WRC - Vorschau Rallye Spanien

Die Mischung macht's

Die Rallye Spanien bildet erstmals den Saisonabschluss und fordert die Piloten mit Wechseln von Schotter auf Asphalt. Wer ist der beste Allrounder?
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Motorsport-Magazin.com - Die Rallye Spanien steht seit 1991 im WRC-Kalender, bildet 2012 jedoch erstmals das Saisonfinale. Durch die spätere Austragung herrschen feuchtere Bedingungen vor, die vor allem die glatten Asphaltabschnitte gefährlich rutschig machen können. Seit 2005 führt die Rallye durch die Touristenregion Costa Dorada, der Servicepark liegt in Salou, etwa 125 Kilometer südlich von Barcelona. Dort wird am Donnerstagabend der zeremonielle Start vor der Kathedrale stattfinden.

Die Rallye Spanien wird zu etwa 30 Prozent auf Schotter ausgetragen. - Foto: Sutton

Die große Herausforderung der Rallye Spanien liegt seit 2010 in den wechselnden Belägen. Die erste Etappe am Freitag wird hauptsächlich auf Schotter gefahren, unterbrochen jedoch von Asphaltabschnitten. Die "Königsprüfung" an Tag eins stellt dabei die Terra Alta dar. Sie ist 44,02 Kilometer lang und fordert die Piloten mit drei Belagwechseln. Worauf die einen lieber verzichten würden, ist für die anderen der Grund, warum sie das Event zu ihrer Lieblingsrallye erklären.

"Die gemischten Untergründe bringen etwas Abwechslung in die Serie, aber ich bin nicht besonders scharf darauf, in der gleichen Prüfung auf Asphalt und Schotter zu fahren. Es sollte entweder das eine oder das andere sein", meint beispielsweise Petter Solberg, der bereits zum elften Mal an der Rallye teilnimmt. Sebastien Ogier ist da ganz anderer Meinung. "Die Rallye Spanien ist eine meiner absoluten Lieblingsrallyes, weil wir sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter fahren. Das macht die Rallye für Piloten sehr anspruchsvoll, aber gerade das gefällt mir", sagt der Franzose.

Während die Piloten vor allem ihren Fahrstill dem jeweiligen Untergrund anpassen müssen, stehen die Crews vor der Herausforderung der optimalen Abstimmung der Boliden. Denn für die schnellen Asphaltsektionen ist eine steifere und niedrigere Aufhängung von Vorteil, die auf Schotter jedoch schwer zu handeln ist. So lautet die Devise, die goldene Mitte zu finden. Insgesamt werden etwa 30 Prozent der 405,46 Wertungskilometer auf Schotter gefahren. Den Großteil machen jedoch die charakteristischen, flüssig zu fahrenden Asphaltprüfungen aus. Am Samstag wartet mit der 45,97 Kilometer langen El Priorat eine der längsten Prüfungen des Jahres.

Die längste Rundstrecke der Welt

Neu ist unter anderem eine Prüfung an der Uferpromenade von Salou. Zudem haben die Veranstalter auf vielen Prüfungen in den Kurven nachgebessert, um das berühmt-berüchtigte "Cutten" zu verhindern, bei dem Sand und Steine auf die Fahrbahn geschleudert werden und vor allem den weiter hinten startenden Fahrern so das Leben schwer machen. Die Breite der Straßen lässt viele Piloten an einen Rundkurs denken - entsprechend wählten sie die Vorbereitung. So nahmen Mikko Hirvonen und Mads Östberg in einem Formelauto Platz, um sich vor allem in punkto Bremsen und Rennlinienwahl auf die Asphaltprüfungen vorzubereiten. "Es ist nicht unbedingt ein großer Schub für Spanien, weil ich in einem Formelauto gefahren bin und nicht in meinem Rallyeboliden, aber es wird definitiv helfen", meinte Östberg.

Ich bin nicht besonders scharf darauf, in der gleichen Prüfung auf Asphalt und Schotter zu fahren.
Petter Solberg

Der Norweger befindet sich mit seinem Landsmann Petter Solberg und dessen Markenkollegen Jari-Matti Latvala im Kampf um Platz drei in der WM. Angesichts der Tatsache, dass alle Titel bereits vergeben sind, wird dieser Dreikampf für die nötige Würze sorgen. Weiterhin interessant ist die Frage, ob bei Mikko Hirvonen nach dem ersten Erfolg mit Citroen bei der Rallye Sardinien der Knoten geplatzt ist.

Ein entscheidendes Wörtchen um den Sieg wird jedoch vor allem Rekordchampion Sebastien Loeb am Ende seiner letzten vollen WRC-Saison mitreden. Denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Seit 2005 konnte kein anderer Pilot mehr in Spanien gewinnen. Beim großen Finale der WRC-Saison 2012 könnte sich der Franzose mit einem achten Triumph verabschieden. Und auch für Ford steht ein Abschied an, denn das werksseitige Engagement endet mit der Rallye Spanien. In Salou heißt es am Wochenende also in mehrerlei Hinsicht: Time to say Goodbye.


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