Formel 3 EM

Sophia Flörsch: Knochensplitter gefährlich nah am Rückenmark

Van Amersfoort hat Neuigkeiten zur langen Operation von Sophia Flörsch und erklärt, wieso die Operation der verunfallten Rennfahrerin so lange gedauert hat.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Van Amersfoort Racing hat sich am Dienstagvormittag mit neuen Informationen über seine beim Macau Grand Prix verletzte Fahrerin Sophia Flörsch an die Öffentlichkeit gewandt. Dabei wurde ersichtlich, warum die Operation der 17-Jährigen - die glücklicherweise positiv verlaufen ist - so lange gedauert hat.

"Ein Team von Spezialisten brauchte über neun Stunden, um ihren gebrochenen Wirbel zu reparieren und einen Knochensplitter zu entfernen, der gefährlich nahe an ihrem Rückenmark saß", teilte das Team aus den Niederlanden auf seiner offiziellen Facebook-Fanseite mit.

Gleichzeitig bestätigte Van Amersfoort Racing die hoffnungsvollen Nachrichten, die Flörschs Vater am Montag bereits bei Motorsport-Magazin.com bekanntgegeben hatte: Die Rennfahrerin aus München befindet sich nach ihrem schweren Unfall auf dem Weg der Besserung.

Das Team des langjährigen Teamchefs Frits van Amersfoort, der Flörsch im Krankenhaus in Macau unterstützte: "Das Nervenmonitoring zeigt, dass ihre vitalen Nervenfunktionen gut reagieren. Daher geben die ersten Anzeichen einen positiven Ausblick auf ihre Genesung."

Zudem bedankte sich das Team für die weltweite Unterstützung, die Flörsch nach dem Crash erreicht hatten. Unzählige Rennfahrer, Fans und Weggefährten hatten Flörsch in den sozialen Medien die Daumen gedrückt und gute Besserung gewünscht.

Van Amersfoort: "Zunächst möchten wir unsere aufrichtige Wertschätzung für all die weltweiten Unterstützungsbotschaften aussprechen, die wir seit dem schrecklichen Unfall von Sophia am vergangenen Sonntag in Macau erhalten haben."

Sophia Flörsch: Unfall-Video aus anderer Perspektive: (01:40 Min.)

Opreation dauerte länger als erwartet

Flörsch ist im Conde de Sao Januario General Hospital in Macau operiert worden. Die behandelnden Ärzte teilten bei einer Pressekonferenz mit, dass die Nachwuchspilotin für eine bis zwei Wochen im Krankenhaus zur Beobachtung bleiben wird. Nach der Operation habe Flörsch ihre Arme und Beine ohne Schwierigkeiten bewegen können.

Die von den Ärzten mit sieben Stunden angegebene OP dauerte länger als die zunächst erwarteten vier bis fünf Stunden, da ein Neuro-Monitoring eingerichtet wurde und der Beckenkamm der Patientin als Knochentransplantat genutzt werden musste. Zudem dauerte die Aufweckphase nach der Operation insgesamt eine Stunde.

So geht es den weiteren Verletzten

Gleichzeitig lieferte das Ärzteteam Updates zu den weiteren Verletzten, die in den Unfall während der vierten Rennrunde involviert waren. Der 34-jährige Streckenposten erlitt einen Bruch des Oberkiefers sowie Schnitte im Gesichtsbereich. Er befinde sich in guter Verfassung und soll bis Ende der Woche unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus bleiben.

Einer der beiden verletzten Fotografen sowie der japanische Rennfahrer Sho Tsuboi haben das Krankenhaus nach kurzer Zeit verlassen können. Der zweite Fotograf erlitt eine Leberverletzung, befinde sich in stabiler Verfassung. Eine Operation sei nicht nötig, er bleibe aber noch sieben bis zehn Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.

So geht es den verletzten Motorrad-Fahrern

Schon vor dem Hauptrennen der Formel 3 am Sonntag war es zu mehreren Unfällen beim Motorrad Grand Prix in Macau gekommen. Fünf Minuten nach Beginn des ersten Trainings am Donnerstag stürzte der 30 Jahre alte britische BMW-Pilot Andrew Dudgeon in seiner dritten Runde in Kurve 1. Das Training wurde nach dem Zwischenfall sofort mit roter Flagge abgebrochen. Er wurde mit einer Fraktur der Lendenwirbelsäule ins Krankenhaus eingeliefert, am selben Tag operiert und befinde sich nun auf dem Weg der Besserung.

Das Motorrad-Hauptrennen am Samstag musste nach einem schweren Unfall vier Runden vor Schluss abgebrochen werden. Der Brite Ben Wylie verunfallte nach einer Kollision in der Fisherman's Kurve und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Wie die Ärzte nun mitteilten, habe er Frakturen der Hals- und Brustwirbel sowie Gelenkverletzungen und Frakturen an der linken Schulter erlitten. Wylie befinde sich in einem stabilen Zustand und wird weiter auf der Intensivstation beobachtet, bevor er in die Allgemeine Station verlegt wird.


Weitere Inhalte:
nach 29 von 30 Rennen
Mehr Motorsport
Wir suchen Mitarbeiter