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Motorschaden bremst Wiesner aus - Heimspiel geplatzt

Mohrenrallye ohne thüringer Nachwuchstalent. Technischer Defekt in der Lausitz macht Start unmöglich.
von Uwe Köllner

Motorsport-Magazin.com - Es sollte ein Heimspiel für ihn werden, jetzt muss er die 2. AvD Mohren-Rallye aus den Zuschauerreihen heraus betrachten: Nach einem Motorschaden in der Lausitz kann Jeffrey Wiesner in Eisenberg sein Talent nun doch nicht unter Beweis stellen. Das hatte sich der Youngster anders vorgestellt, sollte die Mohren-Rallye direkt vor seiner Haustür doch ein krönender Saisonabschluss werden.

Sicherlich eine ebenso herbe Enttäuschung für das heimische Publikum, das seit dem Rallyeeinstieg des 27-Jährigen begeistert mitfiebert. 1998 begannen seine sportlichen Aktivitäten. Zunächst fuhr Jeffrey aktiv auf Moto-Cross-Solomaschinen, später wechselte er als Beifahrer zur Seitenwagenklasse und errang in dieser Zeit insgesamt 44 Podiumsplätze in Läufen zu verschiedenen Meisterschaften. 2003 eroberte der Rallyesport sein Herz. In einem Trabant nahm der Großbodunger an verschiedenen Slalom-und Bergrennsportveranstaltungen teil. Zudem sammelte er erste Erfahrungen in mehreren Rallye-200-Läufen auf einem selbst aufgebauten Trabant der Gruppe H. 2006 wurde Jeffrey Wiesner Gewinner der Suzuki-Sichtung. Seither fährt er immer wieder ganz vorne mit.

Im Gespräch mit dem adrivo Motorsport-Magazin erzählt Jeffrey von seiner ersten "Infektion" mit dem Rallyesport, der ihn seither nicht mehr los lässt. "2003 habe ich durch Zufall ein Rallyeauto gesehen. Ich bin einfach hinterher gefahren und stand dann zur Rolandrallye an einer Sprungkuppe. Ich war sofort begeistert - ab diesem Tag besuchte ich regelmäßig Rallye´s."

Die Frage, an was er gedacht habe, als er das erste Mal im eigenen Rallyeauto gesessen und Gas gegeben habe, kann er nicht so recht beantworten: "Ich war zu aufgeregt, ich weiß es nicht mehr. Erst als ich die erste Nachtprüfung gefahren bin war ich emotional sehr angekratzt und dachte: "Jetzt gehörst du dazu." Ich habe mich an die Zuschauerzeiten erinnert, als ich auch mit feuchten Augen im Dunkeln an der WP gestanden habe. Ein paar Jahre später ist man selbst zum Darsteller geworden. Ein komisches Gefühl...."

Seine Mentoren Manfred Hiemer und Armin Kremer sind seine absoluten Vorbilder, "aber für mich gibt es aber noch viele andere hervorragende Rallyefahrer, die mich schon immer begeistern. Ich denke da unter anderem an Ruben Zeltner, Mathias Kahle, Peter Corazza, Martin Christ, Jürgen Kayser und Patrick Snijers."

Mittlerweile sitzt Jeffrey in seinem BMW 330 is hinter dem Steuer, sein Lieblingsrallyeauto ist der BMW M3 E30 und alles was über 8000 1/min dreht. Er wünscht sich "ein Auto und ein Team mit dem ich mein Können unter Beweis stellen kann. Danach eine kleine Familie - aber ohne koreanischen Kombi wo die Namen des Nachwuchses die Heckscheibe verzieren."

2009 steht für ihn "so viel Rallye wie nur irgendwie geht" auf dem Plan. Wenngleich es schon öfter mal einen Punkt gab, an dem er das Rallyefahren aufgeben wollte: "Ja, ich wollte schon oft aufgeben, habe es sogar einmal fast zwei Wochen lang durchgehalten. Mein Ehrgeiz und die Hoffnung dass ich irgendwann ein Topauto fahren darf, dazu meine Freunde und meine Fans machen das Rallyefahren so faszinierend. Wenngleich ich mein Wunschzieleinlauf bei der Rallye in Eisenberg unter den Top drei der Gruppe N mit möglichst vielen Turbo-Allradlern hinter mir vergessen kann."


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