Motorsport / Kolumne

Ellen Lohr: Es hätte gut ausgehen können

Nachdem sie trotz Kupplungsproblemen in Lauf 1 am Sonntag noch auf Rang 15 fuhr, musste Ellen Lohr im zweiten Rennen aufgeben.
von Ellen Lohr

Motorsport-Magazin.com - Zolder ist zwar immer eine rennsportliche Reise wert, gemessen an den bisherigen Truck EM Veranstaltungen vom Drumherum aber eher bescheiden. Alles in allem wird Belgien sicher nicht den Pokal für die beste Organisation des Jahres bekommen... Das Racing hier ist aber immer spannend, was natürlich an der Streckenauslegung liegt. Es gibt noch Schikanen! Und da muss ich ein Ausrufezeichen dahinter setzen, denn diese Art Kurvenkombinationen sind in der Zwischenzeit tatsächlich Mangelware auf internationalen Rennstrecken. Grundsätzlich verströmt Zolder auch im Fahrerlager einen recht angestaubten Charme, aber die Strecke an sich ist, wie gesagt, richtig klasse.

Dementsprechend gibt es auch heute wieder viel Action in beiden Tagesrennen. Ich bringe im ersten Lauf einen 15. Rang heim und dass, obwohl ich die letzten vier Runden mit einer nachlassenden Kupplung zu kämpfen habe. Beim Start zum zweiten Tageslauf erwische ich es dann richtig gut und bin zwischenzeitlich 11. Meine beiden Hauptwidersacher vom gestrigen Tage kann ich dabei beide in wirklich netten Überholmanövern niedermachen und für drei Runden sieht es auch so aus, als ob ich, mit viel Kampf, die Position halten könnte. Dann fängt aber leider die Kupplung an zu rutschen und zwar so massiv, dass ich in der Box aufgeben muss. Schade, das hätte gut ausgehen können. Zwischen dem ersten und zweiten Lauf hatten meine Jungs mit unserem Baby einiges zu tun, denn beim Start war ich zwischen Betonmauer links und Vojtisek rechts geraten und unser Mercedes Truck hat dabei ein paar Blessuren abbekommen. Außerdem gab's noch einen Riss in einer der vorderen Bremsscheiben und so ein Wechsel ist auch nicht in fünf Minuten erledigt. Schade also, dass am Ende nicht mehr für uns rausgekommen ist.

In der Meisterschaft hat sich am Wochenende ein Vorsprung für Jochen Hahn ergeben, vielleicht sogar vorentscheidend in seinem Dauerkampf um die Meisterschaft mit dem Spanier Albacete. Den dritten Rang wird am Ende wohl ein Renault für sich verbuchen, wobei sich hier in Zolder Adam Lacko in der Gesamtwertung an seinem Teamkollegen Östreich vorbei gefahren hat.

Die nächsten anderthalb Wochen heißt es nun volles Programm, denn der nächste Lauf in Jarama ist bereits in 14 Tagen und danach geht es direkt von Spanien nach Frankreich (Le Mans) zum Saisonfinale. Was also jetzt nicht erledigt wird, wird wohl auch nicht bis zum Finale der Meisterschaft umgesetzt, insofern werden die Lichter in der Werkstatt in Nürtingen die nächsten Tage wohl eher selten ausgehen.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video