WEC - Winter-Kalender wird vorangetrieben

Le Mans als Saisonabschluss eine reizvolle Idee

Der Plan, die WEC als Winterserie auszutragen, wird intensiviert. Die Idee hat mehr Fürsprecher als Gegner. Doch es gibt ein mahnendes Negativbeispiel.
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Motorsport-Magazin.com - Bereits im vergangenen Winter wurden Pläne geschmiedet, die Langstrecken-Weltmeisterschaft künftig als Meisterschaft über den Winter auszutragen. Der derzeitige Kalender, in dem Le Mans als Saisonhöhepunkt eine dreimonatige Pause folgt, ist zweigeteilt: Den zwei europäischen Auftaktrennen folgt das 24-Stunden-Rennen, nach dem Loch von mehreren Monaten geht es auf die Welttournee für weiteren Rennen über sechs Stunden. Den ACO stört, dass der Höhepunkt damit sehr früh in der Saison liegt. Der neue Kalender soll eine "Road to Le Mans" werden.

Wenn sich der Langstreckensport in eine andere Position bringen kann, wäre das sehr gut.
Allan McNish

"Stellt euch vor, wir hätten einen Kalender, der irgendwann im Spätsommer oder Herbst startet und in Le Mans im Juni endet. Es macht Sinn, denn Le Mans ist das Event schlechthin. Es ist besser, mit dem Höhepunkt abzuschließen", sagte WEC-Chef Gerard Neveu. Er fügte hinzu, dass die größte Herausforderung nicht darin liege, genügend Fürsprecher zu finden, sondern in der Umsetzung des Plans. Dieser würde nämlich eine Übergangsphase erfordern. Soll man eine Mini-Saison im Frühjahr fahren? Oder Rennen in der späten Phase einer Saison gleichzeitig für die nächste zählen? Oder womöglich eine lange Saison über eineinhalb Jahre fahren?

An Unterstützung für den Plan mangelt es nicht. "Wir müssen den besten Kompromiss mit den involvierten Herstellern und einem potenziellen weiteren [höchstwahrscheinlich Ferrari] finden", so Neveu. Zu den Befürwortern des neuen Systems zählt insbesondere Allan McNish: "Wenn man sich den weltweiten Sport ansieht, gibt es eine Menge Wettbewerb um TV-Rechte und Fans. Wenn sich der Langstreckensport in eine andere Position bringen kann, wäre das sehr gut."

Es gibt jedoch ein mahnendes Beispiel: In ihrer Anfangsphase in den 90er-Jahren versuchte die Indy Racing League ein ähnliches System mit einer Saison über den Winter, das aber zu großen Problemen bei Verträgen mit Fahrern und Sponsoren führte, da diese in der Regel für ganze Kalenderjahre abgeschlossen werden. Es erfolgte ein schneller Switch zurück zu einem klassischen System. Für solche Fragen müssten Lösungen gefunden werden.


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