Formel 1

Michael Schumacher: 5 Jahre nach dem Skiunfall - Alle Infos

Michael Schumacher verunglückte vor fünf Jahren beim Skifahren schwer. Was seither passiert ist und was heute über seinen Gesundheitszustand bekannt ist.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Der 29. Dezember 2013 ist für Motorsportfans wie der 11. September 2001. Jeder weiß noch genau, was er machte, als er von Michael Schumachers Skiunfall erfuhr. Dabei gingen viele bei der ersten Nachricht noch von einem kleinen Malheur aus, erst nach und nach wurde das gesamte Ausmaß der Katastrophe klar.

Exakt fünf Jahre ist es nun her, dass Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher beim Skifahren in den französischen Alpen so schwer verunglückte. Fünf Jahre oder 1816 Tage, in denen die Formel-1-Welt mit ihrem Idol und dessen Familie bangten.

Seit jeher ist Schumacher ein passionierter Skifahrer, viele erinnern sich noch an Ferraris traditionelle Saisonauftakte in Madonna di Campiglio, wo der Kerpener gerne zeigte, wozu er auch im Schnee zustande ist. Auch an diesem verhängnisvollen 29. Dezember, einem Sonntag, geht Schumacher seinem Hobby nach.

Hier ereignete sich der Unfall: Im Skigebiet von Mirbel - Foto: adrivo Sportpresse GmbH

Gemeinsam mit Sohn Mick fährt Michael Schumacher an jenem Tag im idyllischen Skiort Meribel. Gegen 11:00 Uhr passiert, was das Leben der Familie für immer verändern sollte. Abseits der markierten Piste stürzt Schumacher, landet mit dem Kopf auf einem Felsen.

Schumachers Gesundheitszustand wird kritisch

Obwohl er beim Sturz einen Helm trägt, merken die Ersthelfer schnell, dass etwas nicht stimmt. Schumacher ist bei Bewusstsein, macht aber einen verwirrten Eindruck. Gegen 11:50 Uhr trifft ein Rettungshubschrauber an der Unfallstelle ein. Auf dem Weg ins Krankenhaus kommt es zu Komplikationen, der Hubschrauber muss notlanden, Schumacher intubiert werden.

Spätestens jetzt ist klar, wie kritisch der Zustand Michael Schumachers ist. Die Ärzte erkennen: Schumacher schwebt in Lebensgefahr. Vom Provinzkrankenhaus in Albertville-Moutiers wird er in die Universitätsklinik von Grenoble geflogen. Dort trifft der Rekordweltmeister gegen 13:30 Uhr ein. Nach Tests und einer CT wird Schumacher notoperiert.

Auch nach der OP schwebt Michael Schumacher weiter in Lebensgefahr. Er wird im künstlichen Koma gehalten. Es sei zu früh, eine Prognose abzugeben, sagen die Ärzte. Stunde um Stunde wird um seinen Zustand gezittert. Unzählige Genesungswünsche aus aller Welt trudeln ein, darunter Bill Clinton und Angela Merkel.

In der Nacht von Montag auf Dienstag muss Schumacher ein zweites Mal operiert werden. Die OP dauert etwa 2 Stunden, dabei wird ein großes Hämatom aus seiner linken Gehirnhälfte entfernt. Die Ärzte bestätigen, dass Schumacher weiter in Lebensgefahr schwebt, sein Zustand aber unter Kontrolle sei.

Medien verletzen Schumachers Privatsphäre

Auch vor dem Krankenhaus spielen sich währenddessen dramatische Szenen ab. Journalisten belagern die Klinik, unzählige Falschmeldungen machen die Runde. Schumachers Managerin Sabine Kehm wird von Medien bedrängt, muss Falschmeldungen berichtigen und gleichzeitig versuchen, die Privatsphäre von Michael Schumacher zu wahren.

Es ist ein Thema, das bis heute hitzig diskutiert wird. Kehm und die Familie Schumacher wollen im Sinne von Michael Schumacher handeln. Der Rekordweltmeister hatte Zeit seines Lebens versucht, den Privatmann strikt vom Sportler zu trennen. Fotos seiner Kinder tauchten erst in der Öffentlichkeit auf, als sie selbst erfolgreich Sport betrieben.

Weil von offizieller Seite kaum Informationen veröffentlicht werden, greifen Menschen zu perversen Mitteln. Ein Journalist verkleidet sich sogar als Priester, um ins Krankenzimmer zu gelangen. Der Familie ist es bis heute gelungen, dass keine Fotos von Michael Schumacher nach dem Unfall an die Öffentlichkeit gelangten.

Fans versammeln sich an Schumachers Geburtstag vor dem Krankenhaus - Foto: Ferrari

Während sich draußen vor der Universitätsklink tagelang turbulente Szenen abspielen, kämpft Michael Schumacher weiter um sein Leben. An seinem 45. Geburtstag liegt Schumacher im Koma. Sein Zustand: weiterhin kritisch, wenn auch stabil. Draußen versammeln sich nicht nur Journalisten, sondern auch zahlreiche Fans.

Irgendwann geht der Medienrummel zu weit. Corinna Schumacher wendet sich in einem Statement an die Journalisten: "Bitte unterstützen Sie uns in unserem gemeinsamen Kampf mit Michael. Es ist mir wichtig, dass Sie die Ärzte und das Krankenhaus entlasten, damit diese in Ruhe arbeiten können - vertrauen Sie bitte deren Statements und verlassen Sie die Klinik. Bitte lassen Sie auch unsere Familie in Ruhe."

Währenddessen untersucht die Staatsanwaltschaft den Unfall. Schumacher trug beim Sturz eine Helmkamera, die alles aufzeichnete. Die Auswertung ergab, dass Schumacher bei verhältnismäßig geringer Geschwindigkeit stürzte. Die Skipiste war korrekt gekennzeichnet, Schumacher fuhr jedoch auf eigenes Risiko auf einem nicht markierten Bereich.

Momente des Bewusstseins: Schumacher erwacht aus Koma

Ende Januar wird bei Schumacher der Aufwachprozess aus dem Koma eingeleitet. Der Prozess verläuft langsam, erst im April zeigt er erste Momente des Bewusstseins. Im Juni ist Schumacher endgültig aus dem Koma erwacht und wird in eine Reha-Klinik in Lausanne verlegt.

Parallel zur Reha spielt sich ein anderes Drama ab. Die Krankenakte Schumachers wurde gestohlen und für rund 50.000 Euro zum Kauf angeboten. Der mutmaßliche Dieb der Schumacher-Krankenakten wird erhängt in seiner Zelle in Zürlich aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft geht von Selbstmord aus. Erst einen Tag zuvor war der Angestellte einer Schweizer Flugrettungsfirma in Zusammenhang mit der Weiterverbreitung von Krankenakten von Schumacher verhaftet worden.

Michael Schumacher war passionierter Skifahrer - Foto: Ferrari Press Office

Im September 2015 wird Schumacher nach Hause verlegt. "Michaels Rehabilitation wird von nun an von zu Hause aus fortgeführt. Er hat in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzungen entsprechende Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein harter Weg vor ihm", heißt es in einem Statement von Sabine Kehm.

Auch in Schumachers Wahlheimat Gland kommt die Familie nicht zur Ruhe. Zunächst belagern Journalisten das Anwesen, sogar die Polizei muss eingreifen. Auch heute noch gibt es neugierige und merkwürdige Besucher, selbst Drohnen und Helikopter überfliegen das Grundstück auffällig oft.

Erzbischof besucht Schumacher und gibt Interview

Bis heute gibt die Familie Schumacher keine Details zum Gesundheitszustand Preis, was Spekulationen in einigen Medien immer wieder beflügelt. Managerin Sabine Kehm steht vor einem Problem: Dementiert sie Gerüchte, verrät sie dabei schon etwas. Nur bei einem der zahlreichen Boulevard-Artikel sah sie sich zu einem Dementi gezwungen: Schumacher könne wieder gehen.

Obwohl nur engste Vertraute Schumacher besuchen dürfen - seinem ehemaligen Manager Willi Weber wird der Zugang verwehrt, worüber er sich mehrfach medienwirksam beklagte -, drangen zuletzt erste Details an die Öffentlichkeit. Erzbischof Georg Gänswein erzählte zunächst der Bunten, anschließend der Bild von seinem Besuch bei Michael Schumacher aus dem Jahr 2016.

"Ich saß ihm gegenüber, fasste ihn an beiden Händen und schaute ihn an", sagte Gänswein über sein Treffen mit Schumacher. "Sein Gesicht ist so, wie wir es alle kennen, das typische Michael-Schumacher-Gesicht. Nur ein wenig fülliger ist es geworden."

Motorsport-Magazin.com wünscht Michael Schumacher und seiner Familie weiterhin alles Gute. Am 03. Januar 2019 wird der Rekordweltmeister 50 Jahre alt. Deshalb wollen wir in den kommenden Tagen die sportlichen Erfolge von Michael Schumacher gebührend feiern. Ihr könnt bis dahin für euren ganz persönlichen schönsten Schumacher-Moment abstimmen.

Michael Schumacher: Seine legendären Formel-1-Autos erklärt: (20:02 Min.)


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