VLN - Kratz: Verlust des Sieges nach Gelbvergehen

Selber geschlagen

Eigentlich wäre Thiemann Motorsport beim sechsten Lauf der VLN nicht zu schlagen gewesen. Eine Strafe verhinderte jedoch den erneuten Erfolg der Mannschaft.

Motorsport-Magazin.com - Beim sechsten Saisonrennen zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring kamen Torsten Kratz, Dominik Thiemann und Hajo-Franz Müller mit dem Thiemann Motorsport-BMW M3 E36 bei den Produktionswagen bis 3000 ccm nur auf den dritten Rang. Das Trio hatte eigentlich mit 2.37 Minuten Vorsprung den dritten Sieg in Folge gefeiert, wegen eines Gelbvergehens wurde jedoch eine Runde gestrichen.

"Thiemann-Motorsport hat bei der Rennvorbereitung und an der Strecke wieder einen Traumhaften Job gemacht", lobte Kratz die gesamte Mannschaft. "Der BMW war perfekt. Ich konnte erneut die schnellste Rundenzeit der Klasse herausfahren. Und während meines Stints habe ich einen Drei-Minuten-Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern auch die Führung übernommen."

Der Thiemann-BMW verlor den Sieg nach einer Strafe - Foto: Patrick Funk

"Mir tut es unheimlich leid für das gesamte Team und meine beiden Teamkollegen", sagte ein geknickter Torsten Kratz nach dem Rennen. "Die Bestrafung habe ich zu verantworten, keine Frage. Aber die Situation war absolut unglücklich. Ich habe noch nie als Rennfahrer eine Sportstrafe bekommen. Aufgrund der Örtlichkeit und der späten Flaggensignale hatte ich kaum eine Chance."

Was war passiert? Hinter dem großen Sprunghügel Pflanzgarten wurde hinter Posten 177 ein verunfallter Aston Martin geborgen, abgesichert durch ein Intervention-Car. Posten 176 zeigte eine gelbe Flagge, Posten 177 doppelt Gelb verdeckt durch ein gelbes Flashlight, welches laut Reglement weniger Bedeutung als die gelbe Flagge hat.

Entsprechend des Reglements verlangsamte Kratz hinter Posten 176 seine Geschwindigkeit. Aufgrund der kurzen Entfernung, der Topographie und des im Nassen blendenden Flashlights, war die doppelt Gelb geschwungene Flagge so spät zu sehen, dass ein Abbremsen auf die vorgeschriebenen 60 km/h ab Höhe Posten 177 nicht mehr möglich war.

"Wenn man mit 180 km/h über den großen Sprunghügel fährt, kann ich im Nassen nur mit hohem Risiko für alle Beteiligten bis zur Senke auf 60 km/h abbremsen. An einer solchen erst spät einsehbaren Stelle muss ein Posten früher mit gelben Flaggen gewarnt werden."

"Wir haben die Situation mit der Rennleitung ausführlich und sachlich besprochen. Ich hoffe, das beide Seiten aus den Erkenntnissen etwas für die Zukunft mitnehmen können. Die Wetterbedingungen haben es für die Streckenposten und Piloten nicht einfacher gemacht, mit den zahlreichen Ereignissen umzugehen. Bitter ist, dass diese Strafe meisterschaftsentscheidend für die Produktionswagenmeisterschaft sein könnte."

Für die letzten drei Saisonrennen ist die Taktik für den 42-Jährigen jedenfalls klar: "Uns helfen nur noch Klassensiege. Und wir brauchen Glück, nicht noch einmal in eine solche unglückliche Situation zu geraten."


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