WTCC - Interview - Yvan Muller

Erst wieder an die Muttersprache gewöhnen

Obwohl Yvan Muller als Franzose in ein französisches Team kommt, steht er vor einigen Hürden. Doch er betont, dass er sich bei Citroen bereits wohl fühlt.

Motorsport-Magazin.com - Wie waren deine ersten Eindrücke von Citroen Racing?
Yvan Muller: Zunächst einmal fand ich sie sehr professionell, aber das war angesichts der Erfolgsbilanz des Rallyeteams keine Überraschung. Im Laufe meiner Karriere bin ich für italienische, deutsche, spanische und britische Teams gefahren und es ist lange her, dass ich mit Franzosen gearbeitet habe. Sie haben eine andere Art zu denken und zu arbeiten (ich sage nicht, dass sie besser oder schlechter ist als jede andere Art) und ich muss die Arbeitsmethoden bei Citroen Racing erst noch kennenlernen. Ich muss mich auch erst wieder daran gewöhnen, meine Muttersprache zu sprechen, denn ich habe manchmal Probleme, die richtigen Fachbegriffe auf Französisch zu finden! Es ist alles noch sehr neu, aber ich fühle mich bei Citroen wohl.

Ich muss mich auch erst wieder daran gewöhnen, meine Muttersprache zu sprechen, denn ich habe manchmal Probleme, die richtigen Fachbegriffe auf Französisch zu finden!
Yvan Muller

Du hast eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz in der WTCC. Was sind die Geheimnisse deines Erfolgs in dieser Kategorie?
Yvan Muller: Es ist ganz einfach: Man muss eine gute Leistung zeigen und jedes Rennen mit so vielen Punkten wie möglich zu Ende bringen. Aber die Disziplin ist sehr viel komplizierter als es scheint. Die Hauptschwierigkeit ist das Format mit den zwei Rennen. Aufgrund der umgekehrten Startaufstellung startet der Fahrer, der die Pole für das erste Rennen herausgefahren hat, von der zehnten Position in das zweite Rennen. Wenn man mitten im Pulk fährt, muss man wissen, wie man die Fallen der anderen Fahrer umgeht, wenn man wieder an die Spitze fahren will. Das ist vielleicht der Grund, warum die erfahrenen Piloten die Spitzenpositionen vereinnahmen.

Die Fähigkeiten eines Fahrers scheinen auch sehr wichtig zu sein.
Yvan Muller: Anders als die meisten Rennautos sind die WTCC-Boliden Fronttriebler. Das bedeutet, dass die Vorderreifen sich schnell abnutzen, da sie sowohl zum Lenken als auch für die Antriebskraft eingesetzt werden. Der Fahrer muss sich dementsprechend anpassen, um den Abbau seiner Reifen über das Rennen hinweg im Griff zu haben. Ich denke, dass die Regularien für 2014 in dieser Hinsicht milder sind.

Du bist den Citroen C-Elysée WTCC nun gefahren. Wie war es?
Yvan Muller: Verglichen mit dem, was ich in den vergangenen Saisons an Erfahrungen gemacht habe, ist das Auto leichter, kraftvoller und effizienter, was die Aerodynamik angeht. Es hat außerdem breitere Reifen und größere Bremsen. Kurz gesagt ist alles besser und diese neue Generation wird deutlich schneller sein als das aktuelle Auto. Es ist immer noch ein Tourenwagen, aber dem Fahrer wird das Leben etwas einfacher gemacht. Mein erster Eindruck vom Citroen C-Elysée WTCC ist, dass er eine gute Basis darstellt, auf der man aufbauen kann, und ich freue mich drauf, mich an der Entwicklung zu beteiligen.

Meine eigenen Statistiken sind gut, aber nicht im Entferntesten so gut wie das, was Seb erreicht hat.
Yvan Muller

Kannst du dich an den Moment erinnern, als du Sebastien Loeb das erste Mal getroffen hast?
Yvan Muller: Ja, das war in den späten 90er Jahren bei einem Rennen der Andros Trophy in den Vogesen. Wir fuhren für den gleichen Club und unser Präsident stellte mir den 'aufstrebenden Stern' vor. Ich habe seinen Aufstieg verfolgt und heute kann ich nur bewundern, was er in seiner Karriere erreicht hat. Er war neun Mal Weltmeister! Das ist eine Leistung. Meine eigenen Statistiken sind gut, aber nicht im Entferntesten so gut wie das, was Seb erreicht hat.

Es ist selten, dass zwei Fahrer mit derart gut bestückten Pokalvitrinen im gleichen Team fahren. Wie, glaubst du, wird diese Partnerschaft funktionieren?
Yvan Muller: Ich bin mir sicher, dass sie sehr gut funktionieren wird. Wir sind große Jungs, die nicht mehr viel beweisen müssen, und wir wissen, worum es geht, wenn man für einen Hersteller arbeitet. Man muss vor allem anderen an die Marke denken und das ist genau das, was ich immer getan habe. Natürlich würde ich gerne ganz oben auf dem Podium stehen, aber das Hauptziel ist, dass das Team gewinnt. Zusammenhalt zwischen den Teamkollegen ist einer der Schlüssel zum Erfolg.


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