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WEC - Nakajima: 2014 für Fans viel interessanter

Hoffen auf den Hybrid-Vorteil

Toyota hatte 2013 gegen Audi lange keine Chance. Kazuki Nakajima wirft einen Blick zurück und glaubt, dass 2014 alles besser wird - auch für den Sport.
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Motorsport-Magazin.com - Der Ehrentreffer war Toyota in Bahrain doch noch gestattet, doch beim Gedanken an die WEC-Saison 2013 wird die Audi-Dominanz stets an erster Stelle stehen. Zu groß war der Leistungsüberschuss der R18 e-tron quattro gegenüber den Toyota TS030 Hybrid. Kazuki Nakajima musste darüber hinaus bei vielen Rennen zusehen, da er zusätzlich zur WEC die SuperGT und Super Formula fährt und Toyota darüber hinaus die Startnummer 7 auf dem amerikanischen Kontinent nicht an den Start gebracht hat. "Natürlich waren die Erwartungen höher, nachdem wir mit drei Siegen im letzten Jahr gut aufgehört hatten", gibt der Ex-Formel-1-Pilot gegenüber Motorsport-Magazin.com zu.

Dabei ist er sich sicher, dass das Team einen wesentlich besseren Job als noch 2012 gemacht hat: "Die Vorbereitung war wesentlich besser als noch 2012. Wir haben immer noch gute Rennen abgeliefert und einen perfekten Job mit dem gemacht, was wir hatten. Als Team haben wir uns weiter gesteigert." Es habe schlicht und einfach an Speed gefehlt, vor allem im Le-Mans-Trimm, mit dem Toyota in Spa und an der Sarthe chancenlos war. "Nach Le Mans konnten wir mit dem High-Downforce-Package den Kampf zu Audi tragen. In China haben wir unglücklich den Sieg verpasst", erinnert er sich.

Kazuki Nakajima fährt neben der WEC auch die SuperGT - Foto: SuperGT

Aufgrund des gut funktionierenden Pakets für hohen Abtrieb habe Toyota auch im Bereich der Aerodynamik die größten Fortschritte erzielt, so der Japaner weiter. Aber auch die Hybridsysteme hätten Fortschritte gemacht, obwohl es dort gar keine Regeländerungen gegeben hat: "Sie sind recht ähnlich zum letzten Jahr, aber wesentlich zuverlässiger geworden." Für das kommende Jahr liegt die Konzentration insbesondere darauf, mit wenig Abtrieb konkurrenzfähig zu sein, doch stochert auch er im Dunkeln: "Unsere Jungs in Köln arbeiten hart, aber keiner weiß, wie es letztlich sein wird."

Porsche ist gut...

Das lang herbeigesehnte Effizienz-Reglement wird 2014 alles auf den Kopf stellen. Nakajima glaubt, dass das Hybrid-Know-How Toyota einen Vorteil verschaffen wird: "In Sachen Hybrid hatten wir dieses Jahr noch immer einen Vorteil, auch wenn er kleiner war als noch 2012. Das System hat sich weiter verbessert und wir konnten es besser managen. Nächstes Jahr bekommen wir viel größere Hybridsysteme und ich hoffe, dass wir da nächstes Jahr unser Potenzial voll nutzen können." Noch immer ist es nicht offiziell, doch Insider gehen davon aus, dass Toyota das Maximum von acht Megajoule zurückgewinnen wird.

Mit einem weiteren Hersteller aus Japan können wir wesentlich mehr Beachtung in der japanischen Öffentlichkeit bekommen
Kazuki Nakajima über Nissan

Gerollt ist der Nachfolger des TS030 Hybrid im Gegensatz zur Konkurrenz von Audi und Porsche noch nicht, lediglich Reifentests wurden durchgeführt. "Die Arbeit läuft aber auf Hochtouren und ich hoffe, dass es nicht zu spät wird", so der 28-Jährige. Viel Arbeit wird bereits im Simulator erledigt, der noch aus Formel-1-Zeiten stammt.

Auf die neue Konkurrenz aus Stuttgart freut er sich und verspricht sich einen Boost für die ganze Sportwagenszene: "Ich denke, es ist gut für die gesamte Meisterschaft. Natürlich haben wir auch einen harten, engen Kampf gegen Audi geführt, aber natürlich brauchen wir mehr Autos. Dazu wird der Name Porsche ein massiver Boost und der Kampf wird noch intensiver. Für die Fans wird es wesentlich besser", verspricht er.

...noch mehr Hersteller wären besser

Porsche wird der WEC den nötigen Boost geben, glaubt Nakajima - Foto: Porsche

Mit Nissan steht darüber hinaus ein weiterer japanischer Hersteller in den Startlöchern. "Mit einem weiteren Hersteller aus Japan können wir wesentlich mehr Beachtung in der japanischen Öffentlichkeit bekommen", ist sich Nakajima sicher. Die Japan-Spirale könnte sich weiter drehen: Sollte Nissan kommen, könnte auch Honda einsteigen. Mit dem Einsatz eines Formel-1-Motors im Sportwagen haben bereits mehrere Hersteller geliebäugelt. Bislang belässt es Tokio bei einem HPD-Kundenprogramm mit IndyCar-Motor.

Einer Ausweitung des Rennkalenders steht Nakajima nicht ganz uneigennützig skeptisch gegenüber: "Natürlich ist es für mich, der auch in Japan fährt, schwierig, mehr Rennen zu fordern. Derzeit geht es eher darum, mehr Hersteller in die WEC zu locken. Für Privatteams ist es eine schwierige Angelegenheit wegen dem [teuren] Hybrid. Aber mehr Hersteller wären schon klasse."


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