WRC - Ogier: Mexiko erster richtiger Gradmesser

Schweden ist Schnee von gestern

Für Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala steht mit Mexiko mehr als das dritte Saisonevent an. Dort wird sich die wirkliche Stärke des VW auf Schotter zeigen.
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Motorsport-Magazin.com - In rund einer Woche steht Volkswagen vor der Herausforderung Mexiko. Mit dem Polo R WRC geht es erstmals unter Wettkampfbedingungen auf Schotter und das in 2700 Metern Höhe. Dementsprechend hält Schweden-Sieger Sebastien Ogier den Ball flach. "Das ist tatsächlich Schnee von gestern, denn mit der Rallye Mexiko steht das erste Schotter-Event mit dem Polo R WRC auf dem Programm", schilderte der WM-Führende.

Sebastien Ogier freut sich auf die Tausenden Fans - Foto: Volkswagen Motorsport

Für den Franzosen bedeutet Mexiko eine Mischung aus negativen und positiven Gefühlen. "2008 bin ich dort meine allererste Rallye in der Weltmeisterschaft gefahren - und habe direkt meinen ersten Sieg in der JWRC-Kategorie gefeiert", erinnert sich Ogier zurück. Gleichzeitig verschenkte er seinen ersten Sieg im Citroen-Werksteam an selber Stelle drei Jahre später, als er in Führung liegend einen Felsen touchierte und seinen DS3 WRC irreparabel zerstörte.

Besonders freut sich Ogier auf die Atmosphäre, die die zahlreichen Fans bieten. Es sei ein fantastisches Erlebnis, durch die kleinen Gassen und Tunnel der Zuschauerprüfungen in Guanajuato zu fahren. "Das ist Gänsehaut pur", strahlte er voller Vorfreude. Bei aller Begeisterung gilt es aber, primär den Sport im Blick zu haben, was Ogier mit Spannung erwartet. "In Mexiko werden wir erste Hinweise darauf bekommen, wie das Auto auf Schotter funktioniert und an welchen Stellschrauben wir für die Zukunft drehen müssen."

Deutlich weiter unten in der Gesamtwertung - auf dem fünften Rang - findet sich sein Teamkollege Jari-Matti Latvala wieder. Für den Finnen geht es in Mexiko darum, sich noch besser auf den Polo einzuschießen und seine Stärken unter Beweis zu stellen. Als entscheidend wertet der VW-Mann, sich optimal auf die Zeitverschiebung zu Europa einzustellen. "Wenn man sich gut an die Zeitverschiebung gewöhnt hat, sind die eigenen Sinne bei der Recce besser geschärft", verriet Latvala. Er selbst ist bereits nach Kalifornien gereist, um sich sowohl dem Klima als auch der Zeitzone anzunähern.

Wenn man sich gut an die Zeitverschiebung gewöhnt hat, sind die eigenen Sinne bei der Recce besser geschärft
Jari-Matti Latvala

Noch viel mehr als die Zeitumstellung interessiert den Finnen das konstantere Grip-Niveau im Vergleich zu Schweden. "Dennoch ist bei der 'Mexiko' viel Konzentration gefragt. Die längste WP der Rallye, 'Guanajuatito', ist beispielsweise unheimlich schwierig. Ich mag ihren Charakter. Sie besteht aus sehr schmalen Abschnitten, die technisch sehr anspruchsvoll sind, sowie breiten und sehr, sehr schnellen Stücken", schilderte Latvala. 2012 brachte ihm eben diese WP aber wenig Glück. Durch den Wagen von Evgeny Novikov abgelenkt, verlor er die Kontrolle über seinen Fiesta und überschlug sich - die Rallye war damit beendet.


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