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Welche F1-Teams hängen in der Schwebe?

Diskussionsforum über Teams und Motoren in der Formel 1.
Beitrag Di Sep 23, 2014 2:54 pm

Beiträge: 37551
Noch immer schwirrt die Idee herum, dass es 2015 nur noch acht F1-Teams à drei Fahrzeuge geben könnte. Wie das genau aussehen könnte, steht in der morgen erscheinenden Ausgabe der “Formel-Woche”. Doch welche F1-Teams hängen eigentlich in der Schwebe?

Mercedes – Gefahr Ecclestone-Prozess gebannt
Das Topteam Mercedes ist natürlich sicher – auch wenn das vor wenigen Monaten noch ganz anders war. Der Konzern hat einen bestimmten Kodex und nach genau diesem wäre es Mercedes wohl schwer gefallen, weiterhin in einer Formel-1 mitzumischen, deren Chef sich nicht gesetzeskonform verhält. Einer der Gründe, wieso Toto Wolff und Niki Lauda insgesamt 40% des Teams gekauft haben, sollen auch darin begründet sein, im Notfall einzuspringen, wenn Mercedes den Rückzug antritt. Doch das ist längst vom Tisch: Das Verfahren gegen F1-Boss Bernie Ecclestone wurde eingestellt, der Brite ist nicht vorbestraft. Ecclestone an der Spitze soll übrigens einer der Gründe sein, wieso Volkswagen einen Bogen um die Formel-1 macht.

Red Bull: F1-Zukunft auch als Verlierer
Bei Red Bull stellen sich viele die Frage, wie sie mit einer anhaltenden Phase ohne WM-Titel umgehen werden. Doch Red Bull ist längst aus dem Gröbsten raus, Teamchef Christian Horner wittert sogar noch Chancen auf den WM-Titel, Daniel Ricciardo hat schon drei Rennen gewonnen – und einen Youngster wie Max Verstappen hätte man nicht unter Vertrag genommen, wenn Red Bull den Stecker aus der Formel-1 zieht. Red Bull ist also sicher.

Williams: Solides Budget, hohe Ansprüche
Williams hat zwar im abgebrochenen Kalenderjahr Miese gemacht, aber das sollen Investitionen für die Zukunft gewesen sein. Der blickt man rosig entgegen. Man erwartet sogar, dass man trotz eines zum Teil erheblich kleineren Budgets als das der Teams von Red Bull, Ferrari und Mercedes, 2015 um die WM mitfahren kann! Das Budget ist außerdem im Vergleich zu anderen Mittfeldteams groß, sportlich steht man gut da – und Williams ist eines der Traditionsteams, das viele anderen wie Lotus, Tyrrell oder Brabham überlebt hat. Bei Williams wird es also weitergehen.

Ferrari: Marchionne wird F1-Projekt nicht antasten
Ferrari hat mit Sergio Marchionne einen neuen Chef. Der gilt als kühlkalkulierender Geschäftsmann, da darf man natürlich schon einmal die Besorgnis äußern, ob sich Marchionne den teuren Spaß Formel-1 weiterhin leisten will. Aber der Ferrari-Konzern steht wirtschaftlich gesund da, Marchionne wird den Teufel tun und das heilige F1-Projekt antasten. Also auch Ferrari ist sicher.

Force India: Bald ein mexikanisches Team?
Kritischer wird es schon bei Force India. Hier gibt es immer wieder Gerüchte um die beiden indischen Besitzer Vijay Mallya und Subrata Roy. Beide haben Firmen, die hohe Schulden haben. Roy sitzt derzeit sogar im Gefängnis, Mallya könnte dem letzten Vernehmen nach Schwierigkeiten bekommen, weil seine Fluggesellschaft Kingfisher Airline in finanziellen Problemen steckt, aber als großer Sponsor bei Force India am F1-Wagen prangerte. Mallya gab in Singapur aber einmal mehr Entwarnung. Zu wünschen wäre es, wenn Mallya weitermachen dürfte: 2014 hat man bisher so viele Punkte gesammelt, wie noch nie in der Geschichte des Teams. Mallya fuhr in Indien in den 80er Jahren selbst Rennen, sogar mit einem F1-Boliden von Ensign. Auch die Führung seines bisherigen F1-Teams managte er wie ein Racer: Trotz im Vergleich zu anderen Teams bescheidenen Budgets vollbringt er sportliche Wunder, durch ein äußerst effizient aufgestelltes Team. Die Fahrerwahl ist stets exzellent. Mallya ist patriotisch, aber auch realistisch genug, dass er nicht mit Gewalt einen Inder wie Narain Karthikeyan oder Karun Chandhok ins Cockpit setzt, sondern er wartet getrost auf den ersten richtigen Star aus Indien – den er selbst sucht. Derzeit ist der Kartstar Jehan Daruvala Mallyas größte Hoffnung. Und doch: Wie geht es mit dem Rennstall weiter, wenn Mallya wirklich verkaufen muss? Gerüchten zu Folge bemüht sich Carlos Slim derzeit um einen mexikanischen Rennstall. Slim ist der reichste Mann der Erde, fördert derzeit die Fahrer Sergio Pérez (Force India) und Esteban Gutiéerez (Sauber). Nächstes Jahr gibt es die Rückkehr des Mexiko-GP in den F1-Kalender, da wäre ein mexikanisches Team mit Pérez und Gutiérrez am Steuer so etwas wie Slims Traum…

McLaren – Endlich wieder Werksstatus
Seit Mercedes 2010 das Brawn-Team gekauft und zum eigenen Werksrennstall umgemodelt hat, ist McLaren nur noch ein Kundenteam. Die sportlichen Resultate litten darunter. Nun soll es 2015 mit Honda als Exklusivpartner wieder aufwärts gehen. Auch das F1-Budget wächst. Die Zukunft von McLaren ist also gesichert.

Toro Rosso – Verkauf keine Option mehr

Eigentlich hatte Red Bull einmal vor, das Toro-Rosso-Team wieder zu verkaufen. Doch inzwischen hat sich das Juniorenteam bewährt. Talente wie Max Verstappen können für Höheres trainiert werden. Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo sind aus der Toro-Rosso-Schule zu GP-Siegern gereift. Wie lange sich Red Bull noch den Luxus von zwei F1-Teams leistet, muss man abwarten, aber derzeit deutet alles daraufhin, dass Toro Rosso mittelfristig gesichert ist – ja sogar noch ausgebaut werden soll zu einem starken Rennstall. In Faenza wird bereits eifrig gebaut, das Personal soll aufgestockt werden.

Lotus – wie lange hat Lopez noch Lust?
Lotus-Besitzer Gérard Lopez ist Geschäftsmann, aber auch Rennsportfan. Letztlich kutschierte er einen F1-Ferrari aus den späten 80er Jahren – den er sich inzwischen gekauft hat. Immer wieder geistern beängstigende Zahlen um die Finanzen des Lotus-Teams durch die Medien, aber noch immer soll Lotus das fünfgrößte Budget unter den Teams haben. Doch wenn die Erfolge weiterhin ausbleiben, könnte das Team bald verkauft werden. Schenkt man “Motosport-total.com” Glauben, so arbeiten F1-Boss Bernie Ecclestone und Ex-Teamchef Flavio Briatore im Hintergrund daran, den Modeguru Lawrence Stroll Lotus-Anteile schmackhaft zu machen.

Marussia – Kam Monaco zu spät?
Mit dem neunten Platz hat Marussia endlich die ersten F1-Punkte auf dem Konto – aber wahrscheinlich zu spät. Das Preisgeld dafür wird erst am Ende des Jahres ausgeschüttet werden, schon in Belgien wäre Marussia fast nicht gefahren. Trotz des neunten Platzes in Monte Carlo darf man aber die Augen vor der Realität nicht verschließen: Auch das Jahr des großen Regelumbruchs konnte Marussia nicht nutzen, um endlich an die Mittelfeldteams heranzurücken. Der Rückstand beträgt meistens mehr als eine Sekunde. Besserung ist kaum in Sicht und Besitzer Andrej Cheglakov soll deswegen keine Lust mehr haben. Schon nach dem Russland-GP will er den Rennstall angeblich verscherbeln. Als Kandidat wird Lawrence Stroll gehandelt.

Sauber – Vorerst weiter alleine
Lawrence Stroll wollte sich eigentlich Anteile am Sauber-Rennstall sichern. Aber wie immer bei potenziellen Investoren hat das Sauber-Team genaue Vorstellungen, wie ein solcher Zug vollzogen werden sollte. Und wie viel das kosten solle. Die Verhandlungen mit Stroll gelten als gescheitert. Obwohl es auch sportlich bei Sauber gar nicht mehr läuft, ist sich Teamchefin Monisha Kaltenborn sicher: “Wir stehen auch 2015 in der Startaufstellung.”

Caterham – Schon in Japan keine Reifen mehr?
“De Telegraaf” enthüllte heute Erschreckendes: Caterham soll bei Reifenlieferant Pirelli derart in der Kreide stehen, dass sie in Japan ohne Begleichung der Schulden keine Reifen liefern wollen. Der neue Teamchef Manfredi Ravetto erklärte es für ein Wunder, dass das Team nach der Übernahme eines schweizer-arabischen Konsortiums überhaupt in Silverstone starten konnte. Um das Team ist es also nicht gut bestellt und offenbar wollen die noch immer unbekannten Investoren schnellen Erfolg. Doch wenn der ausbleibt, könnte spätestens Ende der Saison wirklich das Licht in der Caterham-Fabrik in Leafield ausgehen.


Beiträge: 3311
Marussia und Caterham werden in Austin wohl nicht antreten. Schon heftig, wenn man bedenkt, dass vor knapp zwei Wochen noch 22 Autos in der Startaufstellung standen. Ecclestone hatte den beiden Teams angeboten ein bis zwei Rennen auszusetzen. Ich habe aber eher die Vorahnung, dass Caterham und Marussia in Sotchi zum letzten Mal in der Formel 1 gestartet sind und in Abu Dhabi nicht mehr dabei sind.

Und das haben wir nur dem machtgeilen Bernie Ecclestone zu verdanken. Vielleicht lernen die Teams, die Ecclestone Rosen streuen, dass das so nicht mehr weitergehen kann...

Quelle: https://www.motorsport-magazin.com/forme ... in-austin/
http://de.youtube.com/user/KLOKRIECHER

http://www.klokriecher.de

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Wer es sich nicht leisten kann sollte es nunmal lassen ....


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read-only hat geschrieben:
Wer es sich nicht leisten kann sollte es nunmal lassen ....
Mag sein. Aber solche Teams machen ja nun mal das Bild der Formel 1 aus. Ein buntes Starterfeld ist besser, als dass man vier finanziell "gesunde" Teams hat, die mit fünf gleichlackierten Autos antreten. Früher waren es mal Arrows, Jordan, Minardi oder Super Aguri, die das Projekt trotz der Probleme durchgezogen haben. Heute sind es HRT (bereits ausgestiegen), Caterham und Marussia, die die finanzielle Notlage haben und morgen könnten es sogar Lotus und Sauber sein. Und 2016 werden mit Haas und Forza Rossa zwei neue Teams die Startaufstellung füllen, falls die durch diese Situation nicht abgeschreckt den Stecker ziehen sollten.
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KLOKRIECHER hat geschrieben:
Marussia und Caterham werden in Austin wohl nicht antreten. Schon heftig, wenn man bedenkt, dass vor knapp zwei Wochen noch 22 Autos in der Startaufstellung standen. Ecclestone hatte den beiden Teams angeboten ein bis zwei Rennen auszusetzen. Ich habe aber eher die Vorahnung, dass Caterham und Marussia in Sotchi zum letzten Mal in der Formel 1 gestartet sind und in Abu Dhabi nicht mehr dabei sind.

Und das haben wir nur dem machtgeilen Bernie Ecclestone zu verdanken. Vielleicht lernen die Teams, die Ecclestone Rosen streuen, dass das so nicht mehr weitergehen kann...

Quelle: https://www.motorsport-magazin.com/forme ... in-austin/



Nee, die wachen erst auf wenn Sauber und Lotus auch noch das Handtuch schmeißen und Mercedes sein Veto gegen ein drittes Team einlegt. Die F1 schafft sich ab, sagte ich vor einem Jahr. Nun scheint es endlich Wahrheit zu werden...


Beiträge: 17308
Mit Mosley wäre das wohl nicht passiert. Der hat diese Teams 2008/2009 damit in die F1 gelockt, dass es mittelfristig eine Budgetgrenze von 50 Mio. geben sollte. Nur unter dieser Voraussetzung sind diese Teams damals in die F1 gekommen - HRT übrigens auch, aber die waren ja schon früher weg vom Fenster.

Ich denke Mosley hätte daran auch festgehalten, wäre er noch im Amt. Andererseits hätten Teams wie Ferrari und Red Bull da vielleicht nicht mitgespielt.

Nur letztlich fuhren diese beiden Teams 5 Jahre lang konsequent hinterher - Entwickung? Fehlanzeige.

Es muss schon jemand mit viel Geld und Leidenschaft dahinterstehen. Soeiner wie Vijay Mallya. Was der aus dem einstigen Schlusslicht Spyker gemacht hat, verdient großen Respekt!

Virgin-Boss Brandson hatte nie die Leidenschaft und auch keine Ahnung von der F1. Deshalb ist er ausgetiegen und Marussia letztlich auch vor die Wand gefahren. Naja und bei den Strukturen von Caterham bin ich nie so recht durchgestiegen...

Das Konzept drittes Auto wirds sicher und hoffentlich nicht geben. Mit Haas steht ja auch ein neues Team in den Startlöchern, so dass es mittelfristig zumindest 20 Autos geben wird.

Um Lotus und Sauber mache ich mir noch keine großen Sorgen.
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Beiträge: 7297
KLOKRIECHER hat geschrieben:
Und das haben wir nur dem machtgeilen Bernie Ecclestone zu verdanken. Vielleicht lernen die Teams, die Ecclestone Rosen streuen, dass das so nicht mehr weitergehen kann...

Was genau hat denn der böse Bernie nun damit zu tun?


Beiträge: 37551
read-only hat geschrieben:
Wer es sich nicht leisten kann sollte es nunmal lassen ....


Mit dieser Einstellungen verlieren wir als nächstes noch die Teams Sauber, Lotus und Force India. Es kann doch nicht sein, dass sich 2-3 Teams mit irrwitzigen Budgets meinen, den Erfolg kaufen zu müssen und die restlichen F1-Teams, vor allem die kleinen Teams, die ja zur Rennsportkultur dazu gehören, vor die Hunde gehen. Es wird immer einen Letzten geben und es muss einfach sicher gestellt werden, dass auch die letzten Teams noch eine Chance haben, zu überleben und sich sportlich auch nach vorne zu entwickeln. Meines Erachtens müssen die Einnahmen unbedingt gerecht verteilt werden und die Budgets begrenzt werden.


Beiträge: 37551
Mav05 hat geschrieben:
Was genau hat denn der böse Bernie nun damit zu tun?


Naja dass Ecclestone wohl unbestritten der mächtigste Mann in der Formel-1 ist, dürfte klar sein, dass er dann auch definitiv das Zeug dazu hat, auch Hebel in Bewegungen zu setzen, dürfte auch klar sein. Dass letztlich Ecclestone sich nur noch acht Teams à drei Fahrzeuge wünscht, ist ja ganz offensichtlich.

Die meiste Schuld hat meines Erachtens die FIA: Sie setzen sich mit ihren Forderungen nach einer Budgetobergrenze nicht durch. Dabei machen sie die Regeln. Sie lassen den Topteams zu viel freien Raum.

Und schließlich sind es die Topteams, die - allerdings auch verständlich - eben auf ihren Vorteil schauen. Dabei ist ihr Vorteil langfristig ihr Nachteil. Keiner will DTM-Verhältnisse in der F1, auch nicht Mercedes, Red Bull und Ferrari.


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MichaelZ hat geschrieben:
read-only hat geschrieben:
Wer es sich nicht leisten kann sollte es nunmal lassen ....


Mit dieser Einstellungen verlieren wir als nächstes noch die Teams Sauber, Lotus und Force India.


Dann ist dem halt so.
Dann gibt es nur noch eine Hand voll Teams und es liegt in der Hand der Fans, ob es dann noch interessant ist oder nicht.
Aber solange es Teams gibt, welche in die F1 wollen und das finanzielle Risiko eingehen, gibt es keinen Grund irgendwas zu ändern.

Solange es genügend Dumme gibt ...


Beiträge: 37551
Halte ich aber nicht für verantwortungsbewusst. Ecclestone sollte schauen, dass nicht einzelne Teams darüber bestimmen, wohin sich die Formel-1 entwickelt. Es müssen einfach vernünftige Rahmenbedingungen geschafft werden. Von "wird sich schon alles selbst regeln" halte ich nichts, weil man seit 20 Jahren sehen kann, dass es das nicht tut. Es gab immer wieder mal ein paar bessere Jahre, aber Teams wie Marussia und Caterham wären nie gekommen, wenn nicht eine Budgetobergrenze für 2010 fest geplant gewesen wäre. Dann hätten wir schon seit Jahren nur neun Teams - wenn überhaupt, denn wie gesagt, als nächstes wird dann halt Sauber immer Letzter und ist dann das nächste Team das gefährdet ist. Von der GP2 rückt nichts mehr nach. F1-Einstiege wie von Jordan 1991 oder Sauber 1993 sind heute undenkbar - also läuft was verkehrt- Natürlich sollte man das nicht einfach laufen lassen, bis der Schaden zu groß ist um etwas zu ändern, sondern dringend handeln! Kann deine Argumentation daher nur schärfstens abweisen!


Beiträge: 2951
Gibt es denn genügend Dumme?
Es haben sich zwar zwei neue Teams gemeldet, meiner Erfahrung nach ist es aber meistens so, dass von angekündigten Teams mindestens die Hälfte niemals an den Start rollt. Selbst wenn die aktuellen Wackelkandidaten Sauber, Lotus und Force India (Marussia und Caterham nehme ich einfach schonmal vorsorglich raus, da habe ich im Moment recht wenig langfristige Hoffnungen) es schaffen, eine solide Finanzierung zu erreichen, haben wir mittelfristig im besten Fall 20 Autos am Start, was so irgendwie auch nicht viel ist. Und in diesem Modell sind jetzt plötzliche, unerwartete Rückzüge noch gar nicht aufgeführt, Teams wie Honda, BMW oder Toyota hatten ja finanziell und zum Teil auch sportlich keinen Grund, den Stecker zu ziehen. Was, wenn der Erfolg irgendwann weg ist und den Mercedes-Oberen der Motorsport dann doch wieder zu teuer ist? Was, wenn Red Bull Verluste macht und sich Toro Rosso und das Jugendprogramm nicht mehr leisten kann oder will?
Da muss sich schon definitiv etwas ändern, nur braucht es im Umfeld der Formel 1 für so eine Erkenntnis wohl erst eine Saison mit 6 teilnehmenden Teams oder sowas. Eine Budgetobergrenze hat sicherlich Schlupflöcher, nur ist das schlimmste, was dabei passieren kann auch nur das, was wir im Moment auch haben, nur das die Unsummen dann nur noch hinter vorgehaltener Hand ausgegeben werden. Von daher kann man es genau so gut versuchen, viel schlimmer als der jetzige Zustand kann es nicht werden.
R.I.P. Marco Simoncelli
20.01.1987-23.10.2011


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Ekelstein hat geschrieben:
Gibt es denn genügend Dumme?


Das wird man dann sehen. Aktuell lichtet sich zumindest der Wald der "Dummen". Solange noch genügend Leute einschalten ist man erfolgreich. Völlig egal wie dumm die ENtscheidungen für den ein oder anderen Motorsportfan sind.

Eine Budgetgrenze hat ja auch noch ganz andere Auswirkungen.
Die Fahrergehälter werden vermutlich sinken, denn die sind ja Teil des Budgets (korrigiert mich wenn ich mich irre).
Je nachdem wie groß diese Einbußen sind, werden für die Top-Fahrer evtl. andere Serien interessanter.
In den USA verdient man ja bspw. ziemlich gut.
Und ohne interessante Fahrer wird die ganze Serie uninteressanter.

MichaelZ hat geschrieben:
Halte ich aber nicht für verantwortungsbewusst


An der F1 teilzunehmen, ohne die finanziellen Mittel dafür zu besitzen ist auch alles andere als verantwortungsbewusst.


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Bisher war immer die Rede davon, dass die Fahrergehälter von der Budgetobergrenze ausgeklammert werden würde - also das Argument ist schon mal keines.


Beiträge: 17308
read-only hat geschrieben:

Das wird man dann sehen. Aktuell lichtet sich zumindest der Wald der "Dummen". Solange noch genügend Leute einschalten ist man erfolgreich. Völlig egal wie dumm die ENtscheidungen für den ein oder anderen Motorsportfan sind.


Klar, entscheidend sind die Einschaltquoten.

Ich denke Caterham und Marussia wird die Mehrheit der Fans auch nicht vermissen. Allerdings sind 18 Autos meiner Ansicht nach auch echt schon die untere Grenze.

Wenn jetzt noch ein Team weg bricht, hat Bernie echt ein Problem. Ich frage mich auch, was in den Verträgen mit den Veranstaltern steht hinsichtlich der Menge der Autos, die fahren sollen/müssen.

Und es gibt ja durchaus weitere Teams, bei denen es Gerüchte um Probleme und Pleite gibt. Vor allem Sauber und Lotus, aber auch bei Force India.

Wobei ich glaube, dass bei einer Pleite von Sauber oder Lotus der Bernie vielleicht aushelfen würde, denn er hat in der Vergangenheit schon Williams vor dem Ruin gerettet und bei Traditionsteams zuckt er schonmal das Geldbörsel, wenns sein muss.

Dennoch schwebt natürlich das Gespenst der 3-Autos-pro-Team über der F1, zumal es Bernies Wunsch ist. Nur will das die Mehrheit der Fans nicht - ich auch nicht.
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Es gibt zwei Verträge:

1. Der Vertrag zwischen Ecclestone und den Veranstaltern: Der sieht vor, dass das Feld mindestens 16 Autos beinhalten muss, ansonsten müssten die Veranstalter die Gebühren nicht zahlen

2. Der Vertrag zwischen Ecclestone und den Teams: Der sieht vor, dass das Feld mindestens 20 Autos beinhalten muss, ansonsten müssen die Teams ein drittes Auto bringen.

Da hat sich der gewitzte Ecclestone einen Puffer eingebaut.


Beiträge: 37551
Wie seht ihr die Chancen auf eine Rettung?

Für Austin ist es wohl schon zu spät: Das Rennmaterial ist bereits auf dem Weg nach Amerika, das von Caterham und Marussia wird dort wohl nicht ankommen. Aber können die beiden Rennställe für die Zukunft gerettet werden?

Es ist selten, dass Teams aus finanziellen Gründen aussetzen müssen und dann doch wieder kommen. In den letzten 30 Jahren wäre da zum Beispiel das Zakspeed-Team aus Deutschland, das in seiner ersten Saison bewusst auf die Überseerennen in Amerika verzichtet hat. Das Brabham-Team setzte 1988 sogar eine komplette Saison aus, Bernie Ecclestone verkaufte das Team anschließend an den Schweizer Geschäftsmann Joachim Lüthi und nach einem Jahr Pause ging es 1989 wieder weiter. Das Coloni-Team verpasste 1991 den Spanien-GP, weil Pedro Chaves mitsamt seinen Sponsorgedern aus Portugal die Lust am Hinterherfahren verlor. Zwar gab es Gespräche mit Luis Pérez-Sala als Ersatz, doch erst beim Japan-GP kehrte Coloni mit Naoki Hattori als Fahrer zurück. Schließlich gab es 2002 den Fall Arrows: Beim Frankreich-GP fuhren Heinz-Harald Frentzen und Enrique Bernoldi bewusst langsamer, um sich nicht zu qualifizieren. Damit umging man einer Strafe und konnte beim Rennen aussetzen. In Deutschland fuhr man dann noch ein letztes Mal mit, aber nachdem Verkaufsgespräche mit Craig Pollock und Red Bull versandeten, ging das Licht bei Arrows endgültig aus.

Wie stehen die Chancen, dass Marussia und Caterham gerettet werden können? Bei Marussia soll ein britisch-indisches Brüderpaar aus der Stahlindustrie Interesse an einer Übernahme bekunden: Laut dem “Telegraph” bieten Baljinder Sohi und Sonny Kaushal rund 70 Millionen Euro. Die Chancen bei Marussia sind besser, weil man derzeit auf Rang neun in der Tabelle liegt und daher rund 48 Millionen Euro Preisgeld kassieren würde.

Aber auch Caterham gibt noch nicht auf: Der Insolvenzverwalter Finbarr O’Connell erklärte gegenüber “Sky Sports”, dass es zehn bis 15 seriöse Kaufinteressenten gäbe. Namen werden nicht genannt, erst kürzlich war aber von chinesischen Investoren die Rede. Auch Modeguru Lawrence Stroll ist daran interessiert, sich bei einem F1-Rennstall einzukaufen – stellt sich halt die Frage, ob er das bei einem Hinterbänklerteam wie Marussia und Caterham tun will.


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Teamsterben: Welche Konsequenzen müssen gezogen werden?

Zwei Teampleiten während der Saison und dann auch noch vor demselben Grand Prix: Jezt haben wir vorerst nur noch neun Rennställe! Folgende Konsequenzen sollten jetzt gezogen werden:

1. Sollten keine Käufer für Marussia und Caterham gefunden werden, dann sollte es 2015 zumindest bei einigen Teams ein drittes Auto geben. Ein F1-Starterfeld von nur 18 Fahrzeugen über die gesamte Saison hinweg wäre für die Formel-1 alles andere als positiv. Auch wenn es kein Rekord wäre: 1969 starteten durchschnittlich 16,5 Fahrer – aber 2015 wäre im Falle von nur 18 Startern schon auf Rang zwei! Die Argumentation, eine Saison mit 18 Fahrer kann man durchgehen lassen und 2016 kommt ja dann das Haas-Team ist gefährlich: Was ist, wenn auch Sauber, Lotus oder Force India zusperren müssen? Die Drei-Wagen-Regel darf aus verschiedenen Gründen keine langfristige Lösung sein (das behebt die Ursachen der Probleme nicht, die Gefahr von Teamorder steigt, die Gefahr, dass dann auch Mittelfeldteams wie Sauber oder Lotus als Letzter aussteigen, ebenfalls), aber sie dient als Übergangslösung.

2. Die Kosten in der Formel-1 müssen gesenkt werden, die Einnahmen besser verteilt oder das Budget begrenzt werden. Auf dem Punkt gebracht: Es muss wieder möglich sein, dass ein Privatteam in der Formel-1 überleben kann und sportlich auch nicht unter ferner liefen fährt.

3. Die Hürden für neue F1-Rennställe müssen kleiner werden. Regelungen, wonach F1-Teams vor dem Einstieg Gelder als Beweis für die Seriösität des Projekts bei der FIA hinterlegt, müssen fallen gelassen werden. Die Gefahr, dass es zu langsame Fahrzeuge bei den GP-Rennen gibt, wird durch die 107%-Regelung im Quali, wonach die Fahrer nicht starten dürfen, die im Quali nicht diese Zeit erreicht haben, gebannt. Denkbar ist auch, dass man die neuen Teams mit einer solchen Regelung schon bei den Testfahrten prüft. Insgesamt muss es wieder leichter werden, in die Frmel-1 einzusteigen. Es war schon immer eine Herausforderung, an der viele Projekte gescheitert sind. Aber es gab immer wieder auch erfolgreiche Beispiele wie das Jordan-Team 1991. Ein Aufstieg wie damals von Jordan von der Formel-3000 (jetzt GP2) in die Formel-1 ist heute undenkbar geworden. Auch ART und Carlin würden gerne in der Formel-1 mitmischen – aber die Rahmenbedingungen machen das einfach unmöglich: Es gibt zu hohe Kosten, die Formel-1 hat sich von den Nachwuchsserien zu stark abgehoben, obwohl sie sich von den durchschnittlichen Rundenzeiten sogar näher gekommen sind. Da muss also was falsch laufen.

4. Die Formel-1 muss auch wieder versuchen, große Werke anzulocken. Selbst in den 70er Jahren kämpften entgegen der allgemeinen Meinung nicht nur Ford und Ferrari gegeneinander, sondern selbst in den 70er Jahren gab es mehr Motorenhersteller als heute. Damals mischten auch BRM, Alfa Romeo, Renault und Matra mit. Das aktuelle Reglement mit den wenig technischen Freiheiten, das keine Innovationen oder Konzeptvielfalt zulässt, schreckt die Hersteller ab. Daher steigen sie inzwischen viel lieber in die Sportwagen-WM als in die F1-WM ein.

Zusammenfassend also: Die Kosten müssen runter, die Einnahmen gerechter verteilt, die bestehenden Teams gehalten, neue Rennställe (kleine Privatteams, aber auch große Werke) angelockt werden. Dazu braucht es aber grundlegende Änderungen im sportlichen und technischen Reglement. Man kann nur hoffen, dass das aktuelle Teamsterben die nötigen Impulse geben, um sich der Ursachenbekämpfung und nicht nur der Krankheitsbekämpfung anzunehmen.


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In dieser Woche keimten bei Marussia wieder Hoffnungen auf, doch zu überleben. Ein neuer Investor scheint an einer Übernahme interessiert zu sein, eine weitere Versteigerungsauktion wurde daher abgesagt. Auch F1-Boss Bernie Ecclestone wittert eine Chance, auch wenn der Investor nicht Gene Haas heißt. Dort läuft das F1-Projekt für 2016 wie gewohnt weiter.

Haas hat immer wieder bestätigt, dass er kein Interesse an der Übernahme von Marussia oder eines anderen bestehenden F1-Teams hat. Der Grund: Man übernimmt damit immer wieder auch Verbindlichkeiten, wie Schulden oder Verträge. Die Rückstände von Marussia belaufen sich auf 40,1 Millionen Euro, das meiste davon schuldet man Ferrari (21,2 Millionen) und McLaren (9,1 Millionen), aber insgesamt gibt es rund 200 Gläubiger.

Um zumindest einen Teil der Schulden zu begleichen, sind in einer ersten Runde einige Überreste des Teams versteigert worden. Darunter auch das F1-Werk in Banbury. Käufer war in der Tat Gene Haas und deswegen zählten findige Journalisten eins und eins zusammen – kamen aber aufs falsche Ergebnis. Der mögliche Investor, der die Hoffnungen bei Marussia-Geschäftsführer Graeme Lowdon, aber auch F1-Boss Bernie Ecclestone aufkeimen lässt, soll seriös sein, aber er hört nicht auf den Namen Gene Haas.

18 Fahrzeuge am wahrscheinlichsten


Wegen des Investors wurde eine zweite Auktionsrunde abgeblasen. Lowdon erklärte gegenüber „Sky Sports“, dass noch für einen Rennstart in Australien alles Nötige vorhanden sei. Doch selbst wenn sich ein Käufer findet und der Rennbetrieb weitergeht, wird man sportlich deutlich hinterherhinken. Für 2015 wurde kein neues F1-Auto entwickelt, der Rückstand wird dadurch nur noch größer. Und mit Caterham fehlt ein Rivale auf Augenhöhe, denn hier schwinden die Hoffnungen immer mehr.

Inzwischen sind aber die Zahlen durchgesickert, wie viel das Abu-Dhabi-Abschiedsrennen gekostet hat: 102.000 Euro wurde fürs Benzin ausgegeben, 40.000 Euro für die Reise und die Unterkunft, 36.000 Euro schlug das Catering zu Buche und jeder Mitarbeiter wurde mit 2.500 Euro entlohnt.

Fazit: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir 2015 nur 18 Autos sehen werden, ist sehr, sehr groß. 2016 stößt dann das Haas-Team hinzu. Gemäß einem Bericht von „Omnicorse“ hat die italienische Chassisschmiede Dallara mit dem Bau der Haas-Rennwagen begonnen.


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Schafft es Marussia oder nicht?

Das Marussia-Team scheint tatsächlich einen Weg aus der Insolvenz gefunden zu haben. Doch die Rückkehr in die F1-Startaufstellung ist damit trotzdem noch nicht gesichert. Force India plädierte nämliche gegen eine Ausnahmeregelung, wonach Marussia mit dem alten F1-Rennwagen aus der Saison 2014 an den Start gehen darf.

Die Änderungen für 2015 sind überschaubar. Es geht vor allem um Schönheitskorrekturen an der Nase, aber auch um kleine Crashtest-Verschärfungen. Weil Marussia insolvent ist und das Team schon die letzten drei Saisonrennen 2014 verpasste, fand am Marussia Ferrari keine Weiterentwicklung mehr statt. Ein neues, dem Reglement 2015 entsprechendes Fahrzeug, hat man logischerweise nicht. Würden alle Teams zustimmen, hätte Marussia durch eine Ausnahmeregelung mit dem Vorjahresmodell an den Start gehen dürfen.

Force India stimmte auf der Sitzung der Strategiegruppe am 5. Februar allerdings dagegen. Auch andere Teams wie Sauber und die beiden Red-Bull-Mannschaften sollen einem Marussia-Comeback kritisch gegenüberstehen. Force India will sich den Schwarzen Peter aber nicht zuschieben lassen: Man hätte keinerlei Informationen darüber, wer denn eigentlich das Team gekauft habe und wie seriös das Projekt sei. Daher das Veto.

Ist Justin King der Retter?


Doch hinter vorgehaltener Hand dürften auch weitere Gründe für das Force-India-Veto sprechen. Sollte Marussia 2015 nicht an der F1-WM teilnehmen können, dann wird das Preisgeld für Rang neun in der Konstrukteurswertung 2014 unter den bestehenden Teams aufgeteilt. Das Preisgeld soll sich auf 34 Millionen britische Pfund, also rund 45 Millionen Euro belaufen. Force India wird nachgesagt, finanziell selbst auf wackligen Beinen zu stehen. Da wäre jeder Euro wichtig.

Robert Fernley, bei Force India die rechte Hand von Teamboss Vijay Mallya, erklärt außerdem, dass die eigenen Verzögerungen mit dem Neuwagen auch im Scheitern von Caterham und Marussia begründet sind. Im Toyota-Windkanal hätte man sich erst einmieten können, als der Vertrag mit Caterham aufgelöst wurde. Und manche Zulieferer verlangen inzwischen Geld im Voraus (konkret soll es sich dabei um den Tankhersteller ATL handeln), weil man mit Caterham und Marussia schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Wie geht es nun mit Marussia weiter? Noch immer ist unklar, wer hinter der Last-Minute-Rettung stecken soll. Spekuliert wird über Justin King, einem Geschäftsmann aus dem Supermarkt-Bereich. Sein Sohn Jordan King wird nächstes Jahr für Racing Engineering in der GP2 an den Start gehen. Kings Motive für einen eigenen F1-Rennstall dürften auch damit zusammenhängen. Laut „Auto, Motor und Sport“ sollen die Arbeiten bei Marussia trotz des Force-India-Vetos weitergehen. Bis zum China-GP will man mit einem neuen Wagen dabei sein. Drei Saisonrennen darf man laut Reglement ja verpassen. Das letzte Team, das erst während der Saison einstieg, war 1992 das Andrea-Moda-Team.

Die letzten zehn Teameinsteige während der Saison

1981 Toleman (Toleman Hart)
1983 Spirit (Spirit Honda)
1985 Haas (Lola Hart)
1985 Toleman (Toleman Hart)
1985 Zakspeed (Zakspeed)
1986 AGS (AGS Motori Moderni)
1987 Coloni (Coloni Ford)
1987 Larrousse (Lola Ford)
1987 Ligier (Ligier Megatron)
1992 Andrea Moda (Andrea Moda Judd)


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