WEC - Prolog: Audi und Porsche Kopf an Kopf

Porsche-Topspeed sorgt für Gesprächsstoff

In der ersten Session des WEC-Prologs ging es bereits richtig zur Sache. Audi setzte die erste Bestzeit, während Porsche die Topspeedlisten toppte.
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Motorsport-Magazin.com - Es war nicht die vorläufige Bestzeit von 1:42.788 Minuten von Marcel Fässler, die für Gesprächsstoff während der Mittagspause im Fahrerlager beim Prolog der Langstrecken-Weltmeisterschaft sorgte. Die meisten Benzingespräche im Pressezentrum des Paul Ricard HTTT drehten sich um den sagenhaften Topspeedwert von 328,3 km/h durch den Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 20. Die aktuelle, schmalere LMP1-Generation ist geradeaus damit bereits nahe dran an den Topspeedwerten der LMS aus dem Jahre 2010, als der 800 PS starke Audi R15 plus 331 km/h erreichte. Die aktuellen Aggregate leisten etwa 500 PS, werden zu Beginn der Geraden jedoch von Elektromotoren unterstützt.

Die erste gute Nachricht: Die drei LMP1-Hersteller liegen nicht zu weit auseinander. Zwar ist das Lesen der Zeiten noch ein Stochern im Nebel, doch die drei Werke lagen innerhalb von 1,2 Sekunden in der ersten Session, in den vergangenen Jahren war Audi zu Saisonbeginn meist um mehrere Sekunden schneller als die Konkurrenz. Die Bestzeit durch den Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer 2 von 1:42.788 Minuten liegt noch 1,1 Sekunden über dem LMP1-Streckenrekord von 2010. Dahinter folgten mit dichtem Abstand die Werks-Porsche: Neel Jani brachte den 919 mit der Startnummer 14 auf 1:42.912 Minuten, drei Zehntel schneller als Mark Webber im anderen Fahrzeug.

Beeindruckend: Der Toyota TS040 Hybrid beschleunigt wie eine Rakete - Foto: Toyota

Toyota lag in der Morgensession noch etwas zurück: Mit einer Zeit von 1:43.9 hat der TS040 Hybrid noch etwas Rückstand, der aber wenig aussagekräftig ist. Immerhin war der zweite Audi noch zwei weitere Zehntel langsamer. Toyota fuhr zwei unterschiedliche Spezifikationen: Die schnellere Nummer 7 fuhr im Le-Mans-Trimm, während die Nummer 8 auf hohen Anpressdruck gepolt war. Sehr beeindruckend erscheint die Beschleunigung des 1.000-PS-Geschosses aus Köln. Insgesamt lässt sich fürs Erste festhalten: Porsche hat den besten Topspeed, Toyota die beste Beschleunigung, Audi das beste Handling. Es ist aber davon auszugehen, dass die Zeiten weiter fallen werden.

Diskussionsthema war auch der Fuel-Flow-Sensor, der bis zum Prolog noch gar nicht zum Einsatz gekommen sein soll. Ob er heute in den LMP1-Fahrzeugen verbaut worden ist, ist noch unklar. Unabhängig davon fuhr Nick Heidfeld im Vorjahres-Rebellion-Lola die schnellste LMP1-L-Zeit in 1:45.5 Minuten. Das Schwesterfahrzeug war fast zwei Sekunden langsamer. Rebellion Racing ist das einzige LMP1-L-Team, das an den Testfahrten teilnimmt. Mit 2,5 Sekunden ist der Rückstand derzeit deutlich geringer als gegen Ende des letzten Jahres, doch auch hier ist es zu früh für Interpretationen.

Deutliche P2-Führung für Milennium Racing

Bei den Zeiten wieder ganz vorn: Der Audi R18 e-tron quattro - Foto: Audi

In der LMP2 hatte zur Mittagspause der Oreca-03-Nissan von Millennium Racing die Nase vorne: John Martin fuhr als einziger LMP2-Pilot unter 1:50 Minuten, und das deutlich: Mit 1:49.2 Minuten war der französische Renner des aus Delta-ADR hervorgegangenen Rennstalls 1,4 Sekunden schneller als die beiden SMP-Oreca, die nur durch eine Zehntel getrennt auf den Plätzen zwei und drei lagen. Die große Konkurrenz von G-Drive Racing (Roman Rusinov brachte das G-Drive-Banner für 2014 zu Oak Racing) fuhr allerdings noch keine gezeitete Runde, gleiches gilt übrigens für das zweite Millennium-Fahrzeug mit der Startnummer 23.

In der mit nur vier Fahrzeugen besetzten GTE Pro diktierte Porsche das Tempo: Mit 1:58.0 Minuten lag der Werks-Elfer sechs Zehntel vor den beiden Ferrari 458 Italia von AF Corse und Ram Racing. Sehr zurückhaltend war Aston Martin; das Fahrzeug mit der Startnummer 99 war mit einer Zeit von 1:59.8 auch deutlich langsamer als die schnellsten GTE-Am-Zeiten. Hier ging die Bestzeit in 1:58.8 Minuten an den 8-Star-Ferrari durch Paolo Ruberti.

Am heutigen Freitag stehen noch zwei weitere Sessions des WEC-Prologs auf dem Programm, eine davon bei Nacht.


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