VLN - Groneck Motorsport zittert sich zum Titel

Spannung bis zur letzten Sekunde

Spannender hätte das Finale der VLN kaum sein können: nach einem Unfall zitterte sich Groneck Motorsport zum Titel 2013.

Motorsport-Magazin.com - Mehr Spannung und Emotionen kann ein Rennen nicht bieten - das Saisonfinale hatte noch einmal alles drin was ging, aber mit einem Happy End und einem neuen Meister: Groneck Motorsport. Das Team reiste zum letzten Lauf der VLN am 26.10.2013 als klarer Meisterschaftsfavorit an. Einen kleinen Dämpfer bekamen die Jungs um Tim und Dirk Groneck jedoch gleich am Freitag im freien Training. Der RCN-Clio waren mit Maik und einem Gast unterwegs auf der Grand Prix-Strecke, als Maik im Bereich der NGK-Schikane das Auto verlor und in einen Reifenstapel einschlug. Der Clio war so stark beschädigt, dass ein Weiterfahren und auch ein Start am Freitagmittag nicht möglich war.

Ins Rennen ging es am Samstagmittag auf Regenreifen mit Dirk am Steuer vom zweiten Startplatz der Klasse CUP3. Anders als sonst war das Motto für die Jungs ganz klar "safe" fahren. So fuhr Dirk seine ersten Runden auf dem dritten Platz der Klasse. Für den Gesamtsieg brauchten die beiden Brüder eine Platzierung unter den ersten Fünf der Klasse. Die Strecke trocknete im Verlauf der ersten Runden immer weiter ab, so dass die Konkurrenzteams auf Slicks wechselten.

Es hing am seidenen Faden, aber wir haben es geschafft. Ich weiß nicht, was ich sagen soll!
Tim Groneck

Die Strategie von Groneck Motorsport war es, den Reifenwechsel noch weiter hinauszuzögern und weiteren Vorsprung auf die Konkurrenzteams im Clio auszubauen. Auf dem ersten Platz liegend drehte Dirk weiter seine Runden. In Runde 8 jedoch meldete er über Funk einen Einschlag im Bereich Hatzenbach. Der Clio war mit einem BMW kollidiert und Dirk schlug mit dem Auto vorne und hinten ein.

Daheim an den Bildschirmen und auch in der Boxengasse hielten alle den Atem an. Das Auto sah optisch so stark beschädigt aus, dass man nicht vermutet hätte, dass hier noch etwas zu retten ist. Flink wurden von der Boxencrew alle hängenden Teile am Auto abgerissen bzw. wieder festgeklebt mit Tape. Auch die Jungs von Roadrunner Racing und Leutheuser packten ohne zu zögern mit an. Dirk stieg aus und machte Platz für Tim.

Glücklicherweise blieb das Kamerabild auf dem Clio bei seiner Fahrt zurück auf die Strecke, so konnten die Jungs in der Box am Bildschirm sehen, wie der linke Hinterreifen an der Karosse schleifte und leicht Rauchentwicklungen verursachte. Tim wurde sofort wieder hereingerufen und tauchte wenige Minuten später wieder in der Box auf. Nun versuchte das Team mit allen Mitteln, dem Reifen Platz zu machen und mit Brecheisen und Hammer das Blech passend zu biegen. Einen neuen Reifen drauf und das stark zusammengeklebte Auto mit Tim am Steuer ging auf P7 zurück auf die Strecke.

Dass er jetzt alles aus dem Auto herausholen musste, war allen klar. Ein fünfter Platz würde dem Team zum Sieg in der Meisterschaft reichen. Das Auto war jedoch stark lädiert. Dirk erklärte: "Das Lenkrad steht schief und die Hinterachse ist verzogen. Das geht beim Clio sehr schnell". Tim vermeldete über Funk, dass das Auto fahrbar sei, aber mehr eben auch nicht.

Den beiden Brüdern und dem Team war klar, dass sie jetzt wirklich alles geben müssen, um noch eine Chance auf die Meisterschaft zu haben. "Angasen" war jetzt angesagt, wie Dirk im Interview erklärte. Und der in der Presse zitierte "Renn-Zwerg" machte seinem Namen alle Ehre. Binnen der nächsten Runde konnte Tim sich bis auf den sechsten Platz vorfahren. Es war an Spannung wirklich nicht zu überbieten. Platz sechs würde dem Team jedoch für den Meisterschaftssieg nicht reichen und es war fraglich, ob das Auto den Rest des Rennens weiter hielt.

Der Renault Clio war stark beschädigt - Foto: Patrick Funk

Nach Runde 15, 1,5 Stunden vor Rennende, meldete sich Groneck Motorsport zurück auf Meisterschaftskurs auf dem fünften Platzder Klasse CUP3 liegend. Jetzt hieß es im Team nur noch "Daumen drücken und durchhalten". Nach einem Ausfall eines anderen Clios, konnte das Team auf dem vierten Platz der Klasse CUP3 vorrücken und diesen nach einem kurzen, weiteren Boxenstopp zum Tanken über die Ziellinie bringen. Dieser vierte Platz der Klasse war für das Team das bisher schlechteste Ergebnis der Saison, aber der größte Erfolg für die Sicherung des Meistertitels!

"Es hing am seidenen Faden, aber wir haben es geschafft. Ich weiß nicht, was ich sagen soll!", so Tim in seinem ersten Interview nach Aussteigen aus dem geflickten Auto. Die Emotionen lassen sich mit Worten nicht beschreiben! Dass die beiden Brüder sich den Meisterschaftstitel wirklich verdient haben, ist nach diesem Rennen wohl unumstritten!

Nach der Siegerehrung im November geht das Team in die Winterpause und hat mit dem Wiederaufbau beider Clios alle Hände voll zu tun, bis sie sich im März 2014 auf der Strecke zurückmelden.


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