WEC - Im Schatten des Audi-Abschieds: Porsche feiert WM

Dumas/Jani/Lieb holen in Bahrain den WEC-Titel

Fast wäre es bei all den Emotionen um Audi untergegangen: Dumas/Jani/Lieb sind Weltmeister! Ihre Reaktionen sowie ihr Rennen und ihr Jahr in der Zusammenfassung
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WEC Bahrain 2016: So holte Porsche den Titel: (03:15 Min.)

Beim WEC-Rennen in Bahrain verabschiedeten sich Audi und Mark Webber mit großen Emotionen aus der Langstrecken-Szene bzw. in den Ruhestand. Bei all den Emotionen ging eines fast unter: In der LMP1-Klasse war ja auch noch der Titelkampf offen! Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb vom #2-Porsche gingen mit 17 Punkten Vorsprung auf Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi im Toyota #6 ins Finale. Dort retteten sie die WM-Führung über die Ziellinie und durften im Anschluss den Titel bejubeln.

So lief das Rennen in Bahrain für das Porsche-Trio Dumas/Jani/Lieb

Dumas/Jani/Lieb starteten von Platz drei aus ins Rennen und überholten am Start das Schwesterauto von Bernhard/Webber/Hartley. Doch noch im ersten Stint nahm ihre Pace ab und so musste man zunächst den Audi #7 vorbei lassen. Danach großes Drama um das Fahrzeug: Neel Jani zog sich bei einer Feindberührung mit einem GT-Porsche einen Plattfuß am Heck zu, der den hinteren Teil des Wagens in Mitleidenschaft zog!

Nach einem Reparaturstopp lag man zunächst mit Runden-Rückstand auf P7, also sogar noch hinter dem Rebellion #13. Tuscher/Kraihamer/Imperatori waren jedoch schnell überholt, Dumas/Jani/Lieb gingen nach dem Reparaturstopp kein Risiko mehr ein und trugen P6 ins Ziel. Diese Platzierung reichte locker, da die Titelrivalen vom #6-Toyota selbst nicht über Rang fünf hinaus kamen.

Die Highlights der 6 Stunden von Bahrain 2016: (03:41 Min.)

So lief das Jahr 2016 für das Porsche-Trio Dumas/Jani/Lieb

Der Saisonverlauf zeigt, wie wichtig in der WEC zwei Dinge sind: Ein guter Saisonstart sowie Konstanz. Für Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb hätte das Jahr nicht besser starten können. Beim Auftakt in Silverstone fuhren sie als Zweite ins Ziel und wurden nach der Disqualifikation von Fässler/Lotterer/Tréluyer im #7-Audi zum Sieger erklärt. In einem chaotischen Rennen in Spa wurden sie trotz Verlusts der Hybrid-Power gleich zu Rennbeginn Zweite. Dazu legten Dumas/Jani/Lieb den besonders wertvollen, wenn auch glücklichen Sieg in Le Mans nach. Besonders wertvoll nicht nur wegen dem Prestige, den so ein Le-Mans-Sieg mit sich bringt, sondern auch wegen der doppelten Punkte.

Doch nach dem Le-Mans-Sieg war nichts mehr wie zuvor. Dumas/Jani/Lieb konnten ab dem Nürburgring-Lauf nicht mehr die Pace des Schwester-Autos gehen. Während Bernhard/Webber/Hartley die zweite Saisonhälfte dominierten und vier Siege sowie zwei dritte Plätze aus sechs Rennen holten, schafften es Dumas/Jani/Lieb kein einziges Mal mehr aufs Podium. Vier Mal wurde man Vierter, nämlich am Nürburgring, in Mexiko, Austin und Shanghai, dazu kommen Platz fünf in Fuji sowie Rang sechs zum Abschluss in Bahrain. Am Ende rettete man einen Vorsprung von 12,5 Punkten auf den Audi #8 ins Ziel.

Die Stimmen vom Porsche-Trio Dumas/Jani/Lieb zum WM-Titel

Romain Dumas: "Besser als die Saison als Weltmeister zu beenden, geht es nicht. Davon träumt man, wenn das neue Jahr beginnt. Der Erfolg kommt zu einem ganz großen Teil von tollen Teamkollegen und einem sehr guten Team mit ausgezeichneten Ingenieuren. Jeder arbeitet sehr hart. Auch wenn wir zum Schluss nicht die Ergebnisse hatten, die wir uns gewünscht hätten, haben wir eben doch gute Arbeit geleistet. Wir waren konstant da, und das ist auch wichtig im Langstreckensport."

Neel Jani: "Le Mans und der WM-Titel - das war ein unglaubliches Jahr, das werde ich nie vergessen. Es gibt nichts Besseres, als beides in einer Saison zu gewinnen. Es war zwar mühsam nach Le Mans, aber wir haben es geschafft und das ist alles, was zählt."

Marc Lieb: "Es war ein schwieriges Jahr. Wir hatten nach dem Sieg in Silverstone und dem dramatischen Erfolg in Le Mans - der für uns und unsere Meisterschaftsambitionen natürlich super war - viel Pech und keine richtigen Einzelerfolge mehr, sondern mussten Punkte sammeln und mitnehmen wie ein Hamster. Darum ist es jetzt umso schöner, mit dem Weltmeistertitel nach Hause zu gehen. Porsche hat in diesem Jahr wieder alles gewonnen, die 24 Stunden von Le Mans, die Herstellermeisterschaft und den Fahrertitel. Es ist schön, einen Teil hierzu beigetragen zu haben. Als gebürtiger Stuttgarter macht mich das unheimlich stolz. Es gemeinsam mit Porsche erleben zu dürfen, ist ein Traum, der heute in Erfüllung ging."


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