DRS

Blindflug über unbekannte Pisten - Robel und Wichura neue Champions

Maik Stölzel gewinnt Mohren-Rallye, Robel und Wichura neue DRS-Champions.
von Uwe Köllner

Motorsport-Magazin.com - Es war ein glücklicher Ausgang in jeglicher Hinsicht. Glücklich weil sich die Fahrer auf Grund ihres akuten Drängens nicht mehr mit dem Ausgang der WP10 und ihrem potentiell gefährlichem Ausgang befassen mussten. Glücklich, weil die Rallyeleiter in Eisenberg die Situation im Nebel gut erkannten. Nur fahren im Blindflug - das war für die erfahrensten Piloten ein Hauch zuviel. Wenngleich es in Eisenberg um den Sieg ging, ums Leben wollte hier niemand fahren...

Dichte Nebelschwaden machten sogar den Einsatz der Scheinwerfer überflüssig. Im Gegenteil, jeglicher Einsatz des Lichtes machte ein Erkennen der Wegstrecken unmöglich. Die Zuschauer lauschten auf das Aufheulen der Motoren, die Fahrer auf die Ansagen ihrer Copiloten. Ohne ein Ansinnen auf die folgenden Strecken mussten sich die Piloten auf die vorher ausgemeterten Strecken verlassen, aber im Nebel war jeder zu langsam gefahrene Meter ein Meter zuviel..

Ralph Edelmann, erfahrener Copilot von Anton Werner im Porsche GT3: "Wir hatten etwa 30 Meter Sicht auf der WP9. Das Licht hat uns nur geblendet, war eventuell etwas zu hoch eingestellt. Aber innerhalb dieser Nebelwand hätte uns jede Taschenlampe behindert. Also sind wir ohne Licht gefahren. Doch beim Blick nach links auf den Tacho mit seinen 200 km/h , das andere Auge in Richtung Nebelwand - da ist mir echt mulmig geworden."

Mit dem Gesamtsieg des Zwickauer Teams Maik Stölzel/Thomas Windisch (Škoda Octavia WRC) endete letztendlich die 2. AvD-Rallye Eisenberg in Thüringen. Zweite wurden Anton Werner/Ralph Edelmann (Porsche 911 GT3) vor Rainer Noller/Uwe Walz (Mitsubishi Lancer Evo 7). Dem als Tabellenführer der Deutschen Rallye-Serie (DRS) 2008 angereisten Team Thomas Robel/Henry Wichura reichte Platz 12 im Gesamtklassement, um sich den Titelgewinn in der DRS 2008 zu sichern.

Das am häufigsten gebrauchte Stichwort der Rallye rund um die Mohrenstadt Eisenberg war "Nebel". Bereits auf der ersten Prüfung am Morgen kämpften die Teams mit schlechter Sicht, die da und dort ihren Tribut in Form verpasster Bremspunkte und einiger Ausritte forderte. Die Sichtverhältnisse besserten sich im Laufe des Tages ein wenig, doch mit einbrechender Dunkelheit verschlechterten sie sich wieder dramatisch.

Nachdem sich gerade Maik Stölzel zunächst auf Platz drei hinter den Porsche-Teams Dobberkau/König und Werner/Edelmann etabliert zu haben schien, hatte er nach Dobberkaus Ausfall durch ein Bremsversagen auf Prüfung 7 nur noch einen Gegner vor sich. Anton Werner trug seinen zweiten Platz mit Fassung. "Wir hatten eigentlich eine ganz gute Rallye, aber als wir bei Dunkelheit und Nebel feststellen mussten, dass unsere Zusatzscheinwerfer zu hoch standen und wir uns selbst blendeten, war es vorbei", meinte der Niederbayer.

Ungetrübte Freude dagegen beim Team des DRS-Gesamtsiegers. Der 22-jährige Thomas Robel, im Vorjahr Gewinner der Junior-Wertung dieser Rallyeserie, konnte mit seinem Copiloten Henry Wichura im Honda Integra R nach sechs Rallyes als Gewinner der Serie gefeiert werden. Er sagte: "Ich freue mich riesig, und ich bin froh, dass wir es nach unseren technischen Problemen mit einem lockeren Ölfilter heute morgen geschafft haben, hier die nötigen Punkte zur Sicherung des DRS-Titels einzufahren."

Ergebnis 2. Avd Mohren-Rallye:

1. Stölzel/Windisch, Skoda Octavia 47:48,1
2. Werner/Edelmann, Porsche 911 +0:17,6
3. Noller/Walz, Mitsubishi Lancer +2:43,5
4. Abendroth/Oschmann, Honda Civic +3:34,9
5. Homuth/Jung, Opel Kadett +3:55,3
6. Karlsson/Näther, Audi TT+4:11,0
7. Kunstmann/Tausch, Honda Civic +5:37,5
8. Klett/Sebesta, BMW 318 +6:32,5

Endstand DRS 2008:

1. Robel/Wichura 105,57
2. Noller/Walz 103,29
3. Werner/Edelmann 97,17
4. Schaaf/Wahl 74,67
5. Krause/Fleischhauer 71,82
6. Abendroth/Oschmann 65,58
7. Stölzel/Windisch 55,00
8. Kübler/Seeger 44,50


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