Formel E

Zum 50. Formel-E-Rennen: Top-10 der heftigsten Unfälle

Die Formel E sorgte in ihren bisherigen 49 Rennen für ordentlich Kleinholz. Zum 50. ePrix blicken wir auf die zehn aufsehenerregendsten Crashes zurück.
von Philipp Moser

Motorsport-Magazin.com - An diesem Sonntag, 10. März 2019 startet die Formel E in Hongkong zum 50. ePrix ihrer Geschichte (09:00 Uhr MEZ live auf Eurosport). In den bisherigen 49 Rennen seit 2014 sorgten immer wieder Kollisionen und Unfälle für Schlagzeilen. Motorsport-Magazin.com blickt zurück auf die die Top10 der spektakulärsten Crashes in der jungen Historie der rein-elektrischen Formelserie.

#10: Teaminternes Techeetah-Gerangel

Beim Santiago ePrix 2018 startete Techeetah-Pilot und späterer Champion Jean-Eric Vergne von der Pole Position, während Teamkollege André Lotterer von Platz 4 ins Rennen ging. Zur Rennhalbzeit hatte sich Lotterer auf den zweiten Platz nach vorne gearbeitet und griff sogar nach dem Sieg - und das äußerst beherzt. Vier Runden vor Schluss rauschte Lotterer plötzlich Vordermann Vergne am Ende der langen Geraden ins Heck! Beide Autos vereilten kurzzeitig ineinander, Mmt viel Glück blieben sie auf der Strecke - und Techeetah erzielte überraschend den ersten Doppelsieg eines Teams in der Formel E.

Formel E: Techeetah-Crash in Santiago: (02:35 Min.)

#9: Vergne rückwärts zur Pole Position

Die Superpole zum Saisonauftakt 2017/18 in Hongkong war eine der engsten Quali-Entscheidungen in der Formel-E-Geschichte. Sam Bird und Nick Heidfeld fuhren je eine 1:03,5 und lagen nur zwei Tausendstel-Sekunden auseinander. Als Jean-Eric Vergne auf seine schnelle Runde ging, wurde es noch enger und komplett verrückt! Der Franzose touchierte in der letzten Kurve die Mauer und drehte sich bei hohem Tempo. Die Ziellinie überquerte er dadurch rückwärts - tortzdem reichte es mit wenigen Tausendsteln Vorsprung zur Pole.

Formel E: Vergne trotz Dreher auf Pole: (01:36 Min.)

#8: Mahindra-Crash in Mexiko

Wenige Runden vor Schluss kämpfte Nick Heidfeld beim Mexiko ePrix 2017 um einen guten Punkterang, als Renault-Pilot Nico Prost ihn in der Stadion-Sektion umdrehte. In den stehenden Heidfeld krachte zuerst Mitch Evans und dann auch noch Teamkollege Felix Rosenqvist. Während Evans das Rennen in den Punkten beenden konnte, blieben die beiden Mahindra-Renner punktlos. In der Renault-Pressemitteilung nach dem Rennen hieß es, dass Prost der Kollision knapp entgehen konnte. Nick Heidfeld bezeichnete dies als "alternative Wahrheit"...

Formel E: Mahindra-Crash in Mexiko: (01:44 Min.)

#7: Auf drei Rädern ins Ziel

Beim Paris ePrix 2018 hätte Techeetah fast den nächsten Doppelsieg geholt. Während Vergne das Rennen souverän anführte, musste Lotterer im Kampf um Platz zwei mit seiner Energie haushalten. Wenige Kurven vor dem Ende ging dem Deutschen dann komplett der Saft aus und er rollte in Richtung Ziellinie. Während Lucas di Grassi im Audi gerade noch ausweichen konnte, fuhr Sam Bird dem Techeetah-Piloten voll ins Heck und sorgte so für ein spektakuläres Bild, als er sich mit nur drei Rädern als Dritter über die Ziellinie schleppte.

Formel E: Bird nach Unfall auf drei Rädern ins Ziel: (01:39 Min.)

#6: Birds Boxengassen-Drama

Beim Auftakt der Formel-E-Saison 2017/18 in Hongkong spielte die Boxengasse eine entscheidende Rolle. Sam Bird kam in Führung liegend zum Fahrzeugwechsel, verpasste aber aufgrund des rutschigen Untergrunds die Einfahrt zu seinem Team-Zelt. Dabei traf der Brite beinahe einen Teammitarbeiter, der sich in allerletzter Sekunde mit einem Hechtsprung retten konnte. Bird wurde nachträglich eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Nicht aber wegen der gefährlichen Situation, sondern weil er sein Auto vor anstatt im Zelt geparkt hatte!

Formel E: Bird heikler Boxengassen-Moment: (00:56 Min.)

#5: Piquet fliegt über Vergne

Der Mexiko ePrix 2019 wurde nach einer heftigen Kollision zwischen Jean-Eric Vergne und Nelson Piquet für geschlagene 26 Minuten unterbrochen. Doch was war passiert? Piquet wollte vor der letzten Schikane an Vergne vorbeiziehen, der Franzose verzögerte aber früher als Piquet es erwartet hatte. So flog Piquet im Jaguar spektakulär über den Techeetah von Vergne und räumte auch noch den BMW von Alexander Sims ab, bevor er schließlich in die Mauer krachte. Vergne sah die Schuld bei Piquet, der seiner Meinung einfach zu spät gebremst habe. Piquet schob dagegen Vergne die Schuld in die Schuhe. Die Rennleitung sprach am Ende keine Strafe aus.

Formel E: Flugeinlage in Mexiko - Piquet crasht spektakulär: (04:26 Min.)

#4: Quali-Abflug von Buemi

Vor den letzten beiden Rennen der Formel-E-Saison 2016/17 in Montreal kämpfte Sebastien Buemi mit Lucas di Grassi um den Titel. Das Wochenende fing für für den Renault-Piloten aber denkbar schlecht an. Im Training touchierte Buemi bei hohem Tempo die Innenmauer der schnellen Schikane. Dabei brach die Radaufhängung und so knallte er ungebremst in die Mauer. Da das Auto nicht rechtzeitig zur Qualifikation repariert werden konnte, musste Buemi den Montreal ePrix von ganz hinten in Angriff nehmen. Der Titel ging am Ende an Konkurrent di Grassi.

Formel E: Quali-Crash von Buemi: (01:24 Min.)

#3: Titelentscheidung nach Startcrash

Schon in der Saison 2015/16 kämpften di Grassi und Buemi um den Formel-E-Titel. Beim Finale in London startete Buemi vor seinem Teamkollegen Prost von der ersten Position. Auf Rang drei lauerte Titelrivale di Grassi. Beim Anbremsen zur ersten Kurve rauschte der Audi-Pilot Vordermann Buemi ins Heck! Hatte di Grassi zu spät gebremst, oder der Schweizer zu früh? Bis heute sind sich die Piloten über die Schuldfrage uneins. Beide wechselten nach dem Crash ins zweite Fahrzeug, um zu versuchen, sich die schnellste Rennrunde und die damit verbundenen Bonuspunkte zu sichern - die immerhin die Titelentscheidung ausmachten! Buemi fuhr in einem späten Kraftakt die schnellste Runde und holte damit die Meisterschaft.

Formel-E-Final-Drama in London: di Grassi und Buemi crashen: (00:43 Min.)

#2: Massencrash in Monaco

2015 startete die Formel E in Monaco. Dort wurde nicht auf dem F1-Kurs, sondern auf einer verkürzten Variante gefahren. Anstatt nach St. Devote den Hügel hoch zu fahren, ging es direkt bergab in Richtung Hafenschikane. Beim Rennstart sorgte genau diese Stelle für einen spektakulären Crash. Nico Prost kollidierte mit Daniel Abt, Bruno Senna stieg über den Audi von Abt und überschlug sich beinahe. Dahinter krachte noch ein halbes Dutzend Fahrer in die Unfallstelle. Glücklicherweise kam bei der Massenkarambolage niemand zu Schaden.

Mega-Crash in Monaco: (02:00 Min.)

#1: Heidfeld-Überschlag in Peking

Den spektakulärsten Crash in der Geschichte der Formel E gab es schon beim allerersten Rennen der Elektro-Serie. Nico Prost führte den Peking ePrix 2014 an, doch Nick Heidfeld saß dem Franzosen dicht im Nacken. Vor der letzten Kurve wagte Heidfeld den Angriff und zog neben Prost. Der realisierte die Situation zu spät und fuhr dem Venturi-Piloten in die Seite. Heidfeld verlor die Kontrolle und wurde am Randstein ausgehebelt, so dass er in großer Höhe in den Fangzaun einschlug. Später sagte der frühere Formel-1-Fahrer über den Abflug: "Etwas Besseres als so ein spektakulärer Unfall hätte der Formel E im ersten Rennen nicht passieren können."

Horror-Crash von Nick Heidfeld in Peking: (03:28 Min.)


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