Formel 3 EM

Sophia Flörsch: Heilung wird noch ein paar Monate dauern

Sophia Flörsch will nach ihrem Unfall in Macau 2019 wieder Rennen fahren. Sie räumt ein: Sie brauchte eine Weile, um ihren ersten großen Crash zu verdauen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Sophia Flörsch befindet sich nach ihrem schweren Unfall in Macau auf dem Weg zurück nach Deutschland. Kurz vor der Abreise bezog die 17-Jährige auf einer Pressekonferenz des Conde S. Januario Hospital Stellung zum Crash, in dessen Folge sie sich am siebten Halswirbel hatte operieren lassen müssen. Flörsch konnte eigenständig gehen, trug aber eine Halskrause zur Stabilisierung ihres Nackens.

Gleich zu Beginn machte die Münchnerin klar: 2019 will sie wieder Rennen fahren und auch zum Macau Grand Prix zurückkehren. Wann genau die Nachwuchspilotin wieder ins Cockpit steigen kann, ist jedoch noch unklar.

"Sie kann im Grunde genommen wieder laufen, aber für den Bruch im Nacken braucht sie noch mehr Zeit", sagte der behandelnde Arzt Doktor Lau Wai Lit. "Die Heilung der Knochen wird voraussichtlich noch ein paar Monate dauern. Ich glaube aber nicht, dass das großen Einfluss auf ihre Bewegung haben wird."

Flörsch: Glück im Unglück

Flörsch: "Ich hatte einen ziemlich schlimmen Unfall, aber Glück im Unglück. Mit das größte Glück war es, Doktor Lau und Doktor Chan als meine Chirurgen zu haben. Sie haben sehr gute Arbeit geleistet, als sie zwölf Stunden lang an meinem Nacken und meiner Hüfte gearbeitet haben. Ich bin dankbar, hier gewesen zu sein und erhole mich schon ziemlich gut. Ich kann auch schon wieder gehen. Den kommenden Monat muss ich schauen, aber ich werde sicherlich zurückkehren und nächstes Jahr wieder hier fahren."

Während der mehrstündigen Operation ging das Ärzteteam in Macau äußerst behutsam vor, auch, weil es einen Knochensplitter entfernen musste, der laut Angaben von Van Amersfoort Racing gefährlich nah an Flörschs Rückenmark gesessen habe.

Sophia Flörsch: Neue Videos vom Macau-Unfall aufgetaucht: (00:29 Min.)

Flörsch: Habe eine Weile gebraucht

"Es ist passiert und ich habe es überlebt", sagte Flörsch. "Ich habe es sehr gut überlebt, auch dank des Krankenhauses. Jetzt werde ich daran arbeiten, um wieder dorthin zu kommen, wo ich war. Um ehrlich zu sein, das war mein erster großer Unfall. Es hat eine Weile gebraucht, bis ich darüber hinweg war. Jetzt habe ich das geschafft und ein neues Kapitel kann beginnen. Alles ist gut. Ich werde wieder Rennen fahren und meinen Traum verfolgen."

Flörsch verunfallte in der vierten Runde des Formel-3-Rennens auf dem berühmten Stadtkurs. Vorausgegangen war eine Kollision mit Carlin-Pilot Jehan Daruvala, in deren Folge Flörsch sich drehte, ihr zerstörtes Auto nicht mehr kontrollieren konnte und nach dem Durchbrechen eines Fangzaunes in einem Kamerastand landete. Bei dem Unfall wurden neben ihr vier weitere Menschen verletzt. Die FIA untersucht derzeit die genauen Hintergründe.

Sicherheits-Debatte? Einfach viel Pech

Der Crash löste eine erneute Sicherheits-Debatte über das Rennen in der chinesischen Sonderverwaltungszone aus. Flörsch: "Es war einfach viel Pech, das da zusammenkam. Natürlich wird jetzt viel über Wurst-Kerbs und so weiter gesprochen. Ich glaube aber, dass solch ein Unfall einmal passiert und dann nie wieder. Jeder Rennfahrer liebt Macau. Das Rennen hat eine so große Geschichte und sollte fortgeführt werden. Es ist großartig, hier zu fahren."


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