Superbike - WSBK Magny-Cours 2016: Die große Vorschau

Kann Rea Doppelsieg aus 2015 wiederholen?

Die Superbike-WM zu Gast in Magny-Cours, das erste der letzten drei Saisonrennen steht bevor. Wie stehen die Chancen für die Werksteams des WSBK?
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Motorsport-Magazin.com - Die Superbike-Saison 2016 neigt sich dem Ende zu. In Magny-Cours beginnt das erste der drei letzten Wochenenden für Jonathan Rea, Nicky Hayden und Co. Danach folgen nur noch die Läufe in Jerez de la Frontera und das Saisonfinale in Katar. In Frankreich könnte die Entscheidung fallen, welches Team Weltmeister wird. Beendet Rea das Rennen mit drei Punkten mehr als Chaz Davies, ist ein Pilot des Kawasaki-Teams Weltmeister. Nur wer, muss noch entschieden werden. Doch wie stehen die Chancen für Kawasaki in Magny-Cours?

Kawasaki: Titel sichern

Jonathan Rea konnte im vergangenen Jahr bei Rennen in Frankreich für sich entscheiden - Foto: Kawasaki

Auch mit dem Titel in Aussicht kann Rea Magny-Cours nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Wir haben zwar einen großen Punkte-Vorsprung, aber es ist nicht genug, um sich darauf auszuruhen", erklärt der WM-Führende. "Deshalb müssen wir nach Frankreich gehen und viele Punkte sammeln." Die Voraussetzungen für Rea könnten schlechter sein. Im Jahr 2015 konnte der Nordire mit zwei Siegen beeindrucken. Seine Motivation nach dem holprigen Wochenende in Deutschland könnte sicher nicht höher sein. Am Samstag musste er durch die Superpole 1-Session, am Sonntag tilgte er diese Schmach dann mit einem starken Sieg. Auch wenn es gelegentliche Tiefphasen gibt, Rea ist nach wie vor in Topform.

Wir haben zwar einen großen Punkte-Vorsprung, aber es ist nicht genug, um sich darauf auszuruhen.
Jonathan Rea

Ähnlich geht es Teamkollege Sykes, der Brite siegte zwar zuletzt in Laguna Seca, in den letzten vier Rennen stand er allerdings häufiger auf dem Podium als Rea. "Magny-Cours war in der Vergangenheit immer eine gute Strecke für uns, deshalb werden wir versuchen, unser Bestes zu geben. Aber man hat auch gesehen, wie schnell sich die Dinge dieses Jahr ändern können", gibt Sykes zu bedenken. Bestes Beispiel dafür ist die Superpole 1-Schmach seines Teamkollegen. Will Sykes die mathematische Chance auf den Titel nicht verlieren, muss er in Frankreich Gas geben.

Ducati: Davies muss gegenhalten

Chaz Davies errang in Frankreich 2015 nur einen Podiumsplatz - Foto: Ducati

Noch härter kämpfen als Sykes muss vor allem Ducati-Pilot Davies. Will er seine theoretische Chance, Rea den Titel noch streitig zu machen, in die Tat umsetzen, muss er sich beeilen. 98 Punkte liegt er hinter dem WM-Führenden, zu Sykes trennen ihn 51 Punkte. Die Statistik aus dem Vorjahr spricht nicht komplett gegen ihn, im zweiten Rennen kletterte Davies hier auf Platz zwei. Sieger des Rennens jedoch: Jonathan Rea. Trotzdem bleibt Davies zuversichtlich: "Letztes Jahr haben wir in Magny-Cours schnell ein gutes Setup gefunden, das uns eine starke Pace im Trockenen ermöglicht hat", erinnert sich Davies. "Wir versuchen, aufdieser Basis aufzubauen."

Letztes Jahr haben wir in Magny-Cours schnell ein gutes Setup gefunden, das uns eine starke Pace im Trockenen ermöglicht hat.
Chaz Davies

Davies' Teamkollege Davide Giugliano kann die restliche Saison etwas entspannter angehen als Davies. Der Italiener liegt derzeit auf Rang sechs in der Fahrer-Gesamtwertung, ganze 199 Punkte trennen ihn vom WM-Führenden Rea. Hoffnungen auf den Titel sind damit selbstverständlich dahin, nur mit Nicky Hayden kann er sich ein Duell um Rang fünf liefern. Der Amerikaner liegt derzeit nämlich nur einen Punkt vor Giugliano. Nachdem der Lausitzring kein gutes Pflaster für ihn war, geht es in Magny-Cours nun bergauf. "Ich habe mich hier immer wohl gefühlt", gibt Giugliano an. "Es ist eine spaßige Strecke mit einem speziellen Layout." Doch nach dem Regen-Chaos in der Lausitz warnt er auch: "Das Wetter könnte hier auch wieder ein wichtiger Faktor werden, aber wir sind zu allem bereit."

Honda: Hayden zurück in der SBK

Nicky Hayden kehrt nach einem kurzen Ausflug in die MotoGP zu den Superbikes zurück - Foto: Honda

Für das Honda-Team konnten sich die letzten Rennergebnisse sehen lassen. In Deutschland, Laguna Seca und San Marino konnte mindestens ein Piloten in einem der beiden Rennen auf dem Podium landen. In der Lausitz und Laguna Seca war es Hayden, in San Marino fuhr Michael van der Mark hinter Rea und Sykes auf Podium. Für Hayden ist die Strecke eine Neuheit, die französischen MotoGP-Läufe wurden ihn naher Vergangenheit nur auf der Strecke in Le Mans ausgetragen.

Yamaha: Heimrennen für Guintoli

Das Yamaha-Duo Guintoli und Lowes ist wieder vollständig - Foto: Yamaha

Nachdem Sylvain Guintoli durch den Crash aus Imola lange in eine Zwangspause gedrängt wurde, war er am Lausitzring wieder am Start. Viel spezieller wird für den Franzosen aber sein Heimrennen in Magny-Cours. "Es ist mein Heimrennen und ich freue mich immer darauf", gibt Guintoli an. "Ich habe hier schon viele Podien sammeln können und die Unterstützung der Fans ist immer fantastisch und motivierend." In seiner Superbike-Karriere konnte er zwei Siege in Magny-Cours einfahren, in den Jahren 2012 und 2014.

Es ist mein Heimrennen und ich freue mich immer darauf.
Sylvain Guintoli

Auch sein Teamkollege Alex Lowes feiert in Magny-Cours ein Comeback, allerdings nur von einem kurzzeitigen Ausflug in die MotoGP, während die Superbikes in der Sommerpause war. In Großbritannien, San Marino und Aragon ersetzte der Yamaha-Pilot den verletzten Bradley Smith bei Tech3. Sein Hauptaugenmerk liegt natürlich nach wie vor auf der Superbike-WM. Derzeit liegt er auf dem elften Rang, 291 Punkte hinter Rea. Für Magny-Cours weissagt sich Lowes einige Schwierigkeiten. "Es ist keine einfache Strecke und es ist schwer, ein gutes Setup zu finden", erklärt Lowes. "Die zwei großen Schikanen in der Mitte der Runde ist am schwierigsten, das Setup muss agil sein."

Reiterberger: Den Lausitzring vergessen machen

Markus Reiterberger startet nach seinem Heim-GP in Frankreich - Foto: BMW

Reiterbergers Heimrennen auf dem Lausitzring hätte katastrophaler nicht enden können. Weder den Lauf am Samstag, noch am Sonntag beendete der Deutsche, Punkte rückten in weite Ferne. Zeit, diese Leistungen in Frankreich vergessen zu lassen. "Ich freue mich richtig, in Magny-Cours zu fahren", gibt Reiterberger zu Protokoll. Nach seinem Crash am Lausitzring geht es Reiterberger mittlerweile etwas besser. "Es wird immer besser und die Schmerzen weniger. Ich habe die Tage genutzt, um mich vorzubereiten und nicht so viele Probleme zu haben", so Reiterberger. "Ich bin noch immer nicht bei 100 Prozent Fitness angekommen, aber ich werde trotzdem mein Bestes geben." Weniger wird nach der Katastrophe in der Lausitz auch nicht reichen.

Ich bin noch immer nicht bei 100 Prozent Fitness angekommen.
Markus Reiterberger

Magny-Cours: Strecke & Statistik

Auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours werden seit dem Jahr 1991 Läufe der Superbike-WM ausgetragen, seit 2003 Magny-Cours ununterbrochen im SBK-Rennkalender vertreten. Die 4,4 Kilometer lange Strecke wurde im Jahr 1961 als Circuit Jean Behra eröffnet und beherbergte bereits Rennen der Formel 1 und Tourenwagen-WM. Im vergangenen Jahr konnte Rea einen Doppelsieg sichern, dasselbe gelang im Jahr 2013 allerdings auch Teamkollege Sykes. WM-Dritter Davies kann auf eine weniger erfolgreiche Statistik in Magny-Cours zurückschauen. In vier Jahren Superbike-Erfahrung fiel Davies in drei Jahren bei einem Rennen aus. Sein bestes Ergebnis ist ein zweiter Platz im Jahr 2015.

Die Superbike-WM 2016 bisher

Der Kampf um den World Superbike-Titel 2016 ist fast entschieden. Noch drei Rennwochenenden stehen auf dem Plan, noch sechs Rennen sind zu fahren. Das Kawasaki-Duo aus Rea und Sykes führt nach wie vor die WM-Tabelle an. Rea liegt mit 393 Punkten 47 Zähler vor Teamkollege Sykes. Ihr ärgster Verfolger im Titelkampf, Chaz Davies, liegt 98 und 51 Punkte hinter den Kawasaki-Piloten. Kann Rea in Magny-Cours drei Punkte mehr als Davies sammeln, ist der Titel sicher in Kawasakis Händen. Nur an welchen der beiden Piloten, wird sich in Frankreich noch nicht klären.


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