WEC - Durchwachsenes Rennen für Toyota

Probleme mit Hybridsystem

Für Toyota Racing lief der zweite Lauf der WEC nicht gut. Probleme mit dem Hybridsystem sorgten für einen Ausfall, zudem scheiterte das Team knapp am Podest.

Motorsport-Magazin.com - Toyota Racing war einer der Hauptakteure im spannenden Sechs-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps, verpasste letztlich aber knapp einen Podestplatz im dramatischen zweiten Lauf zur FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft. Anthony Davidson, Stéphane Sarrazin und Sébastien Buemi, die den TS030 Hybrid mit der Startnummer acht in der 2012-Spezifikation fuhren, kamen als Vierte ins Ziel.

Wir sind sehr enttäuscht vom Endergebnis, denn wir sind um den Sieg gefahren.
Nicolas Lapierre

Das überarbeitete 2013-Auto mit der Startnummer sieben, gefahren von Alex Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima, kam trotz eines guten Einstands, bei dem das Trio an der Spitze mitmischte, nicht ins Ziel. Etwa nach halber Distanz hörte das Toyota-Hybridsystem auf, Energie zu erzeugen, was zur Folge hatte, dass bald die hinteren Bremsen überhitzten.

Beim TS030 Hybrid wird ein Teil der Bremswirkung durch die Ladefunktion erzeugt, ein Teil durch das reguläre hydraulische Bremssystem. Doch beide Systeme sind zusammen erforderlich, um die gewünschte Bremswirkung zu erzielen. Der Defekt in einem der beiden System zwang daher das Team dazu, die Sieben aus dem Rennen zu nehmen.

Nicolas war mit dem Auto als Vierter in Rennen gestartet, gefolgt von Sébastien als Fünfter. Doch beide zeigten in der Folge ihre Entschlossenheit in einem aktionsreichen Rennen. Nicolas fuhr die Sieben an die Spitze, lieferte sich spannende Rad-an-Rad-Duelle mit den Audis und kämpfte um die Führung, während Sébastien solide auf dem fünften Rang unterwegs war.

Bis das Problem auftrat, sah es sogar recht gut für uns aus. Wir waren im direkten Kampf mit den Audis.
Kazuki Nakajima

Als die Fahrerwechsel anstanden, übernahm Stéphane die Acht von Sébastien, während Nicolas nach seiner Jagd an die Spitze die Sieben an Kazuki übergab. Bei halber Distanz schien Toyota Racing auf gutem Weg zu einem guten Ergebnis, war nach günstigem Verlauf der etwas anders gelagerten Strategie für Reifenwechsel und Betankung nach wie vor im hautnahen Kampf mit den Audis.

Anthony übernahm bei den Fahrerwechseln dann die Acht, doch Kazuki kam an die Box, um die Sieben endgültig abzustellen. Alex kam so erst gar nicht zum Fahren. Die Acht nahm nun die Herausforderung, doch noch einen Podestplatz für das Team zu herauszufahren, an sich und Sébastien machte sich sofort auf die Jagd. Eine Kollision mit einem langsameren Fahrzeug in der Schlussphase des Rennens sorgte jedoch für einen hinderlichen Schaden am verbleibenden TS030 Hybrid, dennoch brachte er das 2012-Auto bei dessen letztem Auftritt noch ins Ziel.

Der nächste Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft wird das 24-Sunden-Rennen von Le Mans vom 22. bis 23. Juni sein, zuvor wird auf der Strecke an der Sarthe am 9. Juni ein Testtag zum Klassiker stattfinden.

Nicolas Lapierre: "Wir sind sehr enttäuscht vom Endergebnis, denn wir sind um den Sieg gefahren. Obwohl wir etwas langsamer als sie waren, ich glaube das wäre am Ende eng geworden. Die positive Erkenntnis aus dem heutigen Tag ist, dass das Auto flott war, was ein Fortschritt gegenüber dem Qualifying ist. Bedenkt man, dass wir mit der Le-Mans-Ausführung gefahren sind, dann sind wir jetzt wieder voll da. Nun muss sich unsere Arbeit darum drehen, zu verstehen, was passiert ist und bereit zu sein, um in Le Mans anzugreifen."

In meinem Stint lag das Auto sehr ordentlich und hatte eine schöne Balance, die Haftung wurde immer besser.
Anthony Davidson

Kazuki Nakajima: "Ich denke, unser Tempo im Rennen war deutlich besser, als wir das noch nach dem Qualifying hätten erwarten können. Bis das Problem auftrat, sah es sogar recht gut für uns aus und wir waren ja im direkten Kampf mit den Audis. Mein erster Stint war gut, im zweiten war es durch den etwas dichteren Verkehr etwas schwieriger. In Vorbereitung auf Le Mans ist es eigentlich besser, dass uns das heute passiert ist, statt beim 24-Stunden-Rennen. Ich hoffe wir können die Ursache finden und eine Wiederholung dieses Vorfalls vermeiden. Nun konzentrieren wir uns auf Le Mans."

Anthony Davidson: "Das ist so ziemlich das, was wir erwartet hatten, bedenkt man, dass wir mit dem 2012-Auto fuhren. In meinem Stint lag das Auto sehr ordentlich und hatte eine schöne Balance, die Haftung wurde immer besser. Wir machten an diesem Wochenende einfach den bestmöglichen Job. Ein Jammer, dass wir die Sieben verloren. Ich wusste gar nicht, dass das Auto ausgefallen war und war nach meinem Stint überrascht es in der Box zu sehen, als Sébastien unser Auto übernahm. Das ist die wohl größere Enttäuschung an diesem Tag."

Stéphane Sarrazin: "Das Rennen war für uns ziemlich schwierig. Wir lagen hinter den Audis und waren auch ein wenig langsamer. Das erklärt sich aus der Tatsache, dass wir das 2012-Auto fuhren, das ja in dieser Ausführung mehr Abtrieb erzeugt, was hier einfach etwas zu viel Abtrieb ist. Wir gaben unser Bestes und das Team leistete tolle Arbeit. Wir wurden Vierte, aber das war ein harter Kampf um den letzten Podesplatz und den haben wir nur knapp verpasst. Das war einerseits Pech für die Sieben, aber das Team wird daraus lernen und gestärtkt in Le Mans antreten."

Sébastien Buemi: "Wir haben richtig viel Druck gemacht und hatten eine Chance auf einen Podestplatz, obwohl das 2012-Auto mit seinen hohen Abtriebswerten für Spa nicht eben ideal ist. Dann wurde ich auf einen Grünstreifen und gegen eine Leitplanke abgedrängt, als ich ein langsameres Fahrzeug überrunden wollte. Da ist einiges an Schaden entstanden, was das Fahrzeug auch nachteilig beeinflusste und mir jede Chance nahm, bis zum Schluss zu attackieren."

Yoshiaki Kinoshita, Teampräsident: "Wir waren mit der Sieben mitten im Kampf um die Spitze und das war eine spannende Schlacht. Umso enttäuschender war es, dann auszufallen. Wir sind noch dabei zu untersuchen, was das Problem verursachte und unsere Priorität ist es, der Ursache des Schadens auf die Spur zu kommen. Die Nummer-acht-Mannschaft machte beim Kampf um einen Podestplatz mit dem Auto in der 2012-Spezifikation alles richtig, doch insgesamt hatten wir uns von diesem Rennen sehr viel mehr als einen vierten Platz versprochen."

"Wir werden unsere sämtlichen Anstrengungen daran setzen, es in Le Mans besser zu machen. Audi leistete heute großartige Arbeit, daher meine Glückwunsch an sie. Ihre Fahrer kämpften fair und es war insgesamt eine gute Show. Tatsächlich war die gesamte Veranstaltung recht beeindruckend mit einem großen Zuschaueraufkommen und einer schönen Atmosphäre, die bestmögliche Darstellung der WEC."


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