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WTCC - Interview - Dominik Greiner

Die WTCC war ein logischer Schritt

Dominik Greiner, Teammanager von Wiechers Sport, spricht mit Motorsport-Magazin.com über Voraussetzungen für ein Cockpit, Chevrolet und die deutsche Konkurrenz.
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Motorsport-Magazin.com - Wiechers Sport fährt seit 2005 in der WTCC. Ist es eine kompliziert, in der Serie zu überleben?
Dominik Greiner: Sicherlich ist es schwierig, aber wir sind jetzt auch schon ziemlich lange dabei und haben deshalb einen gewissen Erfahrungsschatz, auf den wir zurückgreifen können.

Den größten Teil vom Budget bringen die Fahrer und deren Partner und Sponsoren mit.
Dominik Greiner

Wie läuft Finanzierung?
Dominik Greiner: Wir haben ein paar Teamsponsoren, die aber nur einen kleinen Teil abdecken. Den größten Teil vom Budget bringen die Fahrer und deren Partner und Sponsoren mit.

Also wählen sie die Fahrer nur nach finanziellen Gesichtspunkten aus?
Dominik Greiner: Nein, das muss ausgewogen sein. Von einem Fahrer, der nur Geld mitbringt, haben wir nichts. Wir wollen sportlichen Erfolg haben. Deshalb benötigen wir einen Mix aus Geld und Speed. Es gibt natürlich mehr Fahrer, die Geld haben, aber keinen Speed. Die Kunst besteht darin, einen zu finden, der beides hat. In den letzten Jahren ist uns das ganz gut gelungen, da waren wir zufrieden.

Wiechers Sport startet seit 2005 in der WTCC - Foto: Photo 4

Warum gerade die WTCC? Was hat Sie an der Serie gereizt?
Dominik Greiner: Wir waren viele Jahre in der deutschen Meisterschaft unterwegs, in der DTC. Als die TV-Präsenz dort zurückging, war es der logische Schritt, in der Weltmeisterschaft an den Start zu gehen. Es war ein sehr mutiger Schritt von uns, das war eine große Nummer, aber wir haben Super-Support von unseren Partnern und wir haben ein TV- und ein Medien-Paket. Die WTCC ist für uns eine sehr attraktive Meisterschaft.

Gibt es denn noch Möglichkeiten, die Attraktivität der Serie zu steigern?
Dominik Greiner: Mit Sicherheit. Ein wichtiger Faktor wäre zum Beispiel, alles auf Eurosport 1 zu zeigen. Die aktuelle Saison ist schon ein Schritt in die richtige Richtung, es werden viele Rennen auf dem Kanal übertragen. Darüber hinaus könnte es noch ein bisschen mehr Fahrerlager-Action geben: Konzerte, VIPs einladen um das Ganze ein bisschen zu beleben.

Dass es keine Rennen in Deutschland, England und Frankreich gibt, ist traurig.
Dominik Greiner

Können Sie sich vorstellen, dass in Zukunft auch wieder ein Rennen in Deutschland stattfindet?
Dominik Greiner: Es laufen bereits Gespräche und ich hoffe natürlich darauf, dass die WTCC nach Deutschland zurückkommt - das wäre eine gute Sache. Immerhin gibt es mit Engstler, Münnich und uns drei deutsche Teams. Dass es keine Rennen in Deutschland, England und Frankreich gibt, ist traurig.

Sie haben die anderen deutschen Teams angesprochen. Liegen Sie mit denen im Wettstreit?
Dominik Greiner: Auf jeden Fall. Gegen Engstler können wir ganz gut ankämpfen, da haben wir uns gut geschlagen. Das neue Team, Münnich, hat natürlich ein sehr großes Budget. Das wird schwierig, insbesondere wenn man bedenkt, dass sie mit Marc Basseng einen Weltmeister im Boot haben. Aber bislang haben wir uns ganz gut verkauft.

Ernüchternde Chevrolet-Dominanz

Dominik Greiner: An der Spitze steht wie im Vorjahr Chevrolet. Ist die Dominanz gut für die Serie?
Nein, auf der anderen Seite zeigt es, dass in der Meisterschaft frei gefahren wird. Das ist wichtig für die Fans, dass sie echtes Racing sehen. Für die Teams ist es aber schon ein bisschen ernüchternd, dass die Chevrolets so weit vorne weg fahren.

Warum sind sie den anderen im Moment so weit voraus?
Dominik Greiner: Sie haben als Werk sehr gute Arbeit geleistet, ordentlich Budget reingesteckt und ordentlich investiert, das ernten sie jetzt immer noch.


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