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Technischer Defekt als Ursache - Dobberkau-Unfall war kein Fahrfehler

Verletzte Zuschauer der Eisenberg-Rallye: "Wir standen falsch". Bremsdefekt an Dobberkaus Porsche als Ursache erkannt.
von Uwe Köllner

Motorsport-Magazin.com - "Nach der Rallye geriet ich ins Grübeln - wäre das Ganze auf einen Fehler meinerseits zurückzuführen gewesen, hätte ich wohl mit dem Rallyesport aufgehört." Olaf Dobberkaus Statement ist eindeutig. "Erst die Gewissheit, dass es ein technisches Problem und kein Fahrfehler war, hat mich beruhigt."

Auch die Diskussionswogen nach der AvD-Rallye Eisenberg, entstanden nach dem Unfall von Dobberkau und Copilotin Alexandra König auf der siebten Wertungsprüfung, glätten sich langsam wieder. Den beim Unfall verletzten Zuschauer, zumeist aus dem nahen Waldeck stammend, geht es gut.

Ein Vertreter des AvD besuchte die Verletzten, die sich trotz des Vorfalls dafür aussprachen, auch im nächsten Jahr eine Rallye Eisenberg zu veranstalten und dabei die Wertungsprüfung bei Waldeck selbstverständlich wieder in die Streckenführung mit einzubeziehen.

Olaf Dobberkaus Porsche, etwa 180 Meter vor der Unfall-Kurve abgebremst, zog eine 140 Meter lange Blockierspur der Vorderräder, ehe er einen Zaun mit Hecke überfuhr und an einer Rampe, auf der Zuschauer standen, zum Stehen kam. Olaf Dobberkau schildert die Anfahrt auf die Kurve so: "Ich spürte, dass mit dem Blockieren der Vorderräder sich die Verzögerung drastisch verschlechtert hatte und die Räder auch nicht mehr lenkbar waren. Selbst als ich den Fuß kurz vom Bremspedal nahm, lösten sich die Vorderbremsen nicht mehr, die Räder blieben blockiert. Wir haben später bei einer Untersuchung durch DEKRA-Techniker herausgefunden, dass von den beiden Hauptbremszylindern derjenige, der die Vorderräder betätigt, einen blockierten Kolben hatte. Der ging zwar nach vorn, aber nicht mehr zurück."

Beim Aufprall an die Verladerampe eines Holzbetriebs, die nicht als Zuschauertribüne vorgesehen war, verletzten sich einige Zuschauer, die diese Stelle als Aussichtspunkt ausgewählt hatten. Dazu Olaf Dobberkau: "Ich habe hinterher mit den Leuten gesprochen, die allesamt zugaben, dass sie an dieser Stelle eigentlich nichts zu suchen hatten und einfach die Gefährlichkeit ihrer Platzwahl ignorierten."

Der Porsche wird während der Winterpause repariert, Copilotin Alexandra König hat als Rallye-Begeisterte nach dem Unfall den Spaß am Fahren natürlich nicht verloren und freut sich auf die nächste Saison.


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