ADAC MX Masters

Frankreich steht für eine erfolgreiche Titelverteidigung hoch im Kurs - MXoN Team Germany: Ausblick auf die Konkurrenz

33 Nationen stellen sich dem Kampf um den begehrten MX-Mannschafts-Weltmeistertitel.

Motorsport-Magazin.com - Rund vier Wochen sind es noch bis zum größten und spektakulärsten MX-Ereignis des Jahres - dem "FIM Motocross of Nations". Am 26. und 27. September trifft sich die Weltelite aus über 30 Nationen im französischen Ernée, um die beste Motocross-Nation der Welt zu küren. Das Team Germany erscheint zwar durch die gerade erst auskurierte Verletzung von Max Nagl und die kürzliche Absage von Ken Roczen nicht in seiner stärksten Form, doch besteht kein Grund zur Sorge. Von den nominierten Fahrern des Team Germany sollen es nun Max Nagl in der Klasse MX1, Henry Jacobi in der Klasse MX2 und Dennis Ullrich in der Kategorie Open richten - genau dieselbe Konstellation wie im vergangenen Jahr. 2014 landete genau diese deutsche Mannschaft bereits auf dem fünften Platz. Für 2015 haben sich die Jungs von Teamchef Hubert Nagl mindestens dasselbe Ziel gesteckt.

Leicht wird dieses Unterfangen jedoch nicht, schließlich trifft das Team Germany auf starke Konkurrenz. Allen voran die einheimischen Titelverteidiger aus Frankreich. MX1-Shootingstar und WM-Spitzenreiter Romain Febvre dürfte hoch motiviert sein, sein Land zum ersten Mal repräsentieren zu dürfen. Ein festes Mitglied der Mannschaft ist auch Vorjahres-Mannschaftsweltmeister Gautier Paulin, der jedoch seiner absoluten Topform vom letzten Jahr etwas hinterher hängt. Der Dritte im Bunde heißt Marvin Musquin, der aktuell in den USA um den 250er-Titel kämpft. Sollte einer der genannten Piloten unerwartet ausfallen, würden der "Équipe de France" mit dem MX2-Weltmeister Jordi Tixier oder Christophe Pourcel weitere potenzielle Spitzenkandidaten zur Verfügung stehen, um nach dem erneuten Titelgewinn zu greifen. Der Titelverteidiger von 2014 bekommt zudem zusätzliche Unterstützung vom heimischen Publikum und steht damit insgesamt bei den Buchmachern als Nummer 1 auf dem Zettel.

Bei der im Vorfeld prognostiziert spannendsten Weltmeisterschafts-Saison aller Zeiten sprach man lediglich von zwei Piloten - Tony Cairoli aus Italien und Ryan Villopoto aus den USA. Es sollte das Königsduell werden, dass sich bis zum MXoN durchziehen sollte, doch in der Realität wurde man eines Besseren belehrt. Villopoto hatte einen schweren Start und schmiss sogar vorzeitig das Handtuch zu seinem Karriereende. So wird der amerikanische Teamchef Roger DeCoster ohne den Multichamp in seinem Team auskommen müssen. Tony Cairoli wird zwar wieder für die Italiener am Start stehen, doch auch er hadert aktuell noch mit einer Verletzung. Während es bei den Italienern relativ wenig Auswahl an starken Fahrern gibt und sie keine ernsthafte Gefährdung für die Weltmeisterkrone darstellen, sieht es bei den Amerikanern anders aus. Der offensichtlich aktuell stärkste Pilot in diesem Jahr wird jedoch passen. Der KTM Factory-Pilot Ryan Dungey zog es vor, sich in diesem Jahr eine Auszeit zu nehmen anstelle beim MXoN zu erscheinen. Nichtsdestotrotz stehen mit Justin Barcia, dem MX2-US-Champ Jeremy Martin und MXoN-Neuling Cooper Webb drei weitere Top-Piloten für das Team USA am Start, die man definitiv zum Favoritenkreis zählen muss.

Ein durchweg konstant starkes Team haben die Schweizer für 2015. Sowohl Jeremy Seewer als auch Valentin Guillod und Andy Baumgartner sowie der in den USA startende Arnaud Tonus brillieren regelmäßig auf ihren MX2-Maschinen. Die einzige Frage, die sich den Schweizern vermutlich stellen wird, ist die, wer auf dem MX2-Bike bleibt und welche beiden Piloten sich auf die stärkeren 450er-Bikes schwingen. Ein Gesamtsieg wäre eine riesige Überraschung, doch so stark besetzt wie in diesem Jahr waren die Schweizer noch nie.

Ebenso nicht zu unterschätzen sind die Belgier. Teamchef Joël Smets setzt in diesem Jahr auf dieselbe Mannschaft, die er schon 2014 an den Start geschickt hatte. Mit Kevin Strijbos in der Klasse MX1, Julien Lieber in der Klasse MX2 und Jeremy van Horebeek in der Klasse MX Open hofft er darauf, dass die sein Team an seinen Erfolg vom vergangenen Jahr, als es MXoN-Vize-Meister wurde, toppen kann. Smets holte selbst mehrfach die Mannschaftskrone und weiß dementsprechend genau, wie er seine Jungs einstimmen muss.

In der Weltmeisterschaft gibt es zahlreiche Spitzenpiloten aus diversen Ländern, die jedoch oftmals keine erfolgreiche Mannschaft bilden können. Russland tritt mit Evgeny Bobryshev an, der wahrscheinlich mit dem aktuell noch verletzten Aleksandr Tonkov ein Team bilden wird. Mit einem fehlenden, starken dritten Mann wird es allerdings schwer werden, am Ende des Tages ganz oben auf dem Podest zu stehen. Weitere schnelle Einzelkämpfer sind zum Beispiel Tim Gajser aus Slowenien, Pauls Jonass aus Lettland oder Glenn Coldenhoff aus den Niederlanden, der seinerseits leider auf den verletzten Jeffrey Herlings in seinem Team verzichten muss. Solche Einzelkämpfer haben nahezu keine Chancen auf den Mannschaftstitel, können allerdings mit starken Einzelauftritten das Gesamtergebnis ordentlich durcheinanderwürfeln.

Natürlich dürfen auch die Engländer oder die Australier nicht außer Acht gelassen werden, die jeweils mit einem soliden Team antreten werden. England ist eine der erfolgreichsten Mannschaften beim MXoN überhaupt und würde sich über einen erneuten Titelgewinn sicher freuen - genau wie alle anderen auch!


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