Sophia Flörsch startet in der Saison 2022 weiter auf der Langstrecke. Die 21-Jährige tritt in der European Le Mans Series für das bekannte Team G-Drive Racing an. Ein weiteres Jahr in der DTM nach ihrem Debüt 2021 mit Audi-Team Abt Sportsline war längere Zeit ein Thema, doch zu einem Abschluss mit einem anderen Rennstall kam es bislang nicht.

In der ELMS teilt sich Flörsch einen der LMP2-Boliden mit dem russischen Fahrer/Teamchef Roman Rusinov. Der dritte Fahrer ist noch nicht bestätigt worden. Das auf der Langstrecke erfahrene und erfolgreiche Team kehrt 2022 auch in die WEC zurück und geht mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Daniil Kvyat, wie Motorsport-Magazin.com exklusiv berichtete, dem Österreicher Rene Binder und James Allen an den Start.

"Ich freue mich sehr, G-Drive Racing für die ELMS-Saison 2022 beizutreten", sagt Flörsch. "Vom ersten Gespräch an war klar, dass der Fokus des Teams darauf liegt, Rennen und eine Meisterschaft zu gewinnen, und ich werde hart daran arbeiten, dem Team dabei zu helfen, dies zu erreichen!"

Mit dem Engagement in der ELMS und bei G-Drive könnte Flörsch die Möglichkeit haben, zum dritten Mal in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten. Vorausgesetzt, Veranstalter ACO schickt dem Team eine Einladung für den Langstrecken-Klassiker in Frankreich. In diesem Fall würde Flörsch sich das Auto mit Rusinov und Formel-E-Weltmeister Nyck de Vries teilen.

Die Münchner Nachwuchspilotin: "LMP2 ist jetzt eine so hart umkämpfte Klasse. Bei all der Aufregung um HyperCar und LMDh konkurrieren so viele Top-Profis, um den Herstellern zu zeigen, dass sie eine Chance bei ihnen verdienen. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie ich mich in der ELMS und hoffentlich auch in Le Mans schlage."

Flörsch kennt das Team G-Drive/Algarve Racing bereits aus der Vergangenheit. 2021 unternahm sie nach dem DTM-Saisonfinale einen Gaststart in Portimao und fuhr zusammen mit dem Österreicher Ferdinand Habsburg und dem Briten Richard Bradley auf das Podium.

"Jedes Jahr wird die Meisterschaft stärker, also wird es nicht einfach sein, einen weiteren Titel zu holen", sagt Rusinov. "Deshalb bin ich so froh, dass wir Sophia an Bord haben. Das wird ein starkes Line-Up. Sie hat in der letztjährigen FIA WEC-Saison großen Speed gezeigt und war sehr beeindruckend und hat alles, was sie braucht, um ein Star im Prototypensport zu werden. Ich weiß, dass sie von einigen Teams verfolgt wurde, daher sind wir sehr froh, dass sie an Bord unseres Autos ist."

Zuletzt startete Flörsch mit Richard Mille Racing in der WEC -
Zuletzt startete Flörsch mit Richard Mille Racing in der WEC -Foto: Richard Mille Racing Team, Signatech

Mit den LMP2-Prototypen ist Flörsch inzwischen gut vertraut. Seit 2020 startete sie für das Richard Mille Racing Team, zunächst in der European Le Mans Series, 2021 sogar in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Das Projekt mit dem von Signatech eingesetzten Fahrzeug, das sich Flörsch mit Tatiana Calderon und Beitske Visser teilte, war auf zwei Saisons angelegt. Richard Mille setzt 2022 unter anderem auf Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier.

Neben dem G-Drive-Boliden mit Flörsch setzt der Rennstall ein weiteres Fahrzeug in der ELMS 2022 ein. Das für die Pro/Am-Klasse gemeldete Auto teilen sich James Allen, Alex Peroni und John Falb unter der Einschreibung 'G-Drive Racing by APR'.