Motorsport

Flörsch schrammt knapp an schlimmem Crash vorbei

Schutzengel bei Beinahe-Crash mit SUV. Jugendlicher Leichtsinn führt danach auch noch zu einer hohen Geldstrafe:
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Beinahe mit mehr als Tempo 100 in ein Strecken-Fahrzeug gekracht. Im Adrenalinrausch blauäugig ein Video im Internet in Umlauf gebracht. Und am Ende dafür eine saftige Geldstrafe bekommen. Formel-Talent Sophia Flörsch ließ an einem turbulenten Rennwochenende in Oschersleben kein Fettnäpfchen aus. Der finanzielle Aderlass ist das deutlich kleinere Übel, wenn man sich vor Augen führt, wie schlimm jener Zwischenfall enden hätte können.

Schrecksekunde: F4-Talent Sophia Flörsch rast beinahe in ein Streckenfahrzeug: (00:18 Min.)

Doch alles der Reihe nach: Im ersten Training der ADAC Formel 4 wurden am Freitag nach einem Unfall Rote Flaggen geschwenkt. Für die Nachwuchspiloten der F4 bedeutet das, die Geschwindigkeit ihrer Boliden soweit zu verringern, um jederzeit auf der Strecke anhalten zu können - vor havarierten Fahrzeugen, Wrackteilen oder eben Streckenfahrzeugen.

Wie in einem Video zu sehen ist, hielt Flörsch aber eine Geschwindigkeit im dreistelligen Bereich und war damit deutlich zu schnell unterwegs. Als ein Streckenfahrzeug den Kurs kreuzt, kann die junge Pilotin einem Zusammenstoß nur knapp ausweichen. So weit, so gut - und zum Glück endete dieser Vorfall glimpflich.

Video bringt erst richtig Ärger

Weiteren Ärger handelte sich Flörsch allerdings am Freitagabend ein, als sie ein Onboard-Video des Vorfalls auf ihren Social-Media-Kanälen teilte. Die Quelle dieses Videos war die "Incident Camera" ihres Boliden. Diese Kameras sind an allen Autos angebracht und eigentlich dazu gedacht, der Rennleitung in strittigen Situationen zusätzliche Perspektiven für ein eventuelles Urteil zu ermöglichen.

Die Kameras speichern ihre Daten auf einer herkömmlichen SD-Karte ab, die von den Teams selbst jederzeit ausgelesen werden kann. Nun aber der Haken: Das Sichten des Materials ist erlaubt, nicht jedoch das Veröffentlichen ohne vorherige Zustimmung des Formel-4-Veranstalters ADAC. Diese Vorgehensweise ist im Sportlichen Reglement eindeutig vorgeschrieben. Diese Zustimmung holten Flörsch und ihr Team nicht ein.

Der Fall kam daher am Samstagvormittag vor das DMSB-Sportgericht, das die Befugnis über Strafen für die Fahrer der Formel 4 hat. Flörsch wurde dort mit einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro belegt, weil sie das Videomaterial unerlaubt veröffentlich hatte. Zudem wurde sie mit einem Wertungsausschluss belegt - dieser wurde allerdings auf Bewährung ausgesetzt. In den Mittagsstunden twitterte Flörsch von einer Strafe in Höhe von 20.000 Euro. Offiziell bestätigt sind bislang aber nur 5.000 Euro.


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