WEC - Aston Martin: Enttäuschung trotz Titelgewinn

Zu viele Meisterschaften abgegeben

Aston Martin führte vor Bahrain alle fünf GTE-Meisterschaften an und nahm nur einen Titel mit. Der GTE-Am-Fahrertitel kann die Enttäuschung nur leicht dimmen.
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Motorsport-Magazin.com - Es sollte die große Titelfeier zu Ehren Allan Simonsens werden und die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: Auf der Strecke, von der Aston Martin glaubte, dass sie dem V8 Vantage am meisten von allen entgegenkommt, sollten die fünf Meisterschaften (je zweimal Fahrer- und Teamwertung in GTE Pro und Am sowie der Hersteller-Weltcup) eingefahren werden. Doch es sollte alles ganz anders kommen, am Ende steht Aston Martin mit vier verlorenen und einem gewonnen Titel da: Ein Doppelausfall in der GTE Pro raubte Aston Martin drei Meisterschaften. Die GTE-Am-Fahrzeuge konnten nicht genug Punkte für den Herstellertitel holen.

Es fühlt sich an, als wären wir unseres Titels beraubt worden.
Stefan Mücke

Besser lief es in der GTE Am: Beim Sieg des dänischen Aston Martin V8 Vantage von Christoffer Nygaard, Kristian Poulsen und Nicki Thiim holten Jamie Campbell-Walter und Stuart Hall mit einem fünften Platz den GTE-Am-Fahrertitel mit einem Punkt Vorsprung. In der Teamwertung musste sich Aston Martin Racing hinter 8 Star Motorsports anstellen. Für Freude sorgte neben der gewonnenen Amateur-Meisterschaft auch der dritte Saisonsieg des Young-Driver-Fahrzeugs mit der Startnummer 95. Insgesamt lautete der Tenor jedoch: Hier war mehr drin.

Das Drama begann für Stefan Mücke und Darren Turner, die auf die beiden GTE-Pro-Meisterschaften angesetzt waren, bereits im ersten Stint mit einem ungewöhnlich stark verschleißenden Hinterreifen. Der V8 Vantage mit der Startnummer 97 fiel aussichtslos zurück, das Desaster war nach 109 Runden komplett, als das Fahrzeug mit Motorschaden ausschied. Somit waren zwei Meisterschaften verloren, doch es sollte nicht schlimmer kommen: Eine Stunde vor Schluss mussten die bis dahin solide auf Rang drei liegenden Bruno Senna, Richie Stanaway und Pedro Lamy ebenfalls mit Motorproblemen aufgeben, der Herstellertitel war ebenfalls futsch.

Freud und Leid in einer Garage

Jamie Campbell-Walter und Stuart Hall retteten wenigstens einen Titel - Foto: DPPI

"Es fühlt sich an, als wären wir unseres Titels beraubt worden", sagte ein untröstlicher Stefan Mücke. Auch Teamchef John Gaw konnte es nicht fassen: "Motorschäden sind so selten; dass es uns gleich zweimal in einem Rennen trifft ist sehr ungewöhnlich. Wir sind nach einem unglaublich starken Jahr, hierher gekommen. Das war ein Verdienst der fantastischen Arbeit des gesamten Teams und wir haben die Meisterschaft angeführt. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, um diesen Ort als Champions zu verlassen und darauf können wir sehr stolz sein. Was herausgekommen ist, ist nicht das, was wir wollten, und leider hat es in der GTE Pro nicht sein sollen."

Dafür durfte auf der Amateur-Seite der Garage gejubelt werden. Jamie Campbell-Walter und Stuart Hall, die an diesem Wochenende wieder von Roald Goethe unterstützt wurden, konnten mit einem fünften Platz den Fahrertitel holen, mussten aber hart dafür kämpfen, denn über weite Strecken lagen sie ziemlich zurück. "Es ist ein Traum, der wahr wird", schwärmte Campbell-Walter. "Ich muss drei Danksagungen loswerden: Die erste geht an Stuart, weil er ein fantastischer Teamkollege ist, die zweite geht an Roald, ohne den wir gar nicht hier wären, und die dritte geht an das Team Aston Martin Racing."

Der ehemalige FIA-GT-Champion führte weiter aus: "Zunächst hat es gar nicht ausgesehen, als ob wir es schaffen, aber ich sage immer, dass es ein langes Rennen ist und man immer gewinnen kann. Das haben wir dieses Jahr oft genug unter Beweis gestellt." Auch John Gaw freute sich über den positiven Ausgang in der GTE Am: "Wir sind alle sehr stolz auf die Crew der Startnummer 96, dass sie die GTE-Am-Fahrertrophy gewonnen hat. Außerdem war es passend, dass die Startnummer 95 die Saison auf einem Hoch beendet und den dritten Sieg der Saison eingefahren hat." Für Aston Martin Racing ist die Saison damit beendet. 2014 steht ein Engagement in der WEC und in Amerika an.


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