MX/SX - Neuer König von Dortmund heißt Gavin Faith

Aranda verteidigt seinen deutschen SX-Titel

Gregory Aranda konnt seinen ADAC SX Cup-Titel in Dortmund bereits am Freitag verteidigen. Gavin Faith räumte die Siege ab.

Motorsport-Magazin.com - Am vergangenen Wochenende kämpften die Piloten des ADAC SX Cup 2014/2015 in Dortmund an drei Veranstaltungstagen um die letzten Punkte der Serie und die Titel 'König von Dortmund' und 'Prinz von Dortmund'. Insgesamt pilgerten 27.500 Zuschauer in die Westfalenhalle. Der Samstag war restlos ausverkauft.

Zusammenfassung Freitag

Großer Jubel bei Greg Aranda (Sturm Racing-Team): Dem Franzosen reichte beim 32. ADAC Supercross Dortmund ein zweiter Rang im Finale am Freitagabend zum vorzeitigen Titelgewinn im ADAC SX Cup 2014/2015. Damit wiederholte er in der Westfalenhalle 1 seinen Triumph aus dem Vorjahr. Den Tagessieg in der SX1-Klasse holte sich der US-Amerikaner Gavin Faith (Team Waldmann) in souveräner Manier. Die Stimmung zum Kochen brachten kurz vor Mitternacht die sechs Luftakrobaten beim Red Bull Freestyle; unter ihnen der dreifache FMX-Weltmeister Remi Bizouard aus Frankreich und die 17-jährige deutsche Nachwuchshoffnung Luc Ackermann. Eine Dortmund-Premiere gelang dem Neuseeländer Nick Franklin. Er sprang zum ersten Mal eine sogenannte 'California Roll', eine 360°-Drehung um seine eigene Längsachse über dem fliegenden Motorrad.

Gavin Faith ließ nichts anbrennen - Foto: Jan Brucke

Gavin Faith (Team Waldmann), der bereits in den Vorläufen mit starken Leistungen überzeugte, sicherte sich im Finale mit einem deutlichen Vorsprung von 6.172 Sekunden Platz eins. "Was will man mehr", strahlte er nach der Siegerehrung. "Ich habe sowohl meinen Qualifying-Lauf, als auch das Halbfinale gewonnen und war daher zuversichtlich, gut abzuschneiden. Greg in der Meisterschaft noch einzuholen, war fast unmöglich - ich habe mein Bestes gegeben. Jetzt blicke ich mit einem Auge auf den Suzuki Swift, den es für den Königstitel gibt."

Aranda musste sich seinen Triumph im SX-Cup hart erkämpfen, denn sein Start im Finale war alles andere als perfekt. "Den habe ich komplett verpennt", gab der Franzose zu. "Ich war zu sehr darauf konzentriert, ein gutes Ergebnis einzufahren. Zum Glück konnte ich im Rennen viel Boden gutmachen. Dass ich jetzt zum zweiten Mal in Folge Champion im SX-Cup bin - das werde ich erst in ein paar Stunden begreifen. Ich bin echt überwältigt."

Den spannenden Kampf um Platz drei entschied Jace Owen (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki) für sich. Im Rennen über 15 Runden auf dem rund 300 Meter langen Kurs setzte er sich gegen Florent Richier (Team Waldmann) aus Frankreich und den Tschechen Filip Neugebauer (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil) durch. Einen Sieg im Halbfinale errang der Deutsche Dennis Ullrich (Team Castrol Power 1 Suzuki Moto-Base). Im Finale erreichte er nur Rang sieben.

Ich war echt nervös, denn ich wollte das Finale unbedingt erreichen
Gavin Faith

Die SX2-Tageswertung gewann der Franzose Arnaud Aubin (Sturm Racing-Team) mit einem Sieg und einem dritten Rang in den zwei Finalläufen. Platz zwei ging an den Spanier Iker Larranaga Olando (KTM-Kosak Racing), der seinerseits mit einem Sieg im zweiten Heat und Rang vier im ersten Lauf punktete. Das Podium komplettierte mit Thomas Do (Motorrad-Meyer-Racing-Team) ein weiterer Franzose. Bestplatzierter Pilot aus Deutschland war Tom Koch (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki) auf Rang acht. Lokalmatador Niklas Raths (Sturm Racing-Team) schied im ersten SX2-Finallauf nach einem Unfall aus. Der Neusser zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch zu, so dass das Dortmund-Abenteuer für ihn vorzeitig beendet ist.

Zusammenfassung Samstag

Die 'Nacht der Fans', der Samstagabend beim 32. ADAC Supercross Dortmund, war vor ausverkauften Rängen in der Westfalenhalle vom Beginn bis zum Ende ein Highlight. Ein fulminantes Opening, spannungsgeladene Rennaction und atemberaubende Sprünge beim Red Bull Freestyle waren die Zutaten, die den Hexenkessel Westfalenhalle zum Kochen brachten. Im packenden SX1-Finale wiederholte der bestens aufgelegte US-Amerikaner Gavin Faith (Team Waldmann) seinen Sieg vom Vortag. Daneben feierten die Nachwuchs-Crosser Tom Koch (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki), Nikita Kucherov (Team Green Pfeil) und Carl Ostermann (MAOAM Racing Team) großartige Erfolge und wurden von den 10.000 Fans in Dortmund frenetisch gefeiert. Neuer Champion in der ADAC SX Cup SX2-Wertung ist Julien Lebeau (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil).

Die Entscheidung um den Sieg in der SX1-Klasse glich einem wahren Rennkrimi. Der spätere Sieger Faith stürzte im Halbfinale und musste sich über den Hoffnungslauf für den Endlauf qualifizieren. "Ich war echt nervös, denn ich wollte das Finale unbedingt erreichen", sagte er nach der Siegerehrung. "Meine Mechaniker haben alles gegeben, ihnen gebührt der Dank für diesen Erfolg. Ich bin fix und fertig, aber überglücklich. Es läuft, würde ich sagen."

Den Titel im ADAX SX Cup hatte sich der Franzose Greg Aranda (Sturm Racing Team) bereits am Freitagabend gesichert. Im SX1-Finale am Samstag bewies er, dass er nicht nur ein schneller Racer, sondern auch ein Kämpfer ist. In Runde eins geriet er mit Jace Owen (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki) aneinander. Beide fielen bis an das Ende des Feldes zurück und kämpften sich im Verlauf der 15 Runden im Doppelpack an die Spitze zurück. Aranda wurde schließlich Zweiter, Owen Dritter. "Das war echt schade", sagte Aranda. "Aber ich habe nicht aufgegeben - einfach alles gegeben. Morgen werde ich voll angreifen, denn ich will neben dem Titel im SX-Cup auch 'König von Dortmund' werden." Auch Owen war am Ende zufrieden: "Platz drei ist fantastisch!"

Julian Lebeau sicherte sich den Titel in der SX2-Klasse - Foto: Jan Brucke

Der Deutsche Dennis Ullrich (Team Castrol Power 1 Suzuki Moto-Base) startete stark in den Samstagabend. Sieg im Qualifying, Platz zwei im Halbfinale - mit dem zweimaligen Gewinner des ADAC MX Cups, der sich 2013 am Samstagabend in Dortmund in die Siegerlisten eintrug, war zu rechnen. Allerdings konnte der Outdoor-Spezialist mit den Supercross-Assen nicht mithalten. Hinter dem viertplatzierten Mickael Musquin (REMA-Ihle Racing) belegte er am Ende Rang fünf.

Die Westfalenhalle stand schon nach dem zweiten Finallauf der SX2-Klasse Kopf, denn hinter dem Briten Paul Coates (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil), der sich mit einem Sieg und einem zweiten Rang den Tagessieg sicherte, fuhr der Deutsche Tom Koch (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki) zum zweiten Mal in seiner noch jungen Supercross-Karriere zum Podestrang. Der Thüringer belegte in der Endabrechnung mit einem zweiten und einem dritten Platz in den beiden Finalläufen Position zwei. "Ein unglaubliches Gefühl", strahlte Koch. "Die Fans hier in Dortmund sind echt unglaublich. Die großartige Unterstützung pusht zu Höchstleistungen."

Der neue Champion der SX2-Klasse im ADAC SX Cup heißt Julien Lebeau (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil). Der Franzose fuhr hinter seinem Landsmann Thomas Do (Motorrad-Meyer-Racing-Team) in der Tageswertung auf Rang vier und holte sich damit den Siegerpokal. "Das war ein hartes Stück Arbeit, aber ich bin happy, die hart umkämpfte Meisterschaft gewonnen zu haben", sagte Lebeau. "Diesen Sieg widme ich meinem Freund Romain Berthome, der nach einem schweren Unfall bei einem Rennen in Genf nach wie vor im Koma liegt."

Zusammenfassung Sonntag

Der Sonntag ist beim ADAC Supercross Dortmund der Tag der Krönungen. Bei der 32. Ausgabe der Traditionsveranstaltung in der Westfalenhalle war der US-Amerikaner Gavin Faith (Team Waldmann) in der SX1-Wertung nicht zu stoppen und sicherte sich mit drei Tagessiegen den Titel 'König von Dortmund'. Bei den Nachwuchsfahrern in der SX2-Klasse räumte der Brite Paul Coates (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil) ab und ist jetzt für ein Jahr lang 'Prinz von Dortmund'. "Die 32. Auflage unserer Traditionsveranstaltung war ein voller Erfolg", lobte Organisationsleiter Peter Berghoff. "Dortmund hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass die Westfalenhalle zurecht das 'Wohnzimmer des deutschen Supercross' genannt wird." Im nächsten Jahr steht die Schnapszahl ins Haus. Zum 33. Mal jährt sich das ADAC Supercross Dortmund. Vom 8. bis 10. Januar 2016 heißt es dann erneut drei Tage Vollgas in der Westfalenhalle: Packende Rennaction garniert mit spektakulärem Red Bull Freestyle. Der Ticket-Vorverkauf beginnt wie gewohnt Anfang September.

Gavin Faith (Team Waldmann) war in Dortmund das Maß der Dinge. In souveräner Manier dominierte der US-Amerikaner auch den dritten Veranstaltungstag in der SX1-Klasse und ist damit verdient der neue 'König von Dortmund'. Mit Siegen am Freitag, Samstag und Sonntag zieht Faith mit Kyle Chisholm gleich, dem 2010 bislang als einzigem dieses Kunststück gelang. "Das war ein fantastisches Wochenende - mehr geht nicht", jubelte der neue König, als er neben dem mannshohen Pokal seinen neuen Suzuki Swift in Empfang nahm. "Diesen Moment und vor allem auch das fantastische Publikum hier in Dortmund werde ich so schnell nicht vergessen."

Im letzten Jahr habe ich hier mein Debüt gefeiert, jetzt fühle ich mich hier schon fast zu Hause
Jace Owen

Die Podiumsplatzierungen an den drei Veranstaltungstagen waren fest in den Händen von drei Piloten. Neben dem Dominator Faith teilten der neue ADAC SX Cup Champion Greg Aranda (Sturm Racing Team) und Jace Owen (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki) die Plätze zwei und drei unter sich auf. Aranda belegte in der Dortmund-Wertung am Ende Platz zwei, Owen wurde Dritter. "Im letzten Jahr habe ich hier mein Debüt gefeiert, jetzt fühle ich mich hier schon fast zu Hause", sagte Owen. "Für mich steht bereits jetzt fest, dass ich 2016 wieder herkommen möchte, um dann am Ende ganz oben auf dem Podium zu stehen."

Paul Coates (Monster Energy Kawasaki Elf Team Pfeil) ist der neue 'Prinz von Dortmund'. Nach einem mittelmäßigen Start am Freitagabend steigerte sich der Brite an den folgenden zwei Tagen und holte sich am Ende mit zwei Laufsiegen die begehrte Nachwuchs-Trophäe. Vor Freude strahlend streckte er bei der Siegerehrung den riesigen Pokal in die Höhe. "Das ist für mich ein großartiger Erfolg", sagte der Brite. "Ich bin zum Finale der Supercross Saison aus der SX1-Klasse in die SX2 zurückgewechselt - der Wechsel hat sich voll und ganz ausgezahlt. Schließlich starte ich auch in den USA in der kleinen Klasse. Das Publikum in der Westfalenhalle war einfach der Wahnsinn und ich möchte mich bei allen bedanken, die mir zugejubelt haben."

Der Titel 'Prinz von Dortmund' ging an Paul Coates - Foto: Jan Brucke

Bestplatzierter Deutscher in der Dortmund-Wertung ist Tom Koch (stielergruppe.mx Johannes-Bikes Suzuki). Mit zwei Podestplätzen am Samstag und Sonntag belegte der Thüringer am Ende Platz vier. "Ich bin im Supercross noch ein absoluter Neuling, aber hier in Dortmund hab ich mich außerordentlich wohl gefühlt", sagte Koch. "Mein Ziel war, mich an allen Tagen für das Finale zu qualifizieren. Mit zwei Podesträngen hätte ich nie im Leben gerechnet."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter