Formel 3 EM

Macau 2018: Flörsch-Unfall überschattet Ticktum-Sieg

Daniel Ticktum wiederholt seinen Macau-Sieg - Mick Schumacher stürmt in die Top-5. Schwerer Unfall von Sophia Flörsch überschattet das Geschehen.
von Robert Seiwert
Sophia Flörsch: Unfall-Video aus anderer Perspektive: (01:40 Min.)

Daniel Ticktum hat das Weltfinale der Formel 3 in Macau zum zweiten Mal in Folge gewonnen gewonnen, Mick Schumacher belegte den fünften Platz. Überschattet wurde der Klassiker auf dem berühmten Stadtkurs jedoch durch den schweren Unfall von Sophia Flörsch. Die einzige Dame im Starterfeld verunfallte in der vierten Runde schwer: Sie flog mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke, hob mit ihrem Auto ab und durchbrach einen Fangzaun.

Wie Motorsport-Magazin.com aus einer zuverlässigen Quelle des Automobil-Weltverbandes FIA erfahren hat, war Flörsch nach dem schweren Crash bei Bewusstsein. Sie ist den Angaben zufolge außer Lebensgefahr und in ein Krankenhaus in Macao zu weiteren Untersuchungen transportiert worden. Dies bestätigte der Veranstalter an der Rennstrecke später offiziell.

In den Unfall waren insgesamt Personen involviert, wie der Veranstalter an der Rennstrecke mitteilte: zwei Fahrer, zwei Fotografen und ein Streckenposten. Laut Veranstalter seien alle bei Bewusstsein gewesen, als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Schumacher prescht nach vorne

Das Rennen wurde für rund eine Stunde unterbrochen, um die Strecke zu reparieren. Nach dem Re-Start hinter dem Safety-Car waren noch neun Runden zu absolvieren. Mick Schumacher überholte Vordermann Callum Ilott und verbesserte sich auf den fünften Platz, während Daniel Ticktum das Rennen vor Joel Eriksson und Sacha Fenestraz anführte.

Wenig später sorgte ein Unfall von Enaam Ahmed für die dritte Safety-Car-Phase des Rennens. Bei noch sechs ausstehenden Minuten Zeitdauer wurde das Rennen ein weiteres Mal freigegeben. In der Schlussphase behielt Ticktum die Nerven und verteidigte seinen Vorjahressieg über die Ziellinie. DTM-Pilot Joel Eriksson fuhr bei seiner Formel-3-Rückkehr als Zweiter auf das Podium. Sacha Fenestraz, Jake Hughes und Mick Schumacher komplettierten die Top-5.

Spektakulärer Start in Macau

Schon der Start in den 65. Macau Grand Prix hatte es in sich: Ticktum verteidigte die Pole Position, dahinter wurde es spektakulär: Fenestraz preschte vom vierten Startplatz nach vorne, überholte zunächst Ilott und drängelte sich im letzten Moment auch noch an Eriksson vorbei auf die zweite Position. Schumacher attackierte Ilott für Platz fünf, doch der Ferrari-Junior verteidigte sich beherzt.

Nach einer Massenkarambolage in der berüchtigten Lisboa-Kurve mit fünf involvierten Autos schickte die Rennleitung das Safety Car während der ersten Runde auf die Strecke. Beim Re-Start zur vierten Runde ereignete sich Flörschs schwerer Unfall, der zu einer langen Unterbrechung führte.

Der Start zum 65. Macau Grand Prix - Foto: LAT Images

Ticktum: Historischer Doppelsieg - Wechsel nach Japan

Ticktum ist in der 65-jährigen Historie des Rennens der siebte Fahrer, der seinen Vorjahreserfolg wiederholen konnte. Dieses Kunststück hat zuletzt 2015 Felix Rosenqvist geschafft. "Der Sieg diesmal war weniger überraschend als 2017, aber schöner: Klar, es war mein zweiter in Folge", sagte Ticktum. Wenn man das Wochenende so dominiert - ich will nicht arrogant klingen - dann war das ziemlich perfekt von mir und dem Team."

Ticktum verriet, dass er 2019 höchstwahrscheinlich in der japanischen Super Formula antreten wird. Auch eine Saison in der Formel 2 wollte der Red-Bull-Junior nicht ausschließen - wenn er das nötige Budget zusammenbekommt. Ticktum weiter: "Es wurde dieses Jahr viel darüber gesprochen, dass ich in die Formel 1 kommen soll. Wenn ich weiter gut performe, habe ich Chancen auf einen Test. Wenn Menschen denken, ich sei nicht der professionellste Rennfahrer, dann möchte ich ihnen gern das Gegenteil beweisen."

Dan Ticktum wiederholt seinen Macau-Sieg aus dem Vorjahr - Foto: LAT Images

Doppelsieg für deutsches Team Motopark

Ein emotionales Wochenende erlebte auch der deutsche Motopark-Teamchef Timo Rumpfkeil, der mit Ticktum und Eriksson einen Doppelsieg erzielte. Es war das letzte Formel-3-Rennen für das Team aus Oschersleben, das 2019 nicht für die neue Formel-3-Fusion mit der GP3 berücksichtigt worden ist. Rumpfkeil: "Wir hatten vor dem Rennen mit unseren Jungs ein gutes Gespräch. Beide hätten den Sieg verdient."

Rumpfkeil richtete auch einen Dank an BMW, die ihren DTM-Werksfahrer Eriksson für das Rennen in Macau freigaben. "Das ist nicht bei allen Herstellern der Fall, aber BMW hat keine Sekunde gezögert", sagte Rumpfkeil. Eriksson hatte sich 2017 in Macau den zweiten Startplatz gesichert, fiel im Rennen aber in Führung liegend aus.

Der junge Schwede zu Platz zwei: "Ich hatte schon zur Mitte der Saison mit Timo darüber gesprochen, wieder in Macau zu fahren. Es war ein Traum für mich, als ich den Anruf bekam, dass es klappt. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder hier fahren kann."


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