ADAC TCR Germany

ADAC TCR Germany 2018: Proczyk Sieger und neuer Tabellenführer

Proczyk geht mit vier Punkten Vorsprung auf Engstler ins letzte Saisonrennen. Langeveld folgt mit 22 Punkten Rückstand, Halder ohne Chance auf den Titel.

Motorsport-Magazin.com - Opel-Pilot Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) hat das vorletzte Saisonrennen der ADAC TCR Germany in Hockenheim gewonnen und damit die Führung in der Meisterschaft übernommen. Der Pole-Setter setzte sich bei besten Bedingungen vor Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR und Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR durch.

"Ich hatte heute schlicht das schnellste Auto, ich musste nur fahren. Es ist kein Zufall, dass der Opel hier gut geht. Wir haben schon im vergangenen Jahr einen Sieg hier geholt, da hat alles angefangen", sagte Proczyk: "Was im Rennen am Sonntag passiert, kann man nicht vorhersagen. Wenn man alleine vorne fährt, ist alles wunderbar. Aber wenn man irgendwo mittendrin ist, geht nachher gar nichts mehr. Es kann alles passieren."

Im letzten Rennen der Saison am Sonntag (ab 14.50 Uhr) fällt die Entscheidung in der umkämpften dritten Saison der ADAC TCR Germany. Proczyk geht mit vier Punkten Vorsprung auf Engstler in den abschließenden Lauf. Audi-Pilot Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) lauert mit 22 Punkten Rückstand auf seine Chance, Mike Halder hat dagegen angesichts eines Rückstands von 63 Zählern keine Möglichkeit mehr auf den Meistertitel.

Vierter wurde Audi-Pilot Langeveld vor Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) im VW Golf GTI TCR, Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport) im Cupra TCR, Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler), Lukas Niedertscheider (23, Österreich, Niedertscheider Motorsport) im Peugeot 308 TCR und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance), der als Neunter bester Rookie wurde. Niko Kankkunen (19, Finnland, Team Engstler Europe) komplettierte die Top Ten.

Hesse baute damit die Führung in der Honda Rookie Challenge weiter aus. Er hat nun 91,5 Punkte auf dem Konto, sein Verfolger Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing International) folgt mit 84 Zählern. Einer der beiden 17-Jährigen wird die Nachwuchswertung der ADAC TCR Germany somit gewinnen und kann sich auf einen neuen Honda Civic freuen. Auch in der Honda Rookie Challenge fällt die Entscheidung am Sonntag, Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) hat als Dritte mit 73,5 Punkten keine Chance mehr auf den Titel.

Proczyk wehrt Angriffe ab und zieht davon - intensive Verfolgerduelle

Beim Start verlor Proczyk zunächst die Führung an Engstler, doch noch vor Ende der ersten Runde zog der Opel-Pilot auf der langen Gerade wieder vorbei. Auch Honda-Pilot Halder setzte Engstler unter Druck, der sich zwar hartnäckig, aber letztlich ohne Erfolg wehrte. Die Duelle seiner Verfolger spielten Proczyk in die Karten, der Österreicher baute seinen Vorsprung so kontinuierlich aus. Unterdessen hatte sich auch Niels Langeveld von Startplatz sechs auf vier nach vorne gearbeitet. Im Audi RS3 LMS versuchte er fortan, an Engstler vorbeizukommen.

In den folgenden Runden blieb das Bild unverändert: Proczyk bestimmte das Tempo, Halder folgte mit etwas Abstand. Dahinter lieferten sich Engstler und Langeveld als erste Verfolger intensive Duelle. Das Feld rückte erst wieder eng zusammen, als Jasmin Preisigs (26, Schweiz, Steibel Motorsport) Opel Astra TCR bei noch 15 Minuten Renndauer ausrollte und das Safety Car auf die Strecke kam. Beim Restart lauerten Proczyks Verfolger auf ihre Chance, doch der Österreicher setzte sich schnell wieder ab.

"Das hat perfekt funktioniert, so konnte ich mich immer wieder absetzen und bin gar nicht erst in die gefährliche Zone bei meinen Verfolgern gekommen. Das war auch wichtig, weil der Honda und speziell auch der Hyundai in den Kurven schon sehr, sehr gut gingen", sagte Proczyk, der auch eine weitere Safety-Car-Phase nach einem Kontakt zwischen Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) und Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport) unbeschadet überstand und am Ende ausgelassen über seinen dritten Saisonsieg jubelte.

Anders erging es Engstler, der sich bis zur Ziellinie gegen die Angriffe Langevelds verteidigen musste. Zwischenzeitlich fand der Niederländer im Audi einen Weg vorbei, doch Engstler konterte im Hyundai und rettete seinen dritten Platz letztlich nervenstark.

Im letzten Saisonrennen am Sonntag hat Langeveld die beste Startposition. Er geht von Rang drei ins Rennen, Proczyk als Zehnter und Engstler als 19. müssen dagegen aufholen. Engstler hatte im Samstagsrennen seine dritte Verwarnung in dieser Saison erhalten, dies hat laut Regelwerk eine Rückversetzung von zehn Startplätzen zur Folge. Von der Pole Position startet Cupra-Pilot Oliver Holdener (22, Schweiz, Wolf-Power Racing) als Zehnter des Qualifyings. Im Sonntagsrennen startet die Top Ten des Zeittrainings in umgekehrter Reihenfolge. SPORT1 überträgt die Entscheidung live im TV und als Stream auf www.SPORT1.de. Das Rennen ist zudem im Livestream auf adac.de/motorsport, der Facebook-Seite der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac mit deutschem und englischem Kommentar zu sehen.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Luca Engstler (Dritter, Hyundai Team Engstler): "Ich habe gekämpft und war komplett am Limit. Mehr wäre nicht möglich gewesen, das ist frustrierend. In den Sektoren mit den Kurven war ich der Schnellste - auf der Geraden aber habe ich sechs Zehntel verloren. Das tut weh, aber so ist es. Damit musste jeder schon kämpfen, wir müssen jetzt hart arbeiten, und dann werden wir sehen, was passiert. Dann hoffen wir, dass es reicht. Vielleicht haben wir ein Regenrennen, und dann sieht alles ganz anders aus. Aufgeben kommt nicht in Frage. Ich kämpfe bis zum letzten Meter, bis ich die Checkered Flag sehe. Und wenn es dann nicht reichen sollte, dann braucht sich niemand bei uns etwas vorzuwerfen."

Max Hesse (bester Rookie, Prosport Performance): "Im Moment sieht's ganz gut aus für uns. Der Start war sehr gut, danach ging es eigentlich nur darum, meine Position zu halten und zu schauen, was machen die anderen. Ich bin dann auch ganz wenig Risiko eingegangen. Nach der Safety-Car-Phase gab es ein paar Rempeleien, aus denen ich mich versucht habe herauszuhalten. Es war einfach nicht nötig Risiko einzugehen, weil es egal war, ob ich Achter, Neunter oder Zehnter werde. Jetzt hier ganz oben zu stehen, war das Wichtigste - und die Punkte mitzunehmen. Der Vorsprung beträgt 7,5 Punkte, ich muss nur vor Luke landen und das Ding nach Hause bringen."


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