Motorsport

Nach dem Unfall: Billy Monger gibt Formel-Comeback in F3

Billy Monger verlor durch einen fatalen Unfall vor zehn Monaten beide Unterschenkel. Jetzt hat er sich nach dem Crash zurückgekämpft: erster Formel-3-Test.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Er hat es wirklich geschafft: Billy Monger ist zurück! Der junge Brite, der vor rund zehn Monaten durch einen furchtbaren Crash beim Finale der britischen Formel 4 in Donington beide Unterschenkel verloren hatte und seitdem im Rollstuhl sitzt, pilotierte jetzt erstmals seit diesem schrecklichen Unfall wieder einen Formel-Rennboliden.

Mit Carlin testete Monger im Oulton Park einen Formel-3-Boliden. "Vor ein paar Monaten hätte ich das nicht für möglich gehalten. Es liegt noch ein langer Weg vor mir, aber das Ziel kommt näher. Danke an Carlin Racing, dass ihr den heutigen Tag ermöglicht habt", kommentiert Monger seine Rückkehr ins Formel-Auto.

Billy Monger will wieder Rennen fahren

Mit dem genannten Ziel meint Monger das Comeback nicht nur bei Testfahrten, sondern im regulären Rennbetrieb, etwa in der britischen Formel 3 oder bei den 24 Stunden von Le Mans. Genau dafür macht ihm Carlin Mut. "Du hast einen tollen Job gemacht! Wir sind stolz, Teil deiner Reise zu sein und hoffen, dich 2018 zusammen mit uns im Grid der britischen Formel 3 zu sehen?!", so das Team.

Monger erntete für seine Rückkehr einmal mehr viel Zuspruch und Hochachtung aus der Rennfahrer-Gemeinde. "Genau so macht man das! Gib niemals auf. Respekt", richtete Formel-E-Leader Jean-Eric Vergne aus. Formel-1-Pilot Romain Grosjean schickte einen virtuellen Applaus an den 18-jährigen Monger. Auch Weltmeister Lewis Hamilton schrieb an Monger: "Ich bin stolz auf dich!" Im vergangenen Jahr hatte der Brite Monger nach Silverstone eingeladen. Die Aktion ist für den Laureus Sporting Moment of the Year Award nominiert.

Billy Mongers Kampf für seine Rückkehr

Im Winter hatte Monger gemeinsam mit der FIA und dem britischen Motorsportverband daran gearbeitet, eine Regel abzuschaffen, die es körperlich eingeschränkten Fahrer verbietet, an Singe-Seater-Rennen teilzunehmen.

Horror-Unfall in britischer Formel 4: (00:58 Min.)

Zurück ins Auto gestiegen war Monger schon vor dem F3-Test: Bereits im Juli war der Brite in einem Fun Cup unterwegs gewesen, um seine Rennlizenz zurückzuerhalten. Seitdem testete er regelmäßig im Carlin-Simulator. Bei diesem wie auch dem aktuellen Test nutzte Monger ein spezielles Lenkrad, um mit den Händen Bremsen und Gas geben zu können.


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