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DTM - Interview - Asch: Tourenwagen Classics waren der Wahnsinn!

Reingehalten wie früher in der DTM

Die Tourenwagen Classics waren ein echtes Highlight am DTM-Rennwochenende auf dem Norisring. Sebastian Asch erzählt von seiner Renn-Premiere im Ford Sierra.
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Motorsport-Magazin.com - Die Tourenwagen Classics kamen bei den Fans am Norisring gut an. Du warst zusammen mit Volker Schneider in einem Ford Sierra Cosworth RS500 am Start. Wie hat es dir gefallen?
Sebastian Asch: Es war der Wahnsinn! Mein Grinsen ging bis zu den Ohren hoch. Das hat so viel Spaß gemacht und du musstest so hart im Auto arbeiten. Da verstehst du erstmal, wie die Piloten früher in den Autos kurbeln mussten - die Helden damals in der DTM. Mir hat es richtig Spaß gemacht. Ich hatte mit Volker Strycek ein paar coole Fights und mit Altfrid Heger auch. Und wann kann man schon mal gegen die Piloten fahren, die früher gegen meinen Vater gekämpft haben? Das war einfach der Hammer. Ich finde, es war eine tolle Veranstaltung und man hat gemerkt, dass es bei den Fans vor Ort richtig gut ankam. Die haben gejubelt und waren total verrückt nach den alten Autos.

Wie fahren sich die alten Boliden im Vergleich zu dem, was du sonst fährst und gewohnt bist?
Sebastian Asch: Die Autos haben eine H-Schaltung und beim Herunterschalten muss man Zwischengas geben. Dazu haben sie 450 PS, was eigentlich zu viel für ein Fahrzeug in der damaligen Zeit ist. Aber es macht richtig Spaß, die Autos zu bändigen. Das Zwischengas kennt man ja noch von den Onboard-Videos aus der alten DTM, wie die Fahrer da gearbeitet haben. Es ist halt viel mehr Action, als über Schaltwippen die Gänge zu wechseln. Da ist alles Routine und mit der Handschaltung ist es immer etwas Neues.

Platt gewesen nach dem Rennen?
Sebastian Asch: Nein, es ging. Ich wäre am liebsten die 40 Minuten alleine durchgefahren. Aber du verstehst trotzdem, wie damals in den Autos gearbeitet werden musste. Gerade mit einem wie dem Sierra Cosworth. Wenn da der Ladedruck kommt, steht der auch erstmal an. Dann kommt die Mauer immer näher und der Ladedruck wird immer größer. Das ist nicht einfach.

Was war bei dem Auto für dich die größte Herausforderung?
Sebastian Asch: Die größte Herausforderung war es, das Turboloch zu überwinden. Der Ford hat ein megamäßiges Turboloch - unter etwa viereinhalbtausend Umdrehungen geht so gut wie gar nichts. Dann setzt der Turbo ein und die gesamte Leistung kommt auf einen Schlag. Da muss man schon drauf gefasst sein. Wenn du da nicht wach genug bist, hängst du in der Mauer. Das war schon der größte Reiz für mich. Den Wagen auf Drehzahl zu halten hat ziemlichen Spaß gemacht.

Der Norisring war da sicher nicht die einfachste Rennstrecke.
Sebastian Asch: Mit dem Sierra Cosworth wäre es vielleicht schöner gewesen, schnelle flüssige Ecken zu haben. So enge Kurven mag er eher nicht. Er hat halt 450 PS und die will er schon auf den Boden bekommen. Der Spaßfaktor war aber natürlich schon da. Ich bin froh, dass ich eingeladen wurde und diese tolle Erfahrung mitmachen durfte.

War es im Fahrerlager auch anders als das, was du sonst von den Rennwochenenden gewohnt bist?
Sebastian Asch: Ja, auf jeden Fall! Die Jungs haben einen Grill dabeigehabt und wir haben uns da schön das Fleisch draufgeschmissen. Es war richtig 'back to the roots'. Das ganze Drumherum musste dann auch dementsprechend sein. Für mich war es eine Veranstaltung, bei der ich einfach nur meinen Spaß hatte und entspannen konnte. Das kann man in gewisser Weise auch als Urlaub sehen. Ein normales Rennwochenende ist kein Urlaub.

Sebastian Asch winkt aus dem Ford bei der Rückkehr ins Fahrerlager - Foto: Motorsport-Magazin.com

Während du dich am Norisring mit historischen Rennwagen ausgetobt hast, war dein Vater Roland beim Festival of Speed in Goodwood...
Sebastian Asch: Genau, er war als Mercedes-Markenbotschafter dort und fuhr einen alten Formel-1-Silberpfeil. Der hatte da auch seinen Spaß. Aber er hat trotzdem die ganze Zeit angerufen und gefragt: "Und wie war's?". Es hat wie gesagt richtig Spaß gemacht. Auch wie die Jungs da reingehalten haben, wie in der DTM früher. Als ich am Altfrid Heger vor mir vorbeiwollte, hat er innen zugemacht und mich beinahe in die Wand gedrückt. Nur Fahren zum Spaß war das auch nicht. An einem wie dem Altfrid fährt man halt nicht einfach mal eben so vorbei.

Klingt fast so, als hättet ihr den aktuellen DTM-Autos die Show gestohlen...
Sebastian Asch: Das glaube ich nicht. Es war eine schöne Ergänzung und die Leute wollen die Autos ja auch sehen. Das ist eine tolle Sache und warum sollten wir so etwas dann nicht machen? Für mich hängen da viele Erinnerungen dran. Als kleiner Stöpsel war ich immer bei der DTM mit dabei, als mein Vater gefahren ist. Da sind genau diese Autos gefahren. Da ging dann auch ein Kindheitstraum in Erfüllung, als ich mich selbst reinsetzen durfte. Ich war zuvor zwar auch schon mal einen alten Porsche RSR aus den 1970er Jahren gefahren, aber einen alten DTM-Boliden noch nicht. Es war wirklich sehr cool, vielleicht fahre ich noch ein Rennen mit. Lust hätte ich schon.


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