Formula Student - Zwei Vereine, ein Team

Teamvorstellung - Hochschule Regensburg

An der Hochschule Regensburg werden jedes Jahr zwei Formula-Student-Boliden gebaut. Die Teams stellen sich vor.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Der Grundstein für die Formula Student wurde bereits im Jahr 2006 gelegt. Statt beim Public Viewing die Weltmeisterschaft im eigenen Land zu feiern hatte eine kleine Gruppe engagierter und motivierter Studenten eine Vision: Sie wollten ein eigenes Auto für die Formula Student bauen. Dazu gründen sie den Dynamics e.V. und setzten von nun an alles daran, ihren Traum zu verwirklichen. Mit Erfolg: Beim ersten Start bei der Formula Student Germany in Hockenheim erringen die Jungingenieure mit dem Titel 'Bester Newcomer' mehr als nur einen Achtungserfolg.

Das Auto war ein absoluter Hingucker. Es hätte noch mehr gekonnt, als die Ergebnisse gezeigt haben, aber die Zuverlässigkeit war neben dem Gewicht eine Schwäche.
Stephen Drindl

Seit dem ersten Start ist viel passiert in Regensburg. Inzwischen wird das sechste Fahrzeug mit herkömmlichem Verbrennungsmotor fertiggestellt, das beim Rollout am 04. Juni 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Doch der Dynamics e.V. ist nicht mehr alleine an der Hochschule Regensburg. Nachdem 2009 die Rennserie Formula Student Electric ins Leben gerufen wurde, entschlossen sich die Studenten dazu, zukünftig auch ein elektrisch betriebenes Fahrzeug zu bauen.

Deshalb gibt es seit 2010 den regenics e.V., der bereits zwei Boliden bei internationalen Events an den Start brachte. Der regenics e.V. war es auch, der 2012 ein neues Zeitalter der Formula Student in Regensburg einleitete. Erstmals wurden mit einem Hybridchassis aus Monocoque und Heckrahmen gefahren. Von den gemachten Erfahrungen soll in dieser Saison auch der Verbrenner profitieren, für den 2013 ebenfalls eine neue Zeitrechnung beginnt. Die Monocoques für den unmittelbar bevorstehenden Rollout wurden bereits in Zusamenarbeit mit der Firma Wethje, die viel Know-How aus dem Rennsport miteinfließen lassen konnten, gefertigt.

Optisch war der RP12c mehr als gelungen - Foto: Christian Menath

Beide Vereine sind seit ihren Gründungen kräftig gewachsen. Gemeinsam bringe sie es auf rund 80 aktive Mitglieder. Für die Mannschaft des Verbrennerfahrzeugs des letzten Jahres, des RP12c, verlief die vergangene Saison durchwachsen. Stephen Drindl, Team Manager der Saison 2013 erinnert sich: "An sich verlief es ganz gut, die Ergebnisse waren nicht schlecht. Leider waren Organisation und statische Events nicht ganz perfekt, aber an dieser Schraube haben wir in dieser Saison kräftig gedreht." Aus technischer Sicht verlief 2012 für den Dynamics e.V. ebenfalls zweigeteilt. "Das Auto war ein absoluter Hingucker. Es hätte noch mehr gekonnt, als die Ergebnisse gezeigt haben, aber die Zuverlässigkeit war neben dem Gewicht eine Schwäche", so Drindl weiter.

Auch 2013 vertraut das Team auf Reifen von Continental - Foto: Christian Menath

Über Gewichtsprobleme konnten ihre Kollegen mit dem Elektro-Auto nicht klagen. Im Vergleich zum Vorjahr konnten sie das Gewicht beim RP12e um fast 100 Kilogramm senken. Neben den neuen Akkumulatoren ist dieser Quantensprung auch dem erstmals im Einsatz gewesenen Monococque zu verdanken. Am Anfang der Saison machte den Studenten noch die Leistungselektronik ihres Boliden zu schaffen, im weiteren Verlauf konnten diese aber gelöst werden und so steht heute ein starker 15. Rang in der Weltrangliste für Elektro-Autos. Zwischenzeitlich hatte der regenics e.V. sogar den elften Rang inne.

Durch die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern stand die Zukunft beider Teams lange Zeit in den Sternen. Der Staat möchte aber den Ausfall kompensieren und somit sind beide Projekte gesichert. Bevor die neue Saison startet, testen beide Teams ihre neuen Boliden und die neue Generation der Continental-Reifen auf Flug- und Parkplätzen. Bei Workshops und Vorbereitungsevents von Bosch Engineering wird dann der letzte Feinschliff vorgenommen, ehe regenics und Dynamics zu Events nach Silverstone und Barcelona fahren. Für das Verbrenner-Team steht zusätzlich das Heim-Event in Hockenheim auf dem Programm, das E-Team kämpft in Tschechien und Österreich um zusätzliche Punkte für die Weltrangliste.


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