Andrea Kimi Antonelli ist im Moment der Shootingstar der Formel 1. Mit nur 19 Jahren ist er der jüngste Fahrer in der Geschichte der Königsklasse, der die WM anführt und nach seinen zwei Siegen auch der erste Italiener, dem diese Kunststück seit über 70 Jahren gelang. Ob er sich tatsächlich im Titelkampf gegen Teamkollege George Russell behaupten kann, steht auf einem anderen Blatt, aber derzeit deutet nach einer durchwachsenen Rookie-Saison 2025 alles darauf hin, dass sich das Vertrauen von Mercedes in den Teenager ausgezahlt hat.
Schon 2019 war er im Alter von gerade einmal zwölf Jahren offiziell Mitglied des Juniorteams bei der Mannschaft von Toto Wolff geworden. Dass Wolff schon so früh auf ihn aufmerksam wurde, hat Antonelli vor allem einer Rennfahrer-Dynastie zu verdanken, die jahrzehntelang in der Formel 1 aktiv war. "Es begann alles dank der Minardi-Familie", sagte Antonelli gegenüber der BBC.
So brachte Minardi Antonelli zu Mercedes
"Sie haben Toto eine Nachricht über mich geschrieben und so hat Toto Interesse entwickelt." Ende 2018 besuchte deshalb Mercedes-Juniorteam-Chef Gwen Lagrue ein Rennwochenende von Antonelli und überzeugte sich dort offenbar auch von Antonellis Potenzial.
Giovanni Minardi, Sohn des legendären F1-Teamgründers Gian Carlo Minardi, war derjenige, dem Antonellis Kart-Talent so ins Auge stach, dass er den Kontakt zu Mercedes suchte. Gegenüber dem italienischen Medium 'Ravenna e Dintorni' erklärte er, dass er schon lange vor Antonellis Aufstieg in den Mercedes-Nachwuchs auf ihn aufmerksam wurde. "Ich sah ihn im August 2014 in Sarno während des vom italienischen Verband organisierten Summer-Camps", so Minardi.
"Ich hatte sofort den Eindruck, dass er etwas mehr hatte, als alle anderen: Innerhalb von zwei Runden fuhr er den Streckenrekord, ohne die Strecke zuvor jemals gesehen zu haben. Damals war er erst acht Jahre alt, wirkte aber als ob er schon seit Jahrhunderten Rennen fahren würde", erinnert er sich.
Giovanni Minardi: "Haben auch mit Ferrari verhandelt"
Minardi, der die Karrieren einer Reihe von Rennfahrern managt, war zeitweise auch als Sportdirektor für das Rennteam von Antonellis Vater Marco tätig, und war deshalb auch Teil der Gespräche, um den Einstieg in ein Juniorprogramm. Mercedes sei dabei aber nicht die erste Anlaufstelle gewesen. "Es gelang uns, ihn zu Mercedes zu bringen, nachdem wir auch schon mit Ferrari verhandelt hatten", so Minardi. "Wir trafen die Entscheidung gemeinsam mit der Familie, überzeugt vom Projekt des deutschen Herstellers."
Antonelli selbst erinnert sich noch genau an den Moment, in dem er ins Nachwuchsprogramm kam. "Das war ein unglaublicher Moment. Ich erinnere mich, dass ich mit meinem Vater im Auto saß und wir einen Anruf von Toto erhielten. In diesem Anruf ging es darum, mich in das Programm zu bekommen. Das war sehr besonders", erzählt der nun zweifache Grand-Prix-Sieger.
Sein Vater ist als Besitzer eines Rennteams in der italienischen Formel-4 und GT-Meisterschaft auch der Grund, warum Kimi überhaupt zum Motorsport kam. Obwohl dieser ursprünglich nicht gewollt habe, dass sein Sohn den Karrierepfad zum Rennfahrer einschlägt. "Er weiß, wie unglaublich Motorsport sein kann, aber auch wie brutal es sein kann", so Antonelli. "Er wollte mich vor diesen schwierigen Momenten schützen. Aber als er sah, wie viel Leidenschaft ich für den Sport hatte, verstand er wahrscheinlich, dass ich ein Rennfahrer werden würde."
Ein professioneller Rennfahrer, das ist Andrea Kimi Antonelli als Formel-1-Pilot zweifelsohne. Ob er auch ein Weltmeister werden kann, das könnten schon die nächsten acht Monate zeigen. Anfang Mai geht die Formel-1-WM mit dem Miami-GP in ihre nächste Runde. Hier findet ihr alle Termine im Rennkalender:



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