Formula EM

Formula European Masters abgesagt: Zu wenig Fahrer

Ein bitterer Tag für den Nachwuchs-Formelsport: Die Nachfolgeserie der Formel-3-Europameisterschaft kommt nicht zustande.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Es hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: Das Formula European Masters wird 2019 nicht zustandekommen. Das gaben die Offiziellen der geplanten Nachwuchsserie, die aus der Formel-3-Europameisterschaft hervorgegangen wäre, an diesem Freitagnachmittag offiziell bekannt.

Der Grund für die Absage der Rennserie, die im Rahmenprogramm der DTM hätte antreten sollen: zu wenige Teilnehmer. Bis jetzt hatten sich erst fünf Fahrer für das Formula European Masters eingeschrieben. Als Teams hatten Motopark aus Oschersleben, Van Amersfoort Racing und das britische Fortec Motorsport zugesagt.

"Für den europäischen Nachwuchssport ist das heute ein sehr trauriger Tag", so Walter Mertes, Geschäftsführer der Formel 3 Vermarktungs GmbH. "In einem schwierigen europäischen Wettbewerbsumfeld entfallen zu wenige Fahrer auf zu viele verschiedene Serien. Das kann man nur mit extremem finanziellen Aufwand ausgleichen. Das können und wollen wir unseren Teams nicht zumuten."

Dabei hatten sich die Betreiber der Rennserie, wohlwissend um die schwierigen Bedingungen, zuletzt ins Zeug gelegt. Die in der Formel-3-EM herrschenden Testbeschränkungen wurden aufgehoben, außerdem hätten die Bestplatzierten weiterhin die wichtigen Punkte für die FIA-Superlizenz gesammelt. Der Meister hätte einen Test in der japanischen Superformula erhalten und auch von einem Gaststart in der DTM war zuletzt die Rede.

Das seit vielen Jahren erfolgreich in der Formel 3 engagierte Team von Frits van Amersfoort schrieb auf Twitter: "Ein schwarzer Freitag, würden wir sagen. Unsere geliebte #realF3 Serie, die den neuen niederländischen Nationalhelden Max Verstappen und viele, viele andere Fahrer hervorgebracht hat, ist tot. Wir melden uns bald mit unseren neuen Plänen zurück."

Zu den unschuldigen Opfern der Absage zählt auch Sophia Flörsch. Die 18-Jährige testete zuletzt für Van Amersfoort Racing und hatte geplant, die Saison mit dem niederländischen Rennstall zu bestreiten. "Ich hoffe, dass sich noch möglichst viele Fahrer einschreiben", sagte Flörsch Anfang März im Interview mit Motorsport-Magazin.com.

Da hatte sich schon länger abgezeichnet, dass die Serie in Schwierigkeiten geraten könnte. Wie es für Flörsch und die Teams nach der Masters-Absage weitergeht, ist aktuell offen. Eine Alternative wäre die EuroFormula Open oder die neu gegründete Formula Regional European Championship, in der 2019 unter anderem David Schumacher, der Sohn des früheren Formel-1-Fahrers Ralf Schumacher, an den Start gehen wird.

2018 hatte die Formel-3-Europameisterschaft international großes Aufsehen genossen: Mick Schumacher setzte sich dank einer überragenden zweiten Saisonhälfte gegen Dan Ticktum durch und sicherte sich den Titel. Anschließend stieg der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher in die Formel 2 auf, die im Rahmen der Formel 1 gastiert. Ebenso wie die neue FIA Formel 3, die aus der GP3-Serie hervorgegangen ist.

Das Formula European Masters hätte die Rolle der F3-Europameisterschaft einnehmen sollen, um auch in Zukunft nationalen Formelsport auf diesem Niveau zu ermöglichen.

F3-Euroserie/Formel-3-Europameisterschaft: Top-3 der Jahre im Überblick

Jahr Meister 2. Platz 3. Platz
2003 Ryan Briscoe Christian Klien Olivier Pla
2004 Jamie Green Alexandre Prémat Nicolas Lapierre
2005 Lewis Hamilton Adrian Sutil Lucas di Grassi
2006 Paul Di Resta Sebastian Vettel Kohei Hirate
2007 Romain Grosjean Sebastien Buemi Nico Hülkenberg
2008 Nico Hülkenberg Edoardo Mortara Jules Bianchi
2009 Jules Bianchi Christian Vietoris Valtteri Bottas
2010 Edoardo Mortara Marco Wittmann Valtteri Bottas
2011 Roberto Merhi Marco Wittmann Daniel Juncadella
2012 Daniel Juncadella Pascal Wehrlein Raffaele Marciello
2013 Raffaele Marciello Felix Rosenqvist Alex Lynn
2014 Esteban Ocon Tom Blomqvist Max Verstappen
2015 Felix Rosenqvist Antonio Giovinazzi Jake Dennis
2016 Lance Stroll Max Günther George Russell
2017 Lando Norris Joel Eriksson Max Günther
2018 Mick Schumacher Dan Ticktum Robert Shwartzman

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