WRC - Portugal: Ogier führt, Latvala macht Druck

Ogier kämpft mit seinem Körper

Sebastien Ogier liegt nach drei absolvierten Prüfungen am Samstag in Portugal noch an der Spitze. Der Druck von Jari-Matti Latvala wächst allerdings.
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Motorsport-Magazin.com - Der Vormittag in Portugal ist zu Ende und die Piloten sind auf dem Weg in den Service. Als Führender wird dort erneut Sebastien Ogier einbiegen. Der Volkswagen-Pilot erzielte am Samstag zwar nur eine Bestzeit, hielt seinen Vorsprung auf den neuen Zweiten, Jari-Matti Latvala, aber relativ konstant. Mit einer Gesamtzeit von 1:43:25.8 Minuten liegt der Franzose 14,1 Sekunden vor seinem Teamkollegen. Auf dem dritten Platz ist nun Citroen-Mann Mikko Hirvonen zu finden.

Ich muss kämpfen, um genug Energie fürs Fahren zu haben.
Sebastien Ogier

Wer erneut eine Ogier-Gala erwartet hatte, sieht sich am zweiten Portugal-Tag eines Besseren belehrt. Der 29-Jährige setzte nur eine Bestzeit, der Rest ging an Teamkollege Latvala. "Jari ist mittlerweile sehr nah dran und das Auto arbeitet im Moment nicht perfekt", erklärte Ogier. Das ist aber bei weitem nicht Ogiers einziges Problem, denn seine noch nicht ganz auskurierte Grippe meldet sich. "Ich versuche schnell zu fahren, aber wenn die Prüfung lang ist, ist das für mich nicht einfach. Ich muss kämpfen, um genug Energie fürs Fahren zu haben."

Umso besser funktionierte es für Latvala, der sich zwei Bestzeiten des Vormittags sicherte. "Es sieht so aus, als würden uns diese schnellen Prüfungen sehr liegen", strahlte Latvala, der aber mit den Reifen Probleme bekam und daher auf WP8 Teamkollege Ogier ziehen lassen musste. "Wir waren wirklich am Limit."

Hirvonen auf Podestkurs

Des einen Leid, des anderen Freud: Durch den Ausfall von Dani Sordo ist Mikko Hirvonen im zweiten Citroen nun auf einen Podestplatz gerutscht. Nach vorne scheint der Zug für den Finnen allerdings abgefahren. War der Rückstand am Freitagabend noch bei 16,2 Sekunden gestoppt worden, addierte Hirvonen am Vormittag 21 Sekunden hinzu.

Evgeny Novikov muss für Ford die Kohlen aus dem Feuer holen - Foto: Sutton

Nach hinten muss sich der Citroen-Pilot allerdings wenig Sorgen machen. Der Viertplatzierte Evgeny Novikov liegt bereits 2:14.4 Minuten vom letzten Podestplatz entfernt und muss als einzig verbliebener M-Sport-Pilot an der Spitze nun die Kohlen aus dem Feuer holen.

Hinter ihm sortierten sich die weiteren Ford-Piloten Nasser Al-Attiyah und Martin Prokop ein, die von Mini-Pilot Michal Kosciuszko begleitet werden. Die Top-10 werden von Andreas Mikkelsen im dritten Volkswagen, Dennis Kuipers in einem weiteren privat eingesetzten Ford und Esapekka Lappi im Skoda Fabia komplettiert.

Ausfälle über Ausfälle

Bereits in der ersten Prüfung des Tages war die Arbeit für Dani Sordo erledigt. Der Spanier berührte mit dem Heck seines Citroen einen Baum auf der Strecke und flog ab. War der Sieg bei 4,4 Sekunden Rückstand auf Ogier vorher noch in Greifweite, muss Sordo nun bangen, ob Citroen seinen Wagen zum Sonntag wieder in Gang bekommt und er unter Rally2 starten kann. "Nachdem ich es auf der Strecke genossen habe wie noch nie, mussten wir aufgeben, als wir uns das Hinterrad an einem Baum kaputtgefahren haben. Wie ärgerlich", war Sordo frustriert.

Nachdem ich es auf der Strecke genossen habe wie noch nie, mussten wir aufgeben.
Dani Sordo

Ebenfalls kurz war der Arbeitstag von Ford-Mann Thierry Neuville. Ebenfalls auf WP6 zog der Belgier in einer Haarnadel-Kurve die Handbremse zu früh und traf einen Felsen. Die rechte, vordere Radaufhängung brach und Neuville musste Platz vier aufgeben. "Es ist sehr schade, aber wir müssen daraus lernen, nach vorne blicken und morgen weiterfahren, um Erfahrungen zu sammeln", war Neuville geknickt.

Ergebnisse des Vormittags:

1. Sebastien Ogier, Volkswagen 1:43:25.8
2. Jari-Matti Latvala, Volkswagen +14.1
3. Mikko Hirvonen, Citroen +37.2
4. Evgeny Novikov, Ford +2:51.6
5. Nasser Al-Attiyah, Ford +2:51.6
6. Martin Prokop, Ford +5:24.9
7. Michal Kosciuszko, Mini +5:33.7
8. Andreas Mikkelsen, Volkswagen +5:33.7
9. Dennis Kuipers, Ford +5:44.5
10. Esapekka Lappi, Skoda +6:58.1


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