VLN - Rückblick 2012: Saison ohne Finale

Motorsport zum Anfassen

Packende Positionskämpfe, hauchdünne Zieleinläufe und sogar ein abgesagtes Finale - die VLN bot 2012 spannenden Motorsport zum Anfassen.
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Motorsport-Magazin.com - Die VLN-Saison 2012 - ein Traumjahr, wie es sich Fahrer, Rennteams, Fans und Organisatoren kaum besser hätten wünschen können. Zwar fiel die Entscheidung um den Titel im letzten Rennen ohne ein ausgetragenes Finale, während der Saison zeigten die Akteure der VLN Langstreckenmeisterschaft jedoch Action und Positionskämpfe vom Feinsten.

Schon der Auftakt in die Saison 2012 verlief actionreich, als die ersten drei Läufe allesamt nach heftigen Regenfällen mit Nebel und Unfällen abgebrochen werden mussten. Dennoch glänzte die VLN zu Beginn des Jahres mit einem gut gefüllten Starterfeld, bei dem sich vor allem die Top-Teams aus der GT3-Klasse auf das Saisonhighlight - dem 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife - vorbereiteten. Der Sieg beim Saisonauftakt ging wenig überraschend an Schubert Motorsport, die mit dem BMW Z4 GT3 schon früh deutlich machten, dass sie im Kampf um den Gesamtsieg beim 24h-Rennen mitreden wollen - und auch können.

Zu Saisonbeginn bot die VLN ein volles Starterfeld - Foto: Jan Brucke/VLN

Porsche schlug jedoch zurück und bescherrte der Mannschaft von Olaf Manthey gleich zwei Siege in Folge. Jochen Krumbach und Marc Lieb triumphierten zwei Mal im Porsche 911 GT3 R von Manthey - ein weiterer Favorit auf den 24h-Gesamtsieg.

Wie schon in den vergangenen Jahren folgte nach dem Langstreckenklassiker im Mai jedoch der große Rückgang im Teilnehmer-Feld. Schubert Motorsport zog seine Fahrzeuge ebenso zurück, wie Heico Motorsport, Marc VDS Racing, Mamerow Racing, Vita4One und weitere Rennteams. Doch auch die teils drastische Verkleinerung des Starterfeldes konnte die Spannung in den Rennen nicht annähernd nehmen. Bestes Wetter und packende Duelle zeichneten die VLN-Läufe über den Sommer aus.

Beim 52. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen, dem fünften Saisonlauf, sorgte ein Fotofinish für Aufsehen. Mit einem Vorsprung von 0,338 Sekunden überquerte Alexander Roloff im ROWE-SLS vor Marc Lieb im Manthey-Porsche die Ziellinie. "Ich konnte mir auf der Nordschleife immer etwas Luft verschaffen - so auch in der letzten Runde", jubelte Roloff, der sich damit nicht nur seinen ersten Saisonerfolg, sondern auch einen der knappesten Siege der VLN-Geschichte sicherte.

Rund einen Monat später, beim 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, waren es erneut Thomas Jäger, Alexander Roloff und Jan Seyffarth, die sich den Triumph beim Saisonhighlight sicherten. Nach 6:01:29,541 Stunden wurde das Trio vor dem Audi R8 LMS ultra von Raeder Motorsport als Sieger abgewinkt. Auch leichter Regen gegen Ende des Rennen konnte den zweiten Saisonerfolg ROWE Racings nichts mehr verhindern.

Ein Clio auf Meisterschaftskurs? Die VLN macht's möglich - Foto: Jan Brucke/VLN

Während Audi, Mercedes und Porsche Rennen für Rennen um die Gesamtsiege kämpften, war das Duell um den Meisterschaftssieg in anderen Klassen zu finden. Dank des ausgetüffelten Punkesystems der VLN waren es nicht R8, SLS oder 911er, die sich an die Spitze der Gesamtführung setzten, sondern der kleine Renault Clio von Elmar Jurek und Jannik Olivo. Erst gegen Saisonende übernahmen Ulrich Andree, Dominik Brinkmann und Christian Krognes im Scirocco GT24 von LMS-Engineering die Führung.

Beim Saisonfinale Ende Oktober zeigte sich die Eifel noch einmal von ihrer typischen Seite. Ein plötzlicher Wintereinbruch am Samstagmorgen machte die Austragung des Saisonfinales nicht mehr möglich. Zwar verschob die Rennleitung das Training in der Hoffnung auf Besserung mehrfach nach hinten, gegen Mittag entschied sich Rennleiter Andreas Thamm jedoch dazu, das Finale aus Sicherheitsgründen abzusagen.

Kampflose Entscheidung

LMS-Engineering holte sich den Titel - Foto: Jan Brucke/VLN

"Aufgrund der Witterungsbedingungen mussten wir das Rennen schweren Herzens absagen", so Thamm. "Unter anderem haben sich an den Abschnitten Fuchsröhre und Tiergarten durch den plötzlichen Wintereinbruch Eisflächen auf der Strecke gebildet." Die Entscheidung in der Meisterschaft, die nur noch zwischen LMS-Engineering, AVIA Racing und dem Renault Clio von Elmar Jurek und Jannik Olivo offen war, fiel damit kampflos.

Ulrich Andree, Dominik Brinkmann und Christian Krognes, die in diesem Jahr gemeinsam im Volkswagen Scirocco GT24 von LMS Engineering an den Start gingen, durften sich am Ende als Sieger feiern. "Natürlich hätten wir den Titel gerne auf der Rennstrecke geholt", jubelte Andree. "Aber das Wetter hat heute einfach nicht mitgespielt. Trotzdem freuen wir uns riesig, nun als Meister festzustehen."


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