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Das Team steht im Vordergrund - Karlsons Grundsätze

Der Erfolg bestärkt die ungewöhnliche Vorgehensweise beim einzigartigen Projekt.
von Uwe Köllner

Motorsport-Magazin.com - Wenn Eric Karlson mit seinem Audi TT zur Rennstrecke fährt, wird er von vielen Kollegen und Fans beäugt. Dieses Auto, dieser Fahrer, dieses Projekt - alles in allem eine ungewöhnliche Kombination von "Einmaligkeiten". Doch angesprochen auf den Grund für sein außergewöhnliches Engagement, stellt sich der Miltenberger sofort diskret in den Hintergrund: "Immer zentral zu nennen ist das Team Mentomedia, ohne diese Unterstützung würde gar nichts gehen! Ebenso kann nur über zusätzliche Sponsorgelder ein Renneinsatz finanziert werden. Dabei geht es immer um ein Team, welches auch ansprechende Events ausrichten kann - mit allem, was dazu gehört."

Für Karlson keine Frage, hier liegt eindeutig der Schwerpunkt seiner Betrachtung. "Es wäre schön, wenn zumindest in einer Betrachtung unserer Aktivitäten diese Aspekte mindestens so wichtig sind wie der Fahrer, Copilot und das Service-Team", stellt er im Gespräch mit dem adrivo Motorsport-Magazin unumwunden fest.

Eine Einstellung, die imponiert, denn für Karlson sind "zwei Rahmenbedingungen ausschlaggebend: Vor 2005 hatte ich mich für´s Autofahren nicht interessiert, das Motorrad stand ganz oben an. Motorsport - egal in welcher Ausprägung - haben wir vorher auch nicht betrieben. Wir kamen wie die Jungfrau zum Kinde zum Motorsport:

2005 nahmen wir an der Porsche-Club-Europameisterschaft in Frankreich und in Italien mit dem Porsche 964 Tiptronic teil. Ab 2006 hat Michael Irmgartz das Fahrzeug Stufe um Stufe immer mehr mit einer Nordschleifen-Konfiguration auf- und umgebaut, so konnten wir etliche Klassen- und Gruppensiege erzielen, 2006 gar einen Gesamtsieg.

Und schon sind wir wieder gewechselt. Ab zur Rallye, da waren wir dann noch inspirierter. In 2007und 2008 starteten wir nur noch sporadisch im Langstreckenbereich auf der Nordschleife, konnten dabei aber wiederum schöne Erfolge feiern. Ja, und dann kamen unsere Einstiege in die Rallyegeschichten ab 2007. Und der Einstieg gestaltete sich ja als Newcomer-Team ohne Rallyekenntnisse und dazu noch mit einem Audi TT aus der Serie nicht ganz alltäglich.

Insgesamt haben wir mindestens genauso viele Ausfälle wegen technischer Defekte mit dem Getriebe, der Motorsteuerung und sonstigen Fahrwerksteilen zu beklagen wie Erfolgsmomente in den einzelnen Veranstaltungen, in denen wir auch angekommen sind. Daher haben wir uns mit diesem "nicht ganz Konkurrenz fähigen N5-Auto ganz gut geschlagen" - zumindest nicht der Lächerlichkeit preisgegeben. Aber man darf mittlerweile behaupten, dass dabei einige gute Platzierungen - auch bei größeren Rallyes - zustande kamen.

Ich habe keine chronologische Auflistung von den "Erfolgen" bei den Rallyeeinsätzen, aber es waren einige ganz gute Ergebnisse in 2007/2008 dabei. Erfolge meistens bei 200er Rallyes mit Topten-Platzierungen im Gesamt, bei der ADAC-Masters in St. Wendel 2007 den fünften Gesamtrang und Gesamtrang 4 bei der kleinen Lausitz vergangenes Jahr. Da konnten wir auch die Rallye Jura gewinnen. Na und dieses Jahr werden wir sehen, schließlich ist die Taunus 2009 ja am vergangenen Wochenende - trotz zwei Abflügen in den beiden ersten WPs - auch ganz gut gelaufen", blickt der bescheidene Viertplatzierte von 120 Startern in Gesamt auf den jüngsten Einsatz des gesamten Teams zurück.


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