DRS

Technik kontra Talent - Abendroth und Oschmann scheitern

Fahrzeugprobleme zwingen ambitioniertes Team zur Aufgabe.
von Uwe Köllner

Motorsport-Magazin.com - "Es hat wohl nicht sollen sein." Michael Abendroth und sein Co-Pilot Frank Oschmann sind enttäuscht. Nach der Erfolg versprechenden Premiere im Jahr 2004 (2. Klassenrang) wollten sie in diesem Jahr bei dem WM-Lauf in Trier wieder Akzente setzen. Technische Probleme aber machten dem gesamten Team einen Strich durch die Rechnung.

Am vergangenen Wochenende gastierte die Rallye-Weltmeisterschaft zum siebten Mal in Trier. Mit der imposanten Rekordzahl von weit über 250.000 Zuschauern aus der ganzen Welt erlebten Teams und Fans Spannung und Action entlang der 19 Wertungsprüfungen. Erneut siegte der elsässische Citroen-Pilot Sebastian Loeb vor seinem spanischen Teamkollegen Daniel Sordo. Aber auch hinter dem Spitzenduo wurde hart gekämpft.

Michael Abendroth (Duisburg) und Frank Oschmann (Stuttgart) brachten einen neuen Honda Civic Type R an den Start. Monatelang hatte sich das Team auf dieses Highlight vorbereitet. "Als sich beim Showstart der rote Vorhang lüftete, wir durch die Porta Nigra fuhren und von den begeisterten Zuschauern empfangen wurden, da spürten wir um was für einen Megaevent es sich hier tatsächlich handelt", schwärmt Michael Abendroth rückblickend

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Der Auftakt verlief für das Team jedoch alles andere als glücklich. "Bereits auf der ersten Sonderprüfung haben wir in einer engen Passage den Torbogen in Fell leicht touchiert. Die Hinterachse wurde dadurch verbogen. 3 Wertungsprüfungen (WP) mussten wir mit diesem Handicap absolvieren, ein Zeitverlust von ca. 2 Minuten. Im Service wechselte unsere routinierte Servicecrew die komplette Hinterachse in weniger als 10 Minuten, eine sensationelle Leistung", erklärt Abendroth.

Aufgrund zweier WP-Abbrüche, zum einen durch die Zuschauermassen, zum anderen durch den Unfall des Italieners Galli, war für das Team eine Aufholjagd an diesem Tage nicht mehr möglich. Diese wurde am Samstag gestartet. "Eine Serie von sieben Klassenbestzeiten reduzierte unseren Rückstand von 1:47 Minute auf lediglich 17 Sekunden. Wir kletterten vom siebten auf den zweiten. Platz. Nach dem Schlussservice aber passierte das Unfassbare: Beim Einlegen des Rückwärtsganges krachte es plötzlich in der Sperre."

Am Sonntagmorgen entschlossen sich Abendroth/Oschmann auf der Verbindungsetappe in Richtung 15. WP zur Aufgabe, um weiteren Schaden zu vermeiden. "Das ist wirklich enttäuschend. Wir fahren bereits in der siebten Saison mit diesem Team und hatten noch nie einen technischen Ausfall. Auch diesmal lief der Honda tadellos. Wirklich schade, dass ausgerechnet ein Zulieferteil nicht gehalten hat. Wären die Probleme nur kurze Zeit vorher aufgetreten, dann hätten wir das Getriebe gewechselt", berichtet das enttäuschte AvD-Team.

Anstatt Trübsal zu blasen haben sich die Honda-Piloten zum Start bei der Rallye Niederbayern entschlossen. Nächste Woche gehen die amtierenden Meister der DRS beim dritten Meisterschaftslauf an den Start.


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