Formel 3 EM

Macau: Sophia Flörsch erleidet Unfall beim Formel-3-Weltfinale

Ein Unfall von Sophia Flörsch sorgt für einen zwischenzeitlichen Abbruch des Formel-3-Weltfinales in Macau. Die Deutsche durchbricht einen Fangzaun.
von Robert Seiwert & Arno Wester
Sophia Flörsch: Unfall-Video aus anderer Perspektive: (01:40 Min.)

Während des Formel 3 Weltfinales in Macau erlitt die deutsche Nachwuchspilotin Sophia Flörsch einen Unfall. Die einzige Dame im Starterfeld sorgte mit einem Abflug in der vierten Runde des Hauptrennens für eine einstündige Unterbrechung durch rote Flaggen.

Update: Sophia Flörsch hat sich bei ihrem Unfall einen Wirbelbruch zugezogen. Ihr Zustand ist stabil, teilten die behandelnden Ärzte mit.

Flörsch schrieb später auf ihrer offiziellen Twitter-Seite: "Ich möchte euch alle wissen lassen, dass es mir gut geht, ich mich morgen früh aber operieren lasse. Danke an die FIA, die HWA AG und Mercedes, die sich toll um mich kümmern. Vielen Dank euch allen für die unterstützenden Nachrichten. Bald gibt es Updates."

Flörsch außer Lebensgefahr

Wie Motorsport-Magazin.com aus einer zuverlässigen Quelle des Automobil-Weltverbandes FIA erfahren hat, war Sophia Flörsch nach dem schweren Crash bei Bewusstsein. Sie ist den Angaben zufolge außer Lebensgefahr und in ein Krankenhaus in Macao zu weiteren Untersuchungen transportiert worden.

Auch ihr niederländisches Team Van Amersfoort Racing bestätigte, dass Flörsch ansprechbar gewesen sei. Später bestätigte dies der Veranstalter, ohne zunächst Angaben über mögliche Verletzungen zu machen.

FIA untersucht Unfall

Der Unfall wird von der FIA untersucht. Das hat ein FIA-Mitarbeiter gegenüber Motorsport-Magazin.com bestätigt. Dabei wird auch eine wichtige Aussage von Guan Yu Zhou geklärt werden müssen. Der Chinese, der beim Crash direkt hinter Sophia Flörsch fuhr, behauptet, gelbe Warnlampen auf der langen Geraden vor der Lisboa-Kurve gesehen zu haben.

"Ich denke, das war ein Organisationsfehler. Sophia war sehr nahe an Jehan Daruvala dran und als der früh bremste, hatte sie keine Zeit zu reagieren", erklärte Zhou. "Sie hat mit ihrem Auto den rechten Hinterreifen von Jehans Auto getroffen, und wurde in die Luft geschleudert - bis in den Fangzaun der Lisboa-Kurve."

Fünf Personen im Krankenhaus

In den Unfall waren insgesamt fünf Personen involviert, wie der Veranstalter an der Rennstrecke mitteilte: zwei Fahrer, zwei Fotografen und ein Streckenposten. Laut Veranstalter seien alle bei Bewusstsein gewesen, als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

So kam es zum Unfall

Beim Re-Start zur vierten Runde ereignete sich hinter dem Führungs-Trio Dan Ticktum, Sacha Fenestraz und Joel Eriksson der Zwischenfall: Sophia Flörsch flog vor der Lisboa-Kurve ab, schleuderte mit ihrem Auto durch die Luft und durchbrach dabei den Fangzaun über der Streckenbegrenzung.

Der Unfall ereignete sich mit enorm hoher Geschwindigkeit: In der Runde zuvor ist Flörsch an gleicher Stelle mit einem Speed von 276,2 km/h gemessen worden.

Nach dem Unfall der einzigen Fahrerin beim F3 World Cup unterbrach die Rennleitung das Rennen mit roten Flaggen und schickte das restliche Feld zurück in die Boxengasse. Nach einer einstündigen Reparaturpause gaben die Stewards das Rennen wieder frei.

Hier fliegt Sophia Flörsch durch die Luft, dann durchbricht sie einen Fangzaun - Foto: Youtube/Screenshot

Auf einem Fan-Video ist zu sehen, wie Flörsch durch die Luft fliegt. Dabei überquerte sie zunächst ein anderes Auto, bevor sie mit hoher Geschwindigkeit über die Strecke hinaus abflog.

Ein Video aus einer anderen Perspektive lässt erahnen, dass Flörsch vor dem Abflug die Kerbs auf der Innenseite der Strecke berührte:

Mick Schumacher wünscht gute Besserung

"Hoffentlich ist jeder in Ordnung nach dem Unfall", sagte Mick Schumacher während der Unterbrechung. "Ich habe ihn noch nicht gesehen, wünsche aber allen eine gute Besserung." Schumacher fuhr zu diesem Zeitpunkt auf dem sechsten Platz: "Ich kam okay weg, hatte dann etwas durchdrehende Räder hinter Callum (Ilott), der auch keinen guten Start hatte. Dann wollte ich mir Windschatten abholen, das hat okay funktioniert. Es war ein sauberer Kampf, wir hatten keinen Kontakt."

Sophia Flörsch: Unfall-Video vom Macau GP 2018: (00:20 Min.)

Schon der Start zum 65. Macau GP war nicht ohne Zwischenfälle verlaufen. Beim Start verteidigte Ticktum die Pole Position. Dahinter wurde es spektakulär: Fenestraz preschte vom vierten Startplatz nach vorne, überholte zunächst Ilott und drängelte sich im letzten Moment auch noch an Eriksson vorbei auf die zweite Position. Schumacher attackierte Ilott für Platz fünf, doch der Ferrari-Junior verteidigte sich beherzt.

Nach einer Massenkarambolage in der berüchtigten Lisboa-Kurve mit fünf involvierten Autos schickte die Rennleitung das Safety Car während der ersten Runde erstmals auf die Strecke. Insgesamt wurde der Macau GP dreimal durch das Safety Car neutralisiert. Sieger Ticktum: "Ich kann sie schon gar nicht mehr alle zählen."


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