WRC - Kommentar: Citroen hat ein Fahrer-Problem

Zwei und zwei macht nicht Eins

Citroen muss 2013 alles in die Waagschale werfen, um sich den sechsten Konstrukteurs-Titel in Folge zu sichern - einfach wird das aber nicht.
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Motorsport-Magazin.com - "Schweden hat uns einen ersten Eindruck vermittelt, wie hart diese Saison, die gerade erst begonnen hat, werden wird." Diese Worte stammen von Citroen-Teamchef Yves Matton. Der Franzose, der zu Beginn der Saison 2012 das Zepter von Oliver Quesnel übernahm, steht in dieser Saison vor einer harten Aufgabe. Seit 2003 holte die französische Mannschaft acht Konstrukteurs-Titel. Nun tritt aber Volkswagen auf den Plan und bereits nach zwei Rallyes machen die Wolfsburger mächtig Konkurrenz.

Mikko Hirvonen kämpft noch mit sich und seiner Leistung - Foto: Citroen

Wie erniedrigend wäre es für Citroen, wenn die Neueinsteiger sie direkt in der ersten Saison nach fünf Jahren vom Thron stoßen würden - von Sebastien Loebs neun Fahrertiteln in Folge einmal ganz zu schweigen. Dabei muss aber klar herausgestellt werden, dass Citroen keineswegs an Leistung verloren hat, was 14 Bestzeiten von Sebastien Loeb eindrucksvoll bewiesen. Problematisch ist, dass zu den 14 WP-Siegen von Loeb lediglich zwei Bestzeiten von der neuen Nummer eins Hirvonen hinzukamen - Dani Sordo trug bisher noch nichts zur Liste bei.

Genau diese beiden sollen es in der Saison aber für Citroen regeln, denn Loeb wird nur noch in Argentinien, Deutschland und Frankreich ins Geschehen eingreifen. Die Leistungen des neunfachen Champions sorgten dafür, dass Citroen im Moment überhaupt noch den ersten Platz bei den Herstellern halten konnte. Von den 57 Punkten des Teams gingen alleine 43 auf sein Konto. Nun muss es aber ohne ihn funktionieren und wenn der nächste Konstrukteurs-Titel gelingen soll, muss sowohl von Hirvonen als auch Sordo noch eine deutliche Steigerung kommen.

Dani Sordo konnte in 99 WRC-Rallyes noch nie gewinnen - Foto: Citroen

Hirvonen, immerhin schon seit mehr als einem Jahr in Diensten der Franzosen, kommt mit seinem Auto nicht zurecht. Immer wieder verändert er das Setup des DS3 WRC, doch die Beschwerden enden nicht. Es ist so rutschig da draußen, das Auto bewegte sich viel zu stark, die Reifen..., das Getriebe... An Ausreden mangelt es dem Finnen sicherlich nicht, aber wenn er eines Tages endlich seinen Status als ewiger Zweiter loswerden will, muss er aufhören sich zu entschuldigen und stattdessen einfach fahren. Dass es geht demonstrierten in Schweden Loeb, Sebastien Ogier, Mads Östberg oder Thierry Neuville immer wieder.

Der zweite 'Punktesammler' Sordo sprach vor der Saison davon, in diesem Jahr endlich seinen ersten Sieg einfahren zu müssen. Wie wahr! Seit 2003 fährt der Spanier einmal mehr, einmal weniger erfolgreich in der WRC mit. 33,3 Prozent Podestplätze bei seinen 99 Teilnahmen zeigen, dass er zwar ein guter Pilot, aber kein Ausnahmekönner ist. In diesem Punkt kann er sich mit Hirvonen wohl die Hand geben. Im Moment scheint Citroen mit stumpfen Waffen zu kämpfen, wenn das Team gegen Volkswagen mit Ogier - der seinen Schliff bei den Franzosen erhalten hat - bestehen will.


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