WRC - Loeb siegt in Monte Carlo

Monte Carlo ist meine Rallye

Sebastien Loeb konnte sich den sechsten Sieg bei der Rallye Monte Carlo sichern. Er lag 2:45 Minuten vor Dani Sordo. Petter Solberg mit erstem Podest für Ford.
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Motorsport-Magazin.com - Sebastien Loeb holte sich in der Powerstage, die am Sonntag ausgetragen wurde, den Sieg bei der Rallye Monte Carlo. Der Citroen-Pilot sicherte sich nach fünf Wettkampftagen und 433,36 gewerteten Kilometern mit einer Gesamtzeit von 4:32:39,9 Stunden den überlegenen Sieg vor Dani Sordo im Mini. Der Spanier hatte am Ende einen Abstand von 2:45,5 Minuten auf Loeb. Dritter wurde Petter Solberg, der Sordo zum Ende nochmals bis auf 28,7 Sekunden nahekam.

Monte Carlo ist meine Rallye!
Sebastien Loeb

Auf Ste Agnes - Col de la Madone, der mit 5,16 Kilometern Länge kürzesten Prüfung der Rallye Monte Carlo, galt es Vorsicht walten zu lassen. Doch während Loeb diesen Grundsatz über all die Tage beachtet hatte, setzte er in der Powerstage noch einen drauf und sicherte sich die drei Zusatzpunkte. "Es ist immer ein großartiger Moment, die Saison so zu starten, vor allem in Monte Carlo", jubelte der Sieger.

Damit geht der achtfache Weltmeister mit der maximalen Ausbeute von 28 Punkten aus dem ersten Wochenende der Saison 2012. "Maximale Punkte aus der ersten Rallye mitzunehmen ist perfekt", verriet der Weltmeister kein Geheimnis. "Monte Carlo ist meine Rallye!"

Sordo froh über Podestplatz

Dani Sordo sicherte sich den so wichtigen zweiten Platz und damit das dritte Podest für Mini in der WRC. "Ich bin wirklich glücklich, die Rallye Monte Carlo mit Mini auf dem zweiten Platz beendet zu haben", strahlte der Spanier, der zum zweiten Mal in Monte Carlo neben Loeb auf dem Podest steht. Doch damit will er sich nicht begnügen. "Unser Ziel ist jetzt, mit dem Gewinnen von Rallyes zu beginnen."

Petter Solberg und der Fiesta RS WRC scheinen gut zu harmonieren - Foto: Ford

Petter Solberg sprach von einer Rallye, die ihm Spaß machte, die aber nie seine gewesen sei. Denn von Beginn an kämpfte er mit kleineren Problemen, holte sich einen Reifenschaden, drehte sich, oder traf teilweise die falsche Wahl in Bezug auf die Pneus. Dennoch strahlte der Norweger täglich mehr, da der Ford Fiesta RS WRC für ihn wie auf den Leib geschneidert schien.

Das machte sich auch in drei Bestzeiten am Samstag bemerkbar. Am Sonntag musste sich Solberg allerdings ohne Extrapunkte aus der Powerstage verabschieden, da er benutzte Winterreifen für dieses Teilstück verwendete. Doch das konnte seine Freude nicht schmälern, nachdem er in seiner ersten Rallye für Ford das erste Podest in Monte Carlo erreicht hatte.

Hirvonen neben dem Podest

Mikko Hirvonen sicherte sich den vierten Platz in seiner ersten Rallye für Citroen und war relativ zufrieden mit diesem Ergebnis. "Ich bin glücklich, aber ich wäre gerne auf dem Podium gewesen", gab der Finne zu. "Der Start der Rallye war schwierig, aber ich lernte eine Menge und bin sehr glücklich darüber." Nun hofft Hirvonen, für Schweden, wo er 2010 und 2011 gewann, eine gute Geschwindigkeit zu haben. "Ich bin etwas verunsichert, wie sich das Auto auf Schnee fahren lassen wird."

Ich bin sehr glücklich, im Ziel der Rallye Monte Carlo zu sein, weil es die härteste Rallye der Saison ist
Evgeny Novikov

Evgeny Novikov, der bisher eher als Bruchpilot bekannt war, konnte die gesamte Rallye Monte Carlo zeigen, welches Potenzial in ihm schlummert. Am Ende sicherte er sich als bester M-Sport-Pilot den fünften Rang und einen Extrapunkt für die drittschnellste Zeit in der Powerstage. "Es war eine sehr gute Rallye für uns", freute sich der Russe.

Unabhängig von seiner Platzierung war Novikov aber einfach nur erleichtert, alle Prüfungen absolviert zu haben. "Ich bin sehr glücklich, im Ziel der Rallye Monte Carlo zu sein, weil es die härteste Rallye der Saison ist", zeigte er auf. Nun möchte er den positiven Trend fortsetzen und auch zukünftig immer das Ziel erreichen. "Aber viel schneller fahren", schloss Novikov lächelnd ab.

Delecour lässt Co-Pilot ans Steuer

Francois Delecour, der älteste Teilnehmer der Rallye Monte Carlo, beendete die Veranstaltungen in einem privat eingesetzten Ford Fiesta RS WRC des M-Sport-Teams auf dem sechsten Rang. Interessant war allerdings, dass er während der Powerstage nicht selbst am Steuer des Wagens saß, sondern sein Co-Pilot Dominique Savignoni.

Dieses Geschenk ließ sich Delecour einfallen, da es die letzte Rallye seines Beifahrers vor dem Ruhestand war. "Er ist sehr gut gefahren, aber ich konnte den Aufschrieb nicht richtig lesen", lachte der Franzose. "Aber er hat großartige Arbeit geleistet."

Tanak nicht glücklich

Ott Tanak sicherte sich bei seiner ersten Asphalt-Rallye in der WRC den achten Platz. Dennoch war er nicht so glücklich, da er am Samstagabend die Ansage bekam, vorsichtig zu fahren und den Ford Fiesta RS WRC sicher ins Ziel zu bringen. Zudem war er mit seiner Leistung über die fünf Tage nicht zufrieden.

Es ist schwierig, zufrieden zu sein, wenn du nicht unter den Schnellsten bist
Ott Tanak

"Ich denke, es wird andere Rallyes geben, wo wir besser sein werden und schneller fahren dürfen. Aber es ist schwierig, zufrieden zu sein, wenn du nicht unter den Schnellsten bist", war der Este frustriert. Dennoch konnte er dem Auftritt im Fürstentum auch Positives abgewinnen. "Wir mussten Erfahrungen sammeln und das taten wir", zeigte der 24-Jährige auf.

Frühes Ende für Latvala

Jari-Matti Latvala war mit dem Ziel in die Monte gegangen, den Abstand auf Sebastien Loeb nicht zu groß werden zu lassen, da er sich auf Asphalt keine allzu großen Chancen gegen den Weltmeister ausrechnete. Doch bereits in der zweiten Prüfung der Rallye setzte der Finne auf die richtigen Reifen und nahm Loeb 52 Sekunden ab.

Jari-Matti Latvala musste bereits am ersten Tag die Segel streichen - Foto: Ford

Damit ging Latvala als Führender in den Nachmittag. Doch dieser bedeutete das Aus. Denn auf SS4 überschlug sich der Ford-Werkspilot, da seine Konzentration einer Eisplatte galt und er daher die Anweisungen seines Co-Piloten Miikka Anttila überhörte. Damit war die Rallye für Latvala beendet, da es in Monte Carlo keine SupeRally gibt.

Ogier nach Wahnsinnsritt raus

Sebastien Ogier wünscht sich schon lange, seine Heimrallye in Monte Carlo zu gewinnen. Das war 2012 in einem Skoda Fabia S2000 nicht möglich. Dennoch zeigte der Franzose - durch die Hilfe der nassen und glatten Bedingungen - sehr gute Zeiten und lag teilweise sogar auf dem vierten Gesamtrang.

Am Ende des zweiten Tages war der Traum aber vorbei, denn nach dem Schneiden einer Kurve rutschte sein Skoda über die Straße, schlug in eine Mauer ein und drehte sich in eine Baumgruppe. Sowohl Ogier, als auch sein Co-Pilot Julien Ingrassia, wurden in ein Krankenhaus gebracht, konnten aber ohne größere Blessuren bereits wieder nach Hause.

Endergebnis Rallye Monte Carlo:

1. Sebastien Loeb, Citroen 4:32:39,9
2. Dani Sordo, Mini +2:45,5
3. Petter Solberg, Ford +3:14,2
4. Mikko Hirvonen, Citroen +4:06,8
5. Evgeny Novikov, M-Sport-Ford +6:03,4
6. Francois Delecour, M-Sport-Ford +7:47,9
7. Pierre Campana, Mini +8:31,4
8. Ott Tanak, M-Sport-Ford +10:34,7
9. Martin Prokop, Ford +16:10,7
10. Armindo Araujo, Mini +16:16,6

Ergebnisse der Powerstage:

1. Sebastien Loeb, Citroen 3:27,8
2. Mikko Hirvonen, Citroen +1,2
3. Evgeny Novikov, M-Sport-Ford +2,6
4. Dani Sordo, Mini +3,9
5. Martin Prokop, Ford +4,4


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