ADAC GT Masters

Most: Jeffrey Schmidt feiert ersten Sieg im ADAC GT Masters

Start-Ziel-Sieg für Jeffrey Schmidt beim ADAC GT Masters in Most. Schmidt nach erfolgreichem Wochenende Meisterschaftsvierter und Dritter der Juniorwertung.

Motorsport-Magazin.com - Es war der perfekte Tag für Jeffrey Schmidt. Pole Position, schnellste Runde, Sieg. Am zweiten Saisonwochenende des ADAC GT Masters feierte der Schweizer den Hattrick. Schon im Qualifying für das Samstagsrennen zeigte der Liestaler seine Klasse und fuhr zu seiner Debüt-Pole im ADAC GT Masters. Damit sicherte er zudem seinem Team BWT Mücke Motorsport zum ersten Mal Startplatz eins in der 'Liga der Supersportwagen'.

Diese Leistung toppte Schmidt nur noch durch einen blitzsauberen Start, bei dem er die Spitzenposition verteidigte. Mit rund vier Sekunden Vorsprung gab er den Audi R8 LMS beim Fahrerwechsel an Teamkollege Stefan Mücke ab. Dieser gab sich ebenfalls keine Blöße und so feierte Schmidt in Most seinen Premieren-Sieg im ADAC GT Masters. Da die Serie erstmals auf dem Autodrom Most gastiert, trägt sich der 24-Jährige als erster Pole Setter und Sieger in die Geschichtsbücher ein. Nach diesem erfolgreichen Wochenende liegt Schmidt auf Rang vier der Gesamtwertung und ist Dritter der Junior-Wertung.

Glückwunsch zu deinem ersten Sieg im ADAC GT Masters! Hat sich mittlerweile schon alles gesetzt?
Jeffrey Schmidt: Danke! Es war einfach ein perfekter Tag, an dem von Anfang bis Ende alles funktioniert hat. Wir wussten, dass der Start der Schlüssel zum Sieg sein würde. Ich hatte mit BMW und Corvette starke Gegner neben und hinter mir, die beide über mehr Leistung verfügen. Glücklicherweise konnte ich die Spitze nach dem Start und auch nach dem Safety Car behaupten. Wir hatten das perfekte Setup und unser Audi war wirklich pfeilschnell. Es sah vielleicht einfach aus, aber in diesem dichten Feld mit so starken Fahrern ist es nie einfach zu gewinnen. Diese spezielle Siegerehrung im Le-Mans-Style war schließlich die Krönung. Das Auto, das Team und die Fans so nah bei uns zu haben, hat es noch schöner gemacht.

Erster ADAC GT Masters-Sieg für Jeffrey Schmidt - Foto: Gruppe C Photography

Wie hast du die Zeit nach dem Fahrerwechsel erlebt, als du nur noch Stefan zusehen konntest?
Jeffrey Schmidt: Ich habe zunächst gehofft, dass beim Boxenstopp alles klappt. Als ich gesehen habe, dass wir mit Vorsprung wieder auf die Strecke kamen, ist der erste Druck abgefallen. Trotzdem wissen wir alle, wie schnell ein technischer Defekt dazwischenfunken kann. Das war wohl eine der längsten halben Stunden meines Lebens und als es endlich soweit war, konnte ich es kaum glauben. Witzigerweise hat unser Teamchef Peter Mücke vergangenes Wochenende mit dem Ford Capri in Hockenheim gewonnen. Ich habe ihm gratuliert und gesagt, dass wir jetzt in Most nachziehen müssen. Das hat jetzt tatsächlich geklappt! Ich habe so viele Glückwünsche bekommen, ich konnte noch gar nicht alle lesen. Besonders habe ich mich gefreut, dass mein Oschersleben-Teamkollege Jamie Green mir sogar geschrieben hat.

Den Grundstein für diesen Erfolg hast du bereits mit deiner Pole Position geliefert. War es die perfekte Runde?
Jeffrey Schmidt: Ich hätte maximal eine halbe Zehntelsekunde schneller fahren können und das ist schon wirklich sehr nah dran an der perfekten Runde. Ich hätte selbst nicht damit gerechnet, dass ich die Bestzeit fahren würde, denn als ich an die Box ging, waren noch sieben Minuten auf der Uhr. Umso schöner, dass trotzdem niemand mehr meine Zeit unterbieten konnte. Dass ich jetzt sogar die erste Pole in der Geschichte von BWT Mücke Motorsport im ADAC GT Masters erzielt habe, macht die Geschichte einfach perfekt.

Im zweiten Lauf habt ihr nochmals die Punkte erreicht. Ein guter Abschluss für das tolle Wochenende?
Jeffrey Schmidt: Von Platz 18 auf Rang neun mit 30 Kilogramm Erfolgsballast nach unserem Sieg gestern war sicher nicht schlecht. Gleichzeitig wäre mehr drin gewesen. Das Auto war erneut superschnell. Leider ist Stefan im Qualifying blockiert worden. Wir wissen alle, dass die Startposition das A und O ist und entsprechend haben wir uns respektabel nach vorne gekämpft. Obwohl deutlich mehr möglich gewesen wäre. Mein Manöver zum Ende gegen den leistungsstärkeren BMW hat richtig Spaß gemacht. Ich sah, dass seine Reifen abbauten und wollte an ihm vorbei. Zunächst hat es nicht funktioniert, in den letzten Runden habe ich ihn mir aber zurechtgelegt und bin dann vorbei.

Nach diesem erfolgreichen Wochenende geht es nach einer längeren Pause an den Red Bull Ring. Was erwartest du dort?
Jeffrey Schmidt: Layout-technisch ist die Strecke nicht ideal für den Audi. Der R8 LMS ist vor allem stark in Kurven und hat einen leichten Drehmoment- und Topspeed-Nachteil. Leider geht es am Red Bull Ring eigentlich nur geradeaus und meist steht der beste Audi rund um Platz zehn. In diesem Jahr habe ich die Hoffnung, dass wir über die BoP [Balance of Performance] ein bisschen mehr Leistung bekommen. Doch unabhängig von der BOP werden wir alles geben, um erneut möglichst viele Punkte mit nach Hause zu nehmen.


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