header aus, nachdem die Teams der unterschiedlichen Klassen zuletzt bei den 24 Stunden von Le Mans im August aufeinandergetroffen waren.

In der Hypercar-Kategorie machen die beiden Werks-Toyota den Titel wenig überraschend unter sich aus. In Abwesenheit von Privatier Glickenhaus könnte in der Theorie nur Alpine mit seinem LMP1-Auslaufmodell eine Bedrohung für die Japaner darstellen. Im Qualifying zum 6-Stunden-Rennen am Samstag hat das Toyota-Duo aber deutlich vorgelegt.

Brendon Hartley bescherte dem #8 Toyota GR010 an diesem Freitag die Pole Position, womit der frühere Formel-1-Fahrer zusammen mit seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi zum ersten Mal in dieser Saison ein Rennen vom ersten Startplatz in Angriff nimmt.

Wichtiger Nebeneffekt: Mit dem Extra-Punkt für die Pole verkürzte Hartley den Meisterschaftsrückstand zum Schwesterauto mit der Startnummer #7 auf nur noch acht Zähler. Kamui Kobayashi fehlten im Qualifying 0,396 Sekunden zur Pole-Zeit (1:47.049 Minuten). Andre Negrao im Alpine-Gibson lag fast eine Sekunde zurück.

Im Bahrain-Training krachte es zwischen dem #8 Toyota und einem Ferrari - Foto: LAT Images

LMP2: JOTA legt im Qualifying vor

Spannend bleibt es auch in der LMP2-Kategorie, wo sich bei beiden Mannschaften von JOTA auf den Plätzen eins und drei mit dem Team WRT dazwischen die größten Hoffnungen auf den Klassen-Titel ausrechnen können. Im Qualifying setzte sich der Gesamtführende #28 JOTA mit Ex-DTM-Fahrer Tom Blomqvist am Steuer vor Filipe Albuquerque (United Autosports) und Antonio Felix Da Costa im Schwester-Auto durch.

Titelanwärter WRT kam nicht über den achten Startplatz hinaus, hat beim 6-Stunden-Rennen am Samstag, dem eine Woche später das letzte Rennen mit einer Dauer von 8 Stunden folgt, aber noch alle Möglichkeiten. Das gilt auch für das einzige Damen-Team in der LMP2, Richard Mille Racing rund um Sophia Flörsch. Die 20-Jährige kam im Qualifying nicht über den letzten Platz in der Klasse hinaus, dürfte nach ihrem Erfolg vor einer Woche aber weiter höchst motiviert sein.

Flörsch: Vom ELMS-Podium direkt nach Bahrain

Nach dem DTM-Saisonfinale auf dem Norisring reiste Flörsch weiter zum Finale der European Le Mans Series, wo sie erstmals für das Team Algarve Racing an den Start ging. Zusammen mit dem Österreicher Ferdinand Habsburg (in Bahrain wieder für WRT am Start) und Langstrecken-Veteran Richard Bradley erzielte das Trio den dritten Platz. Mit Flörsch stand erstmals in der Geschichte der ELMS eine Frau auf dem Podium.

"Es war cool, ein Teil des Teams zu sein", sagte die Nachwuchspilotin aus München. "Ich fuhr einen Doppelstint zur Rennmitte. Das Team war glücklich mit meiner Leistung, das macht mich stolz. Für mich war es gut, meine Performance mit anderen Fahrern vergleichen zu können und es war toll, das Auto mit zwei Le-Mans-Siegern zu teilen. Es war cool, auf so einem hohen Level das Podest zu erreichen - mein letztes Podium war 2017 in der Formel 4."

Neuer Teamkollege für Flörsch-Team

In Bahrain kommt es bei Richard Mille zu einer Änderung im Team, weil Stammpilotin Tatiana Calderon wegen einer Überschneidung mit ihrem Engagement in der japanischen Super Formula verhindert ist. Die Kolumbianerin kehrt zum großen Finale in einer Woche, das erstmals in voller Länge im Livestream von RTL+ (ehemals TV Now) und zu Teilen auf RTL Nitro übertragen wird, zurück ins Damen-Team. Für Calderon springt an diesem Wochenende der Franzose Gabriel Aubry ein.

Ebenfalls neu auf dem roten LMP2-Boliden von Richard Mille Racing ist AVL Racing. Das Unternehmen aus Österreich, das unter anderem die Balance of Performance für die DTM erstellt, hat sich in Folge einer Partnerschaft sichtbar auf dem Heckflügel des Fahrzeuges verewigt, das vom Team Signatech betreut wird. Zur Vorbereitung auf die WEC-Rennwochenenden nutzt der französische Rennstall unter anderem Simulations- und Echtzeitanalyse-Software von AVL.

Ellen Lohr, heutige AVL-Motorsportchefin und frühere DTM-Rennsiegerin: "Ich freue mich sehr, dass wir beim Finale der FIA World Endurance Championship in Bahrain mit unserer Marke AVL RACING auch nach außen hin in Erscheinung treten werden, noch dazu in Kooperation mit einem so erfolgreichen Team mit großer Geschichte."

Der rote Renner des Damen-Teams von Richard Mille Racing - Foto: Richard Mille Racing Team, Signatech

GTE-Pro: Porsche legt im Titel-Duell mit Ferrari vor

Wie in den Prototypen-Klassen, geht es auch in der GTE-Pro-Kategorie noch um die Meisterschaft. Ferrari reiste mit 16 Punkten Vorsprung auf Porsche nach Bahrain. Im Qualifying war Porsche-Werksfahrer Kevin Este nicht zu stoppen und stellte den 911 RSR mit der Startnummer #92 auf die Pole Position. Porsche gelang durch Gianmaria Bruni im Schwesterauto sogar eine Doppel-Pole auf dem Bahrain International Circuit. Die Ferrari von AF Corse folgten auf den Plätzen drei und vier.

Für die WM-Zeiten Estre und Teamkollege Neel Jani war es die vierte Pole Position im fünften und gleichzeitig vorletzten Saisonrennen. "Die Plätze eins und zwei sind eine optimale Ausgangsposition", sagte Porsche-Einsatzleiter Alexander Stehlig. "Wir müssen im Rennen alles versuchen, um diese Positionen bis ins Ziel zu halten. Damit würden wir unsere Ausgangslage in der Meisterschaft erheblich verbessern."


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