Tipp

WEC - Übersicht: Die GT-Felder 2014

Drei Marken und ein Privatier für den Weltcup

In den GTE-Klassen wird 2014 wieder ein reger Markenmix herrschen. Gerade bei den Amateuren sind aber noch viele Fragezeichen zu erkennen.
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Motorsport-Magazin.com - Die GT-Klassen haben in den vergangenen beiden Jahren für die nötige Würze in den Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft gesorgt und werden auch 2014 für reichlich Action gut sein. In der GTE Pro ist die Sache weit fortgeschritten, es bleibt voraussichtlich alles beim Alten mit jeweils zwei werksunterstützten Fahrzeugen von Porsche, Ferrari und Aston Martin. Hinzu kommt ein weiterer Ferrari in Privatregie von Ram Racing, den Meistern der ELMS. In der GTE Am ist die Sache schwieriger. Die neuen Regeln erfordern mindestens einen Bronze-Fahrer, wodurch bestehende Fahrer-Lineups gesprengt werden müssen.

Keine Fehler erlaubt

Zwar sind bislang lediglich die zwei Werks-911er vom Porsche AG Team Manthey und der Ram-Ferrari bestätigt, doch die offizielle Bekanntgabe von Aston Martin Racing und AF Corse ist nur noch eine Frage der Zeit. Porsche hat einen starken Eindruck mit der Evo-Stufe des 911 RSR in Bahrain hinterlassen, doch über den Winter dürfen auch die Gegner entwickeln, bevor der Stand vermutlich eingefroren wird. Während sich Marc Lieb zu den LMP1 verabschiedet, bleiben Patrick Pilet und Jörg Bergmeister dem Manthey-Team erhalten. Neuzugang Fred Makowiecki wird vermutlich von Marco Holzer unterstützt, da die derzeitigen Porsche-Junioren noch nicht weit genug sind.

Ram Racing nimmt den Kampf gegen die Weltspitze auf - Foto: DPPI

AF Corse hat erst kürzlich verkündet, dass Giancarlo Fisichella in die USCC gehen wird. Das WEC-Engagement soll weiter mit zwei Fahrzeugen fortgesetzt werden. Dass Kamui Kobayashi weitermacht, ist angesichts der Caterham-F1-Gerüchte unwahrscheinlich. Toni Vilander wird dem Team von Amato Ferrari erhalten bleiben. Die Frage ist, wer nachrückt: Davide Rigon wäre ein möglicher Kandidat wie auch Matt Griffin. Eventuell werden auch Matteo Malucelli oder Olivier Beretta oder auch Fisichella ein Doppelengagement mit USCC und WEC bestreiten.

Aston Martin Racing wird versuchen, die Scharte von 2013 auszuwetzen, wenn die Engländer mit dem V8 Vantage wieder auf die Jagd gehen. Die hervorragende Paarung Stefan Mücke und Darren Turner wird vermutlich unangetastet bleiben. Als Kandidaten für das zweite Fahrzeug würden Richie Stanaway und Pedro Lamy parat stehen, nachdem Fred Makowiecki das Team Richtung Porsche verlassen hat. Auffällig: In der Planung von AMR fällt der Name Bruno Senna nicht mehr. Auch in seiner Kolumne bei Motorsport-Magazin.com sprach der Brasilianer, der 2013 exzellente Leistungen gezeigt hatte, von Alternativen.

Die neue Unbekannte im Feld ist Ram Racing. Das Meisterteam der ELMS, das nicht mit dem ehemaligen Formel-1-Rennstall der 70er- und 80er-Jahre zu verwechseln ist, wagt 2014 den Aufstieg in die WEC. Bislang ist lediglich bekannt, dass Johnny Mowlem das GTE-Pro-Lineup anführen wird. Auch der weiße Ferrari könnte eine Möglichkeit für Matt Griffin sein, in die GTE Pro zu gehen. Für das Team von Dan Shufflebottom wird das GTE-Pro-Engagement zu einem echten Gradmesser. Auch andere ELMS-Teams können sich 2014 die Performance von RAM im Kampf gegen die absolute GT-Elite als Orientierung, um ihre eigene Position im internationalen GT-Sport zu bestimmen.

Neue Regeln, alte Autos, oder doch nicht?

Aston Martin Racing will einige offene Rechnungen begleichen - Foto: Aston Martin

Ziemlich undurchsichtig ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Lage in der GTE Am. Durch die neuen Fahrer-Regelungen werden viele neue Fahrer mit Bronze-Rang in die WEC kommen. Manche Piloten sind hochgestuft worden. Zwar mag es persönlich eine Befriedigung darstellen, doch es stellt die betroffenen Fahrern vor Schwierigkeiten, da sie nun nicht mehr den geforderten Amateur auf dem Fahrzeug stellen können. Wie so oft werden die meisten Programme wahrscheinlich erst im Februar oder gar März feststehen. Endgültig bestätigt ist in der GTE Am noch kein einziges Engagement.

Derzeit gibt es nur drei ziemlich sichere Kandidaten: 8 Star kehrt zurück. Vicente "Enzo" Potolicchio wurde als einer der wenigen Fahrer zurückgestuft und hat nun Bronze-Status. Der orangene Ferrari 458 Italia wird wieder Gesellschaft von zwei Aston Martin V8 Vantage erhalten. Auch dies ist noch nicht offiziell bestätigt, doch wie bei 8 Star ist das Ziel klar formuliert. Mit David Heinemeier Hansson wurde zudem ein neuer Fahrer getestet, der Paul Dalla Lana zur Seite gestellt werden könnte. Roald Goethe wird vermutlich in die ELMS abwandern, um seine Business- und Rennsportaktivitäten besser unter einen Hut zu bekommen.

Neben dem Fahrzeug in der Pro-Kategorie möchte Ram Racing auch einen Ferrari 458 Italia in der Amateur-Kategorie an den Start bringen. Höchstwahrscheinlich wird AF Corse sein Programm, das vergangene Saison ein eigenes Fahrzeuge und den 8-Star-Ferrari umfasst hat, fortsetzen. Mit Jack Gerber verfügt man auch über einen Bronze-Fahrer. Proton Competition möchte einen 911er-RSR einsetzen. Krohn Racing wird definitiv nicht zurückkehren und IMSA Performance Matmut wohl in die ELMS gehen. Weitere GT-Teams könnten kurzfristig noch anklopfen.

Larbre Competition will die neueste Corvette einsetzen - Foto: DPPI

Ein Streitpunkt könnten die verwendeten Fahrzeuge werden: So waren bislang stets nur Vorjahresfahrzeuge in der GTE Am zugelassen. Dadurch, dass Porsche in Bahrain aber bereits den 2014er-RSR in der GTE Pro eingesetzt hat, ist dieses Evo-Modell theoretisch nun auch in der Amateurkategorie einsetzbar. Larbre Competition hat unterdessen darum gebeten, die neue Corvette C7.R einsetzen zu dürfen. Die Jahreswagen-Regel könnte also langsam unterminiert werden.

Übersicht

GTE Pro:

Sicher:
2x Porsche AG Team Manthey (Porsche 911 RSR)
1x Ram Racing (Ferrari 458 Italia)

Wahrscheinlich:
2x AF Corse (Ferrari 458 Italia)
2x Aston Martin Racing (Aston Martin V8 Vantage)

GTE Am:

Wahrscheinlich:
2x Aston Martin Racing (Aston Martin V8 Vantage)
1x 8 Star Motorsports (Ferrari 458 Italia)
1x Ram Racing (Ferrari 458 Italia)
1x Proton Competition (Porsche 911 RSR oder 911 GT3 RSR)
1x Larbre Competition (Chevrolet Corvette C7.R oder C6.R)


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