WRC - Östberg hofft auf knifflige Bedingungen

Ice-Note Crews als Trumpfkarte

Das junge M-Sport-Quartett greift bei seinem ersten Aufritt nicht nach den Sternen. Jedoch hätten sie nichts dagegen, die Großen ein wenig zu ärgern.
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Motorsport-Magazin.com - M-Sport feiert bei der Rallye Monte-Carlo mit neuem Sponsor zum einen eine Premiere und angesichts der Tatsache, dass das Team nach dem werksseitigen Rückzug von Ford weiterhin besteht, auch ein Comeback in neuem Anstrich. Da Routinier Nasser Al-Attiyah derzeit noch bei der Rallye Dakar durch die südamerikanische Wildnis streift, tritt M-Sport mit einem sehr jungen Quartett an: Mads Östberg, Evgeny Novikov, Thierry Neuville und Juho Hänninen werden ins Lenkrad des Ford Fiesta RS WRC greifen.

Die schwierigen Bedingungen des Asphalt-Klassikers könnten Östberg und Novikov in die Hände spielen, obwohl der Norweger erstmals in Monte-Carlo startet und der Russe nach Platz fünf im vergangenen Jahr erst zum zweiten Mal antritt. Doch beide können auf erfahrene Leute in ihren sogenannten Ice-Note Crews bauen, die im Vorfeld nach versteckten Eisflächen auf dem Asphalt Ausschau halten werden. Während sein Vater Morten Östberg und der ehemalige Beifahrer von Andreas Mikkelsen, Ola Floene, für Östberg erkunden werden, stellen Novikovs Ex-Co-Pilot Denis Giraudet und Rallye-Urgestein Francois Delecour ihr Fachwissen für den Moskauer bereit.

Hoffnung auf Eis und Schnee

"Für mich wird es eine sehr große Herausforderung, da ich noch nie in Monte-Carlo angetreten bin", gestand Östberg. "Ich denke, wenn die Rallye wirklich schwierig ist, mit viel Eis und Schnee, dann fällt die Erfahrung der anderen Piloten nicht so sehr ins Gewicht. Aber wenn es schön sauber ist, dann ist die Erfahrung auf den Prüfungen wirklich wichtig und könnte bei den Zeiten den Unterschied machen. Hoffentlich erleben wir knifflige Bedingungen, dann können wir mit den anderen Fahrern kämpfen." Als realistisches Ziel hat sich Östberg die Top-5 und gute Punkte gesetzt, ein Podium beim ersten Auftritt hält er für schwierig.

Natürlich werde ich Gas geben, wo ich kann, und wenn ich das Vertrauen habe, aber wir werden kein großes Risiko eingehen.
Evgeny Novikov

"Ich fühle mich wirklich gut vor der neuen Saison", erklärte Novikov. "Wir hatten zwei sehr erfolgreiche Tests - einen diese Woche bei trockenen Bedingungen und letzten Monat einen im Nassen. Der Test in dieser Woche war wirklich gut, weil wir viel über das Setup und die Reifen gelernt haben. Aber vor allem haben wir jetzt etwas Wissen über alle möglichen Bedingungen, die nächste Woche auftreten könnten." Da in Monte-Carlo nach einem Crash keine Rückkehr unter Rallye-2-Regeln mehr möglich ist, hält Novikov eine saubere Fahrt für besonders wichtig. "Natürlich werde ich Gas geben, wo ich kann, und wenn ich das Vertrauen habe, aber wir werden kein großes Risiko eingehen. Das wichtigste ist, ins Ziel zu kommen und gute Punkte für das Team zu sammeln."

Die erfahrenen Piloten herausfordern

Neuville und Hänninen werden vor allem damit beschäftigt sein, ihr Debüt im Ford Fiesta RS WRC so gut wie möglich zu meistern. Neuville kann dabei zumindest auf zwei Teilnahmen bei der 'Monte' bauen, Hänninen kann einen starken zweiten Platz beim IRC-Event im Jahr 2010 vorweisen. Beide fühlen sich durch die Testfahrten gut vorbereitet und konnten viel über Setup und Reifen lernen. "Es gibt noch viel zu tun", betonte Neuville allerdings. "Wir müssen sichergehen, dass wir eine gute Recce haben, um ein Gefühl für die Prüfungen zu bekommen und so gut wie möglich vorbereitet zu sein." Er vergleicht die Rallye Monte-Carlo mit einer Lotterie, bei der man ohne Probleme schnell in keiner allzu schlechten Position sein kann. "Wenn wir bei unserer ersten Rallye mit dem Team ein Top-10-Ergebnis holen können, dann wäre das bei diesem schwierigen Event ein gutes Resultat für uns."

Bei diesem Event geht es um Kompromisse - manchmal muss man langsamer fahren, als man das normalerweise machen würde, und die Reifenwahl kann den Unterschied machen.
Juho Hänninen

Hänninen sieht die größte Herausforderung darin, dass man als Fahrer verstehen müsse, dass man nicht immer der Schnellste sein kann. "Bei diesem Event geht es um Kompromisse - manchmal muss man langsamer fahren, als man das normalerweise machen würde, und die Reifenwahl kann den Unterschied machen", erläuterte der Finne. "Dank dem Test in dieser Woche fühle ich mich wirklich selbstsicher im Auto. Es gibt noch viel zu lernen, aber wir haben jetzt schon viele Kilometer hinter dem Lenkrad gesammelt. Unser Vertrauen wächst die ganze Zeit und wir sind bereit, zu fahren."

Hänninen hat sich als Ziel gesetzt, die Rallye zu beenden, aber vor allem will er gute Stagezeiten setzen und einige der erfahreneren Piloten herausfordern. "Ich kenne viele Prüfungen aus der Vergangenheit, und wir wollen am Freitag und Samstag in Monaco sein."


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