WEC

WEC-Fan-Umfrage zeigt interessante Ergebnisse auf

Vieles wird in der WEC über die Köpfe der Fans hinweg entschieden. Eine neue Online-Umfrage soll dem entgegen wirken. Die interessantesten Ergebnisse daraus:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - In der WEC werden Fans nicht in die Entscheidungsprozesse miteinbezogen. Das zumindest ist der Eindruck eines irischen Kollegen, der daraufhin in Eigenregie eine Online-Fan-Umfrage startete. Insgesamt haben daran Menschen aus 53 verschiedenen Ländern aus der ganzen Welt teilgenommen. Die Teilnehmer sorgten für interessante und teils überraschende Ergebnisse, die man auch den WEC-Organisatoren Gerard Neveu (Serien-CEO) und Pierre Fillon (ACO-Präsident) zukommen ließ.

Die interessantesten Erkenntnisse der WEC-Fan-Umfrage

1. Fans verfolgen vor allem die LMP1- und die GTE-Pro-Klasse:
Die Fan-Umfrage hat gezeigt, dass gerade die Präsenz von verschiedenen Herstellern einen Reiz auf die Anhänger ausübt. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die beiden Werks-Kategorien LMP1 und GTE-Pro am intensivsten verfolgt werden. 9,0 von zehn Punkten erhielt die höchste Prototypen-Klasse im Durchschnitt, die Grand Tourer kamen auf einen Wert von 7,6. Mit diesen Werten konnten weder die LMP2- noch die GTE-Am-Klasse mithalten. Wohl auch wegen ihres Kunden- und Amateur-Aspekts erhielten diese beiden Kategorien lediglich 6,9 (LMP2) bzw. (GTE-Am) 5,6 Punkte.

Vor allem GTE-Pro und LMP1 interessiert die Fans - Foto: Ferrari

2. Variierende Renndistanzen sind erwünscht:
In Le Mans geht es zwei Mal rund um die Uhr zur Sache, alle anderen Rennen werden über eine Distanz von sechs Stunden ausgetragen. Dabei wünschen sich die Fans nicht nur auf der Strecke Abwechslung, sondern auch bei den Renndistanzen. Die IMSA, die auch von einem Großteil der WEC-Fans verfolgt wird, macht's vor. 24 Stunden in Daytona, 12 Stunden in Sebring, auf der anderen Seite gibt es dafür Rennen, die nur 1:40 Stunden oder 2:40 Stunden dauern. Damit könnten die Organisatoren neue Anreize setzen und die verschiedenen Rennen im Kalender unterschiedlich gewichten.

Das Petit Le Mans wird über eine Renndistanz von zehn Stunden ausgetragen - Foto: Audi

3. Lieber GT3- statt GTE-Am-Fahrzeuge:
Auch in der Frage, ob man statt der GTE-Am-Fahrzeuge nicht lieber GT3-Autos verwenden sollte, orientieren sich die Fans an der IMSA. In der GTLM-Klasse starten Fahrzeuge nach GTE-Reglement, während in der GTD-Kategorie GT3-Boliden startberechtigt sind. Eine Aufteilung, die aus Sicht der WEC-Fans attraktiver wäre. Einige Hersteller bieten auch schon einen GT3-Ableger des GTE-Renners an, wie etwa Ferrari mit dem 488. Außerdem ist die Markenvielfalt im GT3-Sport weitaus höher, unter anderem gibt es hier Fahrzeuge von Mercedes, Audi, Bentley und McLaren. All diese Marken sind nicht in den GT-Klassen der WEC vertreten.

Unzählige Hersteller sind im GT3-Sport dabei - Foto: Vision Sport Agency

4. Spa und Fuji sind nach Le Mans die beliebtesten Rennen:
Die 24 Stunden von Le Mans sind nicht nur das prestigeträchtigste Rennen im gesamten WEC-Jahr, sondern auch das mit Abstand beliebteste. 9,9 von zehn Punkten erhielt der Klassiker an der Sarthe auf der Beliebtheitsskala der Fans. Dahinter rangieren mit deutlichem Abstand auf Platz zwei und drei: Spa mit 9,1 Punkten und Fuji mit 8,0 Punkten! Wenig beliebt hingegen sind die beiden Finalstationen der WEC-Saison 2016: Shanghai (6,0 Punkte) und Bahrain (5,7 Punkte) sind die einzigen Strecken, die im Schnitt weniger als sieben Punkte von den Fans bekamen.

5. Vor allem diese vier Strecken sollten im Rennkalender auftauchen:
Bahrain und Shanghai sollten also am Besten raus aus dem Kalender, doch welche Strecken sollte man dafür aufnehmen? Die meisten Stimmen entfielen mit Abstand auf diese vier Strecken: Monza, Suzuka und Watkins Glen. Dazu wünschen sich viele Fans auch ein WEC-Comeback in Interlagos. Dort trug man bis einschließlich 2014 ein Event aus, ehe das Rennen für die 6 Stunden vom Nürburgring weichen musste. Auch noch hoch im Kurs stehen die Strecken in Montreal, Daytona, Imola und Spielberg.

Mark Webbers Horrorcrash beim WEC-Finale 2014 in Interlagos: (02:19 Min.)

6. Streaming-Service soll ausgebaut werden:
Viele Fans sind auch mit dem Streaming-Service auf der WEC-Seite und der WEC-App nicht ganz zufrieden. Zwar kann man auf ein Live-Feed samt englischem Kommentar, ein paar Onboard-Kameras und ein Live-Timing zugreifen, doch das reicht anscheinend nicht. Die meisten Fans wünschen sich, nicht nur via App, sondern auch auf dem PC oder Laptop sich das Rennen im Replay anschauen zu können.

Damit verbunden verlangen die Fans auch, Zugriff auf das komplette WEC-Archiv seit Bestehen der Serie 2012 zu haben. Auch ein ausgefeilteres Live-Timing haben viele auf der Agenda. Stellt der Streaming-Service die Fans zufrieden, sind sie auch bereit, tiefer dafür in die Tasche zu greifen. Aktuell werden für das Jahres-Abo 34,99 Euro fällig, doch der Großteil würde sich sogar dazu bereit erklären, bis zu 50 Euro jährlich zu zahlen, manche sogar bis zu 75 Euro jährlich.


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