Formel 1

Formel 1 Menaths Meinung zum Grid Girl aus: Was ein Schwachsinn

Das Abschaffen der Formel-1-Grid-Girls ist schwachsinnig. Niemand hat etwas davon, das Image der Formel 1 erst recht nicht, meint Christian Menath.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Als erstmals die Schlagzeilen aufpoppten, Liberty würde darüber nachdenken, die Grid Girls abzuschaffen, nahm ich die Aussagen erst einmal nicht ernst. Wieder irgendwo ein Interview eines Motorsport-fernen Mediums, geführt von einem Gutmenschen - dachte ich mir. Und dann kam alles doch ganz anders.

Nicht falsch verstehen: Schöne Frauen waren nie das Hauptelixier der Formel 1 für mich. Eher im Gegenteil: Die ganzen Celebrities in Monaco nerven mich, die Formel 1 soll der Hauptdarsteller sein. Motorsport ist das, was wir lieben.

Motorsport ist aber am Ende doch mehr als nur das schnelle im Kreis fahren, das uns so sehr fasziniert. Motorsport, das ist Benzin, Öl, Gummi. Motorsport, das ist - ja auch im Jahr 2018 - noch immer ein wenig Gefahr und auch trotz Hybridisierung und grünem Anstrich noch immer ein wenig Verruchtheit. Auch wenn die Garagen der Teams keinen Schrauber-Charme mehr versprühen, die Fahrer sind für mich noch immer Gladiatoren. Und zu diesem Lebensgefühl gehören irgendwie auch hübsche Frauen.

Moderne gesellschaftliche Normen: Freiheit!?

Aber das Lebensgefühl mal völlig ausgeschlossen: Ich finde die Abschaffung der Grid Girls nicht nur doof, weil sie für mich doch irgendwie dazugehören. Ich finde die Entscheidung schwachsinnig, weil sie schlicht überflüssig ist.

Formel 1 schafft Grid Girls ab! Skandal oder zeitgemäß?: (02:32 Min.)

Hat sich irgendjemand an den Grid Girls gestört? War das eine riesen Diskussion, die ich nicht mitbekommen habe? Wurden Frauen dazu gezwungen, sich in die Startaufstellung zu stellen? Nein. Es war schlicht kein Thema.

Dann muss es wohl um Geschlechtergerechtigkeit gegangen sein. Sicher wollten Politiker eine Männer-Quote im Grid erzwingen. Und der Name Grid Girl geht ja gar nicht. Grid Mensch*innen wenn dann bitte.

Im Ernst: Für mich bedeuten moderne gesellschaftliche Normen, dass jeder machen kann, wozu er Lust hat, solange er dabei niemandem schadet. Wer meint, Frauen würden dadurch generell diffamiert, der ist eher von vorgestern. Es gibt heute auch Frauen an den Kommandoständen und in den Entwicklungsabteilungen der Teams. Daran ändern Grid Girls nichts.

Die neuen Formel-1-Bosse machen sich mit solchen Entscheidungen lächerlich. So etwas erinnert mich an die Grünen in der Politik: Eine richtige Verbotspartei. 2019 kommt dann der Veggie-Day in den Team-Hospitalitys. Gerade jetzt, wo die Formel 1 wegen Halo in der Kritik ist, sollte man doch nicht in sinnlos politischen Zwangsaktionismus verfallen. Lasst der Formel 1 ihren Charme!


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