WRC - Schwarzer Tag für Citroen

Bedingungen machen Piloten zu schaffen

Kein guter Tag für Citroen: Hirvonen verlor 24 Minuten, Sordo fand eine Schneewand. Al Qassimi drehte sich mehrfach, nur Sebastien Loeb hielt vorne mit.
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Motorsport-Magazin.com - Das hatten sich die Mannen um Yves Matton anders vorgestellt: "Es ist unschwer zu erkennen, dass die Dinge heute nicht so gelaufen sind, wie wir es uns erhofft hatten", sagte ein ernüchterter Yves Matton. Für Citroen wollte am Freitag wirklich nichts zusammenlaufen: Mikko Hirvonen, Khalid Al Qassimi und Dani Sordo verloren allesamt durch Dreher oder Ausflüge in die Schneebänke viel Zeit. Sebastien Loeb machte es besser und ist am Ende des ersten Tages Zweiter hinter Sebastien Ogier. Die schwierigen Streckenverhältnisse machten den Citroen-Piloten heftig zu schaffen.

Abrasierte Schneewand erwischt Hirvonen kalt

Der Tag ging schon einmal schlecht los, als wir auf der SS2 in eine Schneebank geraten sind, an derselben Stelle, an der Matthew Wilson abgeflogen ist. Und dann habe ich es auf der SS5 wieder getan
Khalid Al Qassimi

Doch der Reihe nach: Freitagvormittag, Wertungsprüfung 2: Mikko Hirvonen steckt im Schnee fest. Kaum Zuschauer, 24 Minuten Zeitverlust für den Sieger von 2010 und 2011. "Es ist kaum einen Kilometer nach dem Start passiert, in einer nicht zu schwierigen Sektion", gab er zu Protokoll. "Das Heck brach aus und das Fahrzeug begann, seitwärts in Richtung Straßenrand zu gleiten, wo eigentlich eine Schneebank hätte sein sollen. Diese wurde aber von einem anderen Fahrzeug bereits abgetragen. Wir haben uns lieber gedreht, bevor wir uns eingegraben hätten."

Dennoch verlor er durch den Dreher eine Menge Zeit, da er sich doch nicht aus eigener Kraft befreien konnte und in der Gegend keine Zuschauer waren. Matton stellte sich hinter seinen Piloten: "Das ist Teil des Racings, so etwas passiert, wenn man Risiken eingeht, weil man gewinnen möchte." Hirvonen hat von solchen Risiken jedenfalls erst einmal genug: "Ich werde jetzt ohne Risiken weiterfahren, um ein paar Punkte für die Hersteller-WM mitzunehmen. Und ich werde versuchen, auf der Power Stage ein paar Punkte abzugreifen."

Loeb im harten Kampf mit Latvala

Besser lief es dagegen für Loeb. Bei seinem letzten Versuch, doch noch Frieden mit der Rallye Schweden zu schließen, liegt er auf Rang zwei mit 30 Sekunden Rückstand auf Ogier: "Ich gebe wirklich Gas, aber kann nicht viel gegen Sebastien Ogier ausrichten. Zweifellos war meine Startposition für heute nicht optimal, aber das bedeutet gar nichts. Für den Moment denke ich nicht daran, auf den Führenden aufzuholen, sondern meinen zweiten Platz zu verteidigen." Er erläuterte die schwierigen Bedingungen: Man habe nur Grip, wenn man auf der Ideallinie in den Spuren der anderen fahre. Sobald man daneben liege, breche das Heck aus.

Es war prinzipiell so wie bei den meisten anderen auch: Das Heck brach aus und wir haben uns in der Schneebank eingegraben.
Dani Sordo

Loeb befindet sich in einem großen Kampf mit Jari-Matti Latvala um die zweite Position. Mehrfach wechselten sie die Plätze und sind nur um 1,7 Sekunden voneinander getrennt. Yves Matton zeigte sich begeistert, war Loeb doch schließlich der einzige Lichtblick an einem rabenschwarzen Tag: "Ich schöpfe Mut aus Sebastiens Performance. Nur wenige Sekunden liegen zwischen ihm und Latvala, der zweifellos einer der Besten auf diesem Untergrund ist. Wir wissen noch nicht, wie sehr ihn die Startposition wirklich beeinträchtigt hat. Der Vergleich wird uns morgen leichter fallen, wenn Seb direkt vor Ogier startet."

Viel Frust in Spanien und Abu Dhabi

Zurück zu den Pleiten, Pech und Pannen: Khalid Al Qassimi kreiselte gleich zweimal: "Der Tag ging schon einmal schlecht los, als wir auf SS2 in eine Schneebank geraten sind, an derselben Stelle, an der Matthew Wilson abgeflogen ist. Und dann habe ich es auf SS5 wieder getan - und diesmal war es wirklich nur ich. Die Bedingungen sind wirklich schwierig dieses Jahr. Ich habe Schwierigkeiten, das richtige Gefühl zu bekommen und mir fehlt es noch immer an Erfahrung in diesem Fahrzeug", stöhnte er.

Auch Dani Sordo erging es nicht viel besser: Auf der sechsten Prüfung fand auch der Spanier die Schneewand: "Es war prinzipiell so wie bei den meisten anderen auch: Das Heck brach aus und wir haben uns in der Schneebank eingegraben", bilanzierte er. Er hatte zumindest wesentlich mehr Glück als Hirvonen: "Zum Glück für uns waren da viele Zuschauer und wir konnten ziemlich schnell unsere Fahrt fortsetzen. Aber es war kein guter Tag. Ich habe nie das richtige Gefühl für das Auto gefunden." Nach dem Fehler ist Sordo nun Elfter mit sechseinhalb Minuten Rückstand auf den Spitzenreiter.

Freud und Leid bei Citroen: (4:00 Min.)

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