WEC - Aston Martin Racing feiert zwei Klassensiege

Tabellenführung erobert und verloren

Freud und Leid bei Aston Martin Racing: Die blauen Renner gewannen beide GTE-Klassen in Austin, doch das wichtigste Fahrzeug im Meisterschaftskampf fiel aus.
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Motorsport-Magazin.com - Die Aston Martin V8 Vantage waren auf dem Circuit of the Americas das Maß der Dinge. Beim Fahrzeug mit der Startnummer 99 platzte endlich der Knoten. Bruno Senna und Frédéric Makowiecki holten den Sieg in der GTE Pro. Für Senna war es bereits der zweite Saisonsieg, ‚Fred Mako‘ hingegen feierte einen überfälligen ersten Saisonsieg. Auch in der GTE Am gab es dank Jamie Campbell-Walter und Stuart Hall Grund zum Feiern, die Dänen Christoffer Nygaard, Kristian Poulsen und Nicki Thiim sorgten gar für einen Doppelsieg.

Senna und Makowiecki mit cleverer Strategie

Dank einer gewagten Strategie sparten sich Senna und Makowiecki einen Boxenstopp und mussten nur am Ende einen kurzen Splash&Dash einlegen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie aber bereits der Konkurrenz weit enteilt und holten den ersten Saisonsieg für den V8 Vantage mit der Startnummer 99. Senna, der bereits im 97er-Fahrzeug an der Seite von Stefan Mücke und Darren Turner den Saisonauftakt gewonnen hatte, war aus dem Häuschen: "Das war ein großartiges Wochenende! Wir waren die gesamte Woche hindurch sehr schnell und konkurrenzfähig. Es ist großartig, diesen Sieg mit Fred zu teilen – wir sind stolz auf diesen Moment."

Die beiden Aston Martin in der GTE Am lieferten sich einen harten Kampf - Foto: DPPI

Der Franzose rehabilitierte sich nach seinem bitteren Ausfall in Le Mans mit einer sauberen und schnellen Performance: "Ja, wir waren wirklich konkurrenzfähig an diesem Wochenende. Wir sind mit der Sprit-Strategie und den Doppelstints für die Reifen ein Risiko eingegangen und es hat sich ausgezahlt. Ich bin froh, mit Bruno zu gewinnen – er ist ein großartiger Fahrer und ein gemeinsamer Sieg war einfach fällig", gab er das Kompliment zurück.

Mücke und Turner verlieren Tabellenführung

Unter den Jubel mischte sich aber auch Enttäuschung: Die Meisterschaftskandidaten Stefan Mücke und Darren Turner, die in den USA von Oliver Gavin unterstützt wurden, mussten eine Nullrunde hinnehmen. Im Zweikampf mit dem Porsche von Richard Lietz und Marc Lieb schnitt Turner eine Kurve zu stark und beschädigte sich die Radaufhängung. "Viele Fahrzeuge hatten Schwierigkeiten mit den Kerbs an diesem Wochenende", sagte der Unglückspilot. "Ich habe einen kleinen Fehler gemacht und hatte übersteuern am Kurveneingang. Die Kerbs sehen nicht schlimm aus, können aber viel Schaden anrichten."

Und genau das ist geschehen: "Sobald man sie berührt, macht es ‚Bang‘. Das ist wirklich schade, denn wir haben die Meisterschaft angeführt", führte der Engländer aus. "Das war nicht unser bestes Wochenende, aber als es drauf ankam, hat das Auto gut funktioniert. Es stehen noch drei Läufe aus, also brauchen wir drei gute Resultate." Ein ähnlicher Schaden warf auch den Aston Martin mit der Startnummer 98 von Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Richie Stanaway aus dem Rennen.

Doppelsieg in der GTE Am

Wir sind mit der Sprit-Strategie und den Doppelstints für die Reifen ein Risiko eingegangen und es hat sich ausgezahlt.
Frédéric Makowiecki

Dafür räumte AMR in der GTE am komplett ab: Klassensieg für Jamie Campbell-Walter und Stuart Hall, während die drei Dänen Christoffer Nygaard, Kristian Poulsen und Nicki Thiim nach hartem Kampf mit dem Schwesterfahrzeug Zweite wurden. "Es war wirklich eng, aber Jamie hat wieder einen Mega-Job abgeliefert", so Hall. "Das ist wieder einmal für Roald [Goethe]; er sollte eigentlich mit dabei sein, aber musste wegen Business-Verpflichtungen absagen. Wir vermissen ihn. Jetzt führen wir drei Rennen vor Schluss die GTE-Am-Wertung an, was wirklich großartig ist."

Teamchef John Gaw zeigte sich trotz des bitteren Ausfalls der Nummer 97 äußerst zufrieden: "Wir haben einen signifikanten Schritt vorwärts gemacht an diesem Wochenende. In der Marken-Wertung haben wir unsere Position verbessert und wir führen die GTE Am an. Wir haben beide Klassen gewonnen, also sollten wir glücklich sein, aber wir werden weiter gute Resultate mit allen Fahrzeugen anstreben." Gerade die sechs Stunden von Fuji werden eine große Herausforderung für das gesamte Team, da dies für Aston Martin im Vorjahr die schwierigste Strecke gewesen sei, schloss er ab. Das Engagement wird dann auf vier Fahrzeuge gekürzt.


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