WRC - Monte Carlo: Volkswagen traute den Augen nicht

Ins Reifenschlamassel gerutscht

Volkswagen setzte am ersten Tag in Monte Carlo auf schneefreies Wetter und wurde von Gegenteil überzeugt. Erst am Nachmittag ging es wieder leicht nach vorne.
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Motorsport-Magazin.com - Für Volkswagen lief der erste Tag der Rallye Monte Carlo alles andere als nach Maß. Am Mittwoch lag Favorit und Weltmeister Sebastien Ogier noch auf dem ernüchternden neunten Rang. Seine beiden Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen rangierten gar nur auf den Plätzen 18 und 17. Schuld war die falsche Reifenwahl. Kurz nachdem die Eisspione des Teams am Morgen die Strecken abgefahren hatten, sanken die Temperaturen rapide. Aus Regen wurde Schneefall und alle Polo R WRCs waren mit Slicks bereift. "Leider lagen wir mit unserer Reifenwahl dadurch am Vormittag komplett daneben. Auf dem Weg zum Start der ersten Prüfung war die Strecke absolut schneefrei, doch keine hundert Meter danach war alles weiß", schilderte Weltmeister Ogier.

Auf dem Weg zum Start der ersten Prüfung war die Strecke absolut schneefrei, doch keine hundert Meter danach war alles weiß.
Sebastien Ogier

Durch seinen Titel im letzten Jahr war Ogier zudem im Nachteil, den Tag von der Spitze aus bestreiten zu müssen und erst eine Spur zu fahren. Das blieb nicht ohne Folgen. "In der ersten Kurve bin ich mit der linken Seite in eine Mauer gerutscht. Zum Glück konnte ich mit leichtem Schaden weiterfahren", erklärte der Franzose. Im Mittagsservice wurde sein Polo wieder vollständig repariert und Ogier blies am Nachmittag mit zwei Schnee-, zwei Spike- und zwei superweichen Reifen zum Angriff. Mit zwei Bestzeiten knabberte er mehr als 30 Sekunden auf die Spitze ab, war aber mehr als glücklich, am Abend im Ziel zu sein. "Auch am Nachmittag hatten wir trotz Winterreifen einige haarige Momente, denn die Verhältnisse waren heute extrem unberechenbar." Sein Ziel - den Sieg bei seiner Heimrallye in Monte Carlo - hat Ogier trotz großem Rückstand noch nicht aus den Augen verloren, allerdings nicht um jeden Preis. "Das Motto für die nächsten Tage lautet: angreifen, aber nicht mit maximalem Risiko. Denn dann ist die 'Monte' schneller zu Ende, als man denkt."

Slicks fühlen sich auf Schnee an wie komplett abgefahrene Sommerreifen - das ist alles andere als ein Vergnügen

Jari-Matti Latvala erwischte es am Morgen noch deutlich härter. Der Finne verlor durch die falsche Reifenwahl über drei Minuten und fand sich dank der Slick-Reifen auf Rang 18 wieder. "Die fühlen sich auf Schnee an wie komplett abgefahrene Sommerreifen - das ist alles andere als ein Vergnügen", schilderte der VW-Pilot, der mit dem Winterreifen am Nachmittag umso glücklicher war. "Sie haben auf den teils stark verschmutzten Strecken bestens funktioniert", freute sich Latvala, der auf WP4 die Bestzeit setzte. Für seinen Zeitverlust am Vormittag machte Latvala neben den Slicks auch seine zu große Vorsicht verantwortlich, denn der Finne hat ein klares Ziel: "Nach vielen Enttäuschungen bei der ‚Monte' endlich einmal Punkte zu holen."

Andreas Mikkelsen liegt aktuell auf dem neunten Rang, als er am Morgen aber in der ersten Prüfung war, glaubte er kaum seinen Augen. "Weder unsere Eisspione noch unsere Wettercrew und damit wir selbst hatten das auf der Rechnung. Mit den Slicks, die wir aufgezogen hatten, war das natürlich kein Spaß", analysierte der Norweger. Den gesamten Tag war Vorsicht das oberste Motto, denn nach bisher schwierigen Auftritten im Fürstentum, müssen 2014 endlich Punkte her. "Wir sind extrem vorsichtig gefahren, was bergab und in den Kurven zeitweise weniger als Schrittgeschwindigkeit bedeutet hat."


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